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werkbaum/docs/rfc/001-mcp-server.md
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mhoennigandClaude Fable 5 62807b91a1 docs(rfc): MCP-Server — zweite Runde: Urheber im Spiegel-Commit, Streamable HTTP im Backend per GraalJS (Spike vorbehalten), Bearer-Token, nur Dokumente
Der erste Entwurf nahm an, MCP erzwinge Node; tatsächlich erzwang es nur
der Parser. Das Backend darf den HTTP-Transport tragen, wenn es die
JS-Module per GraalJS ausführt (dieselbe Technik wie #idea.drift.js) —
Kotlin ist Transport und Zugang, die Logik bleibt einmal vorhanden;
Rückfall ist der Node-Dienst hinter Apache. Urheber im Git-Spiegel:
Historie im Rumpf plus Trailer statt git --author, damit blame nicht lügt.
Entscheidungen in RFC §11 und D93 (zweite Runde).

Co-Authored-By: Claude Fable 5 <noreply@anthropic.com>
2026-09-02 09:39:06 +02:00

710 lines
45 KiB
Markdown

# RFC 001 — MCP-Server: Werkbaum für KI-Agenten außerhalb des Editors
| | |
|---|---|
| Status | **Abgestimmt** (2026-09-02, Entscheidungen in §11 und D93) — nichts gebaut |
| Plan-Knoten | `#ai.mcp` in `docs/examples/werkbaum.werkbaum` |
| Entscheidung | D93 in `docs/DECISIONS.md` (Verweis auf dieses RFC) |
| Berührt | `frontend/src/*` (headless-Module, lesend), neues Paket `mcp/`, `tools/pull-doc` (Aufrufer), README, `.mcp.json` |
| Berührt nicht | Notation (SPEC), `llms.md`, Deploy-Skripte; Backend-Code erst in Phase 6 (§7.3) |
## 1. Zusammenfassung
Werkbaum bekommt einen **MCP-Server** (Model Context Protocol): ein kleines
Node-Paket, das KI-Agenten außerhalb des Editors — Claude Code, IDE-Agenten,
Desktop-Assistenten — einen Werkbaum-Plan als **Ressource** (Text) und als
**Werkzeuge** (Baum, Warnungen, günstigster Pfad, Schreiben) anbietet.
Der Server **parst nicht selbst**: Er importiert die headless-Module des
Frontends (`parser.js`, `model.js`, `live.js`) unverändert. Damit bleibt D14
gewahrt — es gibt weiterhin genau einen Parser — und ein Agent bekommt
wörtlich dieselben Warnungen, effektiven Status und Stationen, die das
Diagramm zeigt.
Geschrieben wird über denselben Weg wie aus dem Editor: als **Zeilen-Diff
gegen eine Basisversion mit Prüfsumme** (D76). Fremde Änderungen werden nie
überschrieben, ein Konflikt kommt als Fehler zurück, und in jedem offenen
Editor steht „geändert von: *Claude Code*“. Zwei Leitplanken gelten auf
jedem Schreibvorgang: **keine beschädigte Notation** (Struktur-Warnungen
blockieren, inhaltliche werden gemeldet), **kein `[^]` von einem Agenten**.
Der Server arbeitet bevorzugt auf dem **geteilten Dokument** — dort sitzen
die Menschen —, und derselbe Plan kann zugleich **unter Git-Kontrolle**
stehen: Nach jedem Agenten-Schreibvorgang committet der Server den
Serverstand über das vorhandene `tools/pull-doc --git-commit` (D88) in eine
Spiegel-Datei. Der Server ist die Quelle, Git das Archiv (§5.7).
Das ist die **Gegenrichtung** zu `#ai.dialog`: Dort käme ein Modell in den
Editor, hier geht der Plan zu Agenten, die schon irgendwo laufen. Beides
teilt sich den Boden (`llms.md`, D43) und die Module; keines ersetzt das
andere.
## 2. Motivation
Heute kann ein Agent mit einem Werkbaum-Plan dreierlei tun — und alles
davon nur halb:
1. **Eine `.werkbaum`-Datei lesen und schreiben.** Das geht mit Claude Code
bereits, `llms.md` erklärt die Notation (D43). Aber der Agent muss die
**Semantik** selbst nachrechnen: Ist der Plan warnungsfrei? Welcher
Knoten ist effektiv wie weit (§4)? Was ist die nächste Station auf dem
günstigsten Pfad (§9)? Für all das gibt es im Frontend geprüfte
Funktionen — der Agent bekommt sie nicht zu sehen und rät stattdessen.
Beim Größen-Konflikt (D62) oder der Closure-Rechnung (D42) ist Raten
nachweislich falsch.
2. **Ein Server-Dokument (`?live=`) anfassen.** Nur per `curl` gegen die
REST-API — mit Volltext-`PUT`, also ohne das Zeilen-Diff-Protokoll (D76).
Ein Agent, der so schreibt, überschreibt, was ein Mensch in der
Zwischenzeit getippt hat; genau der Verlust, gegen den D89 vier Netze
gespannt hat.
3. **Den Plan im Editor ändern lassen**`#ai.dialog` ist eine Idee ohne
Entwurf.
MCP ist inzwischen die Verkehrssprache dafür: Claude Code, Claude Desktop,
Cursor, IntelliJ-Agenten und die Anthropic-API selbst (MCP-Connector)
sprechen es. Ein Server, der Werkbaum darüber anbietet, macht Punkt 1 und 2
auf einen Schlag richtig — und zwar für **alle** diese Hosts, nicht nur für
einen.
## 3. Ziele und Nicht-Ziele
**Ziele**
- Ein Agent kann einen Plan **lesen** (Datei oder Server-Dokument) und den
Notationsleitfaden dazu bekommen.
- Ein Agent kann den Plan **befragen**, ohne die SPEC nachzuimplementieren:
Baum mit allem, was das Diagramm weiß; Warnungen; günstigster Pfad samt
Stationen und Personen-Last.
- Ein Agent kann den Plan **ändern**, ohne fremde Arbeit zu überschreiben,
und jede Änderung ist im Editor als Agenten-Änderung erkennbar.
- Kein zweiter Parser, keine zweite Semantik (D14).
- Kein Geheimnis läuft durch den Server, das er nicht braucht.
**Nicht-Ziele (Abgrenzung — wird nicht gebaut, siehe §9)**
- **Kein LLM im Server.** Der Server ruft kein Modell auf und kennt keinen
API-Schlüssel. Das Modell sitzt im Host; `#ai.key` bleibt ein eigener
Knoten.
- **Keine neue Notation.** Nichts an SPEC oder `llms.md` ändert sich.
- **Kein Backend-Umbau.** Die vorhandene REST-API genügt (§7.3).
- **Kein Taiga über MCP** in der ersten Fassung (§9).
- **Keine Rechteverwaltung** — der Server erbt das Zugriffsmodell des
Backends (unerratbare UUID, D76) und erfindet keines dazu.
- **Kein Ersatz für `#ai.dialog`** und kein Chat im Editor.
## 4. Begriffe (soweit hier nötig)
MCP trennt **Hosts** (die Anwendung mit dem Modell: Claude Code, Desktop,
IDE) von **Servern** (Prozesse, die Fähigkeiten anbieten). Ein Server
bietet drei Dinge an:
- **Resources** — lesbare Inhalte mit URI, vom Host in den Kontext geholt
(„zeig mir den Plan“).
- **Tools** — aufrufbare Funktionen mit JSON-Schema, die das Modell selbst
wählt („prüfe den Plan“, „setze den Status“).
- **Prompts** — vorgefertigte Anweisungen, die der Nutzer auswählt
(„zerlege diesen Knoten“).
Transporte: **stdio** (der Host startet den Server als Kindprozess — der
Normalfall für lokale Werkzeuge) und **Streamable HTTP** (ein
Netzwerk-Endpunkt; hat 2025 das ältere SSE-Verfahren abgelöst). Die
Protokollrevision wird vom SDK getragen; dieses RFC legt keine fest.
## 5. Vorschlag
### 5.1 Architektur
```
Host (Claude Code, IDE, Desktop) Werkbaum
┌──────────────┐ stdio / JSON-RPC ┌──────────────────────────────┐
│ Modell │◄────────────────────►│ mcp/server.js │
│ + Werkzeuge │ │ ├─ resources (Text, Guide) │
└──────────────┘ │ ├─ tools (inspect, │
│ │ write) │
│ └─ stores │
│ ├─ file (fs) │
│ └─ live (REST, D76) │
│ importiert unverändert: │
│ frontend/src/parser.js │
│ frontend/src/model.js │
│ frontend/src/live.js │
└──────────────┬───────────────┘
│ HTTP
┌──────────────▼───────────────┐
│ Backend /api/v1/documents/… │
└──────────────────────────────┘
```
Ein Paket `mcp/` neben `frontend/` und `backend/`, eigenes `package.json`,
ES-Module. Es hat **keine** Kopie von Werkbaum-Logik; alles Entscheidbare
kommt aus `frontend/src`. Was das Paket selbst beisteuert, ist Verdrahtung:
MCP-Rahmen, zwei Ablagen, JSON-Serialisierung des Baums und die
Leitplanken.
### 5.2 Ablagen
Ein Plan wird über eine **Quelle** adressiert — dieselben drei, die ein
Mensch hat, minus `?sourceUrl=` (nur lesend, kommt bei Bedarf dazu):
| Quelle | Adressform | Lesen | Schreiben |
|---|---|---|---|
| Datei | absoluter Pfad oder relativ zum Arbeitsverzeichnis | `fs` | atomar (Temp-Datei + `rename`); **nur, wenn die Datei seit dem Lesen unverändert ist** (Prüfsumme) |
| Server-Dokument | `https://…/api/v1/documents/<uuid>` oder der geteilte `?live=`-Link (ausgepackt wie bei `pull-doc`, D88) | `GET` | `PATCH /content` mit Zeilen-Diff, `baseVersion`, `checksum` (D76) |
| Leitfaden | `werkbaum://guide` | `frontend/public/llms.md` | — |
Der Dateizugriff ist auf **erlaubte Wurzeln** begrenzt (Startparameter
`--root`, Voreinstellung: das Arbeitsverzeichnis des Hosts). Ein Agent, der
einen Pfad außerhalb nennt, bekommt einen Fehler — nicht, weil ihm misstraut
wird, sondern weil der Plan-Text Fremddaten ist (§8).
### 5.3 Resources
| URI | Inhalt | MIME |
|---|---|---|
| `werkbaum://guide` | `llms.md` — der Notationsleitfaden (D43) | `text/markdown` |
| `werkbaum://file/<pfad>` | Notationstext der Datei | `text/plain` |
| `werkbaum://doc/<url-encoded dokument-url>` | Notationstext des Server-Dokuments, mit `version` als Metadatum | `text/plain` |
Resources sind bewusst **nur der Text**: Er ist das führende Format (D14),
und ein Agent, der ihn im Kontext hat, kann mit `llms.md` schon alles
lesen. Die Semantik kommt aus den Tools.
### 5.4 Tools
Wenige Verben, sprechend benannt, alle mit `source` als erstem Parameter
(Pfad oder URL):
| Tool | Eingabe | Ausgabe | Nutzt |
|---|---|---|---|
| `werkbaum_read` | `source` | Text, `version`/Prüfsumme, Zeilenzahl | Ablage |
| `werkbaum_inspect` | `source`, optional `id` (Teilbaum), `include: [tree, warnings, path]` | JSON: Baum je Knoten mit `id`, `label`, `line`, `gate`, `optional`, `status`, `effectiveStatus`, `size`, `assumedSize`, `tags`, `deps`, `desc`, `taigaSlug`, `ticketRef`; Warnungen als `{type, line, …}` **plus** englischer Klartext; Pfad als Liste der nötigen Knoten, Stationen in Dokumentreihenfolge, `assigneeLoads`, `overloadedAssignee`, `exact` (D42) | `parse`, `effectiveStatus`, `computeCheapPlan`, `assigneeLoads`, `taigaSlugs`, `warningText` |
| `werkbaum_set_status` | `source`, `id`, `status` (Code der §4-Tabelle), `base` | neuer Stand (Version, Prüfsumme), Warnungs-Delta | `setStatusBox` (parser.js), Ablage |
| `werkbaum_apply_ops` | `source`, `base`, `ops[]` (`insert`/`replace`/`delete` mit `index`, `count`, `lines`**dasselbe Schema wie `LineOperation` der API**) | wie oben | `applyOps` (live.js), Ablage |
| `werkbaum_write` | `source`, `base`, `text` (Volltext) | wie oben | `computeOps` (live.js) → Diff → Ablage |
| `werkbaum_add_node` | `source`, `base`, `parent` (ID), `line` (die Knotenzeile ohne Einrückung, z. B. `- [ ] #auth.token: Token prüfen (S)`), optional `after` (ID eines Geschwisters) | wie oben | `addNodeLine` (edit.js) |
| `werkbaum_move_node` | `source`, `base`, `id`, `parent` (neue Eltern-ID), optional `after` | wie oben; der Teilbaum samt Beschreibungs- und Fortsetzungszeilen wandert mit, Einrückung wird angepasst | `moveSubtree` (edit.js) |
| `werkbaum_set_size` | `source`, `base`, `id`, `size` (`XS``XXL` oder `null` zum Entfernen) | wie oben | `setSizeToken` (edit.js) |
| `werkbaum_remove_node` | `source`, `base`, `id`, `discard: true\|false` | wie oben — `discard` setzt `[-]` (die Notation für „bewusst nicht“, §4), `false` löscht den Teilbaum samt seinen Blöcken | `setStatusBox` bzw. `removeSubtree` (edit.js) |
Die **Knoten-Verben** (Nutzer-Entscheidung, §11) sind Bequemlichkeit für
das Modell: `apply_ops` könnte jedes davon ausdrücken, aber ein Agent, der
Zeilenindizes ausrechnen muss, verrechnet sich — ein Verb mit ID ist die
robustere Schnittstelle. Damit dabei **keine zweite Stelle mit
Zeilenformat-Wissen** entsteht, liegen die Text→Text-Regeln als
`frontend/src/edit.js` neben `setStatusBox`/`setFoldMark` (parser.js) und
`appendToken` (taiga.js) — headless, getestet, und später auch für
`#ai.dialog` da (§7.1). Das MCP-Paket verdrahtet sie nur.
**`base` ist Pflicht bei jedem Schreiben** — `{version, checksum}` vom
letzten Lesen. Ohne `base` wird nicht geschrieben. Das ist die
Idempotenz- und Konfliktregel aus D76, unverändert übernommen.
**Warnungen tragen Typ und Text.** Der Typ (`sizeConflict`, `unknownDep`,
…) ist für den Agenten das Verlässliche; der englische Text kommt dazu,
weil das Modell ihn ohne Nachschlagen versteht. Die Texte sind die
**Editor-Texte** (`warningText`, D33-Nachtrag) in Englisch — nicht
nacherzählt (§7.1).
### 5.5 Schreib-Leitplanken
Auf jedem der drei Schreib-Tools, vor dem Schreiben:
1. **Keine beschädigte Notation.** Der Ergebnis-Text wird geparst; trägt
er **Struktur-Warnungen**, die der Ausgangstext nicht hatte —
`mixedGate`, `unknownStatus`, `descStray`, `duplicateId` —, wird
**nicht geschrieben**, und die Antwort nennt sie. Das sind die
Warnungen, bei denen der Text als Notation kaputt ist: eine Zeile, die
der Parser anders liest, als sie gemeint war. Schalter
`allowWarnings: true` je Aufruf erlaubt es ausdrücklich. **Inhaltliche
Widersprüche** — `sizeConflict`, `assigneeOverload`, `xorConflict`,
`unknownDep`, `unknownDesc` — werden **geschrieben und gemeldet**: Ein
Agent arbeitet in Zwischenschritten (das Ziel einer Abhängigkeit
entsteht oft erst im nächsten Zug), und im Diagramm sieht ein Mensch sie
als bernsteinfarbene Marke, genau wie bei einer eigenen Änderung
(Nutzer-Entscheidung, §11; die strengere Fassung „jede neue Warnung
blockiert“ war der Vorschlag). Verschwindende Warnungen sind immer
erlaubt, und jede Antwort trägt das vollständige Warnungs-Delta.
2. **Kein `[^]` von einem Agenten.** `in Produktion` ist die Aussage eines
Deploys (D30), nicht die eines Modells. `set_status` lehnt `prod` ab,
`apply_ops`/`write` lehnen ein Ergebnis ab, in dem ein Knoten neu `[^]`
trägt. Schalter `allowProd: true` je Aufruf — mit derselben Begründung:
ausdrücklich, nie still.
3. **Konflikt ist ein Fehler, keine Entscheidung.** Bei `409` (Server) oder
geänderter Datei kommt der **aktuelle** Text mit zurück; der Agent — und
im Zweifel der Mensch hinter ihm — entscheidet. Der Server rebased nichts
selbst über das hinaus, was das Backend ohnehin tut (D76: nicht
überlappende Ops verschiebt der Server; das bleibt).
Alle drei sind reine Verdrahtung um vorhandene Regeln; der Parser selbst
bleibt fehlertolerant, wie SPEC §4 es verlangt.
### 5.6 Identität und Sichtbarkeit
Jeder Schreibvorgang an ein Server-Dokument geht mit `clientId`
`mcp-<zufall>` (je Serverprozess, sessionStorage-Äquivalent: je Prozess
eine laufende `seq`, D76-Nachtrag 7) und einem `displayName`, der den
**Host nennt**: den Namen, den der Host im MCP-Handshake mitschickt
(`clientInfo.name`, etwa „Claude Code“), mit Rückfall **„Agent“**, wenn er
keinen nennt; `--name` übersteuert beides (Nutzer-Entscheidung, §11). In
jedem offenen Editor steht damit in der Historie „geändert von: Claude
Code“ (D86) — der Mensch sieht, welches Werkzeug es war, und kann es über
die Meilensteine zurückholen. Der Name bleibt eine Behauptung, kein
Nachweis — dieselbe Einordnung wie beim Anzeigenamen eines Menschen (D86).
### 5.7 Geteiltes Dokument **und** Git — beides zugleich
Die Frage, an der die Ablage-Wahl hängt: Ein Agent soll auf dem
**geteilten** Dokument arbeiten (dort sitzen die Menschen, dort greift das
Konfliktprotokoll), und derselbe Plan soll **unter Git-Kontrolle** stehen
(Diff, Blame, Review, ein Netz außerhalb des Servers — D89). Das sind zwei
Wahrheiten für einen Text, und die Antwort ist nicht „eine davon“, sondern
eine **Richtung**: Der Server ist die Quelle, Git ist das Archiv.
**Der Weg dafür existiert schon:** `tools/pull-doc --git-commit` (D88,
`#col.git.pull`) holt ein Server-Dokument in ein Worktree und committet es
datiert, nur bei Änderung, mit Titel und Server-Version in der Nachricht.
Aus dem Cron heraus archiviert sich ein Plan damit selbst. Der MCP-Server
setzt genau darauf auf:
- **Spiegel-Datei (`--mirror <datei>`):** Ist für ein Dokument eine
Spiegel-Datei konfiguriert, ruft der Server nach **jedem erfolgreichen
Agenten-Schreibvorgang** `pull-doc --git-commit` dafür auf. Die
Commit-Nachricht nennt zusätzlich den Urheber („via Agent: Claude Code“)
— die Git-Historie kann Agenten-Änderungen dann so auseinanderhalten, wie
es die Server-Historie über `displayName` tut (D86). Menschliche
Änderungen dazwischen fängt weiterhin der Cron; wer keinen hat, bekommt
sie spätestens mit dem nächsten Agenten-Zug ins Git, denn `pull-doc`
committet den **ganzen** Serverstand, nicht nur die Agenten-Zeilen.
- **Die Spiegel-Datei ist für den Agenten lesbar, aber nicht der
Schreibweg.** Ein Agent in Claude Code sieht die Datei im Repo und könnte
sie direkt editieren — beim nächsten `pull-doc` wäre das überschrieben.
Deshalb: `werkbaum_write`/`apply_ops`/`set_status` auf eine Datei, die
als Spiegel eines Dokuments konfiguriert ist, werden **umgeleitet** an
das Dokument (der Server kennt die Zuordnung) und die Antwort sagt es.
Ein Agent, der die Datei mit seinen eigenen Werkzeugen (Editor, `sed`)
anfasst, ist außerhalb des MCP-Servers — dagegen hilft nur die
D88-Regel, die schon da ist: Eine schmutzige Spiegel-Datei wird beim
nächsten Commit **trotzdem** vom Serverstand überschrieben, und der
Commit macht die Abweichung im Diff sichtbar statt sie zu verstecken.
- **Nicht gebaut wird die Umkehrung** — Git als Quelle und der Server als
Spiegel (`#col.git.pr` für Pläne, die sich wöchentlich ändern, oder
`#col.git.auto`, bei dem das Backend selbst committet). Beides sind
eigene Knoten mit eigenen Fragen (Konfliktmarker mitten in der Notation,
ROADMAP „Gemeinsam an einem Diagramm arbeiten“); der MCP-Server soll sie
weder vorwegnehmen noch ausschließen. Kommt `#col.git.auto`, wird
`--mirror` schlicht überflüssig — die Schnittstelle des Servers ändert
sich dadurch nicht.
Im Plan steht das als `#ai.mcp.mirror` mit Abhängigkeit auf
`#col.git.pull`.
**Wer steht im Commit?** Ein Spiegel-Commit enthält den **ganzen**
Serverstand — die Zeilen des Agenten und alles, was Menschen seit dem
letzten Commit geändert haben. „Der Agent hat diesen Commit gemacht“ ist
also nur die halbe Wahrheit, und die Form der Urheber-Angabe entscheidet,
ob `git blame` später lügt. Vier Formen, mit dem, was sie aussagen:
| Form | Aussage | Preis |
|---|---|---|
| **a) `git commit --author="Claude Code <…>"`** | Der Agent ist Git-**Autor** des Commits — `blame` schreibt ihm **jede** Zeile darin zu, auch die, die Anna getippt hat | Falsche Blame-Auskunft; und Git verlangt eine E-Mail-Adresse, die es nicht gibt |
| **b) `Co-Authored-By:`-Trailer** | Die Konvention, die das Repo für Claude-Commits schon nutzt: „hat beigetragen“, ohne Autor zu sein; GitHub zeigt Co-Autoren an | Braucht ebenfalls `Name <email>`; für Menschen aus der Server-Historie gibt es nur den Anzeigenamen |
| **c) Freitext im Betreff** (`… (Version 8, via Claude Code)`) | Lesbar im `git log --oneline`, nennt den Auslöser | Nicht maschinenlesbar; nennt nur den Auslöser, nicht die Beteiligten |
| **d) Historie im Rumpf + eigene Trailer** | Der Rumpf listet aus `GET /history`, **wer welche Version** seit dem letzten Spiegel-Commit geändert hat („v7 Anna · v8 Claude Code“); je Beteiligtem ein Trailer `Werkbaum-Changed-By: <Anzeigename>`, dazu `Werkbaum-Version: 8` | Ein zweiter `GET` je Commit; eigene Trailer statt der GitHub-Konvention |
**Vorschlag: d, mit c im Betreff.** Es ist die einzige Form, die die
Wahrheit des Commits trägt: Git-Autor bleibt, wer den Prozess betreibt
(das ist buchstäblich richtig — er hat committet), die Beteiligten stehen
mit Namen im Rumpf, maschinenlesbar per `git interpret-trailers`, und der
`Werkbaum-Version:`-Trailer gibt `pull-doc` beim nächsten Lauf die
Untergrenze für „seit dem letzten Commit“ — ohne ihn müsste der Betreff
geparst werden. Damit wird der **Cron-Commit** (D88) im selben Zug
ehrlicher: Auch dort stehen dann die Menschen, die seither geändert haben.
Der Schalter dafür (`--with-history`) kommt ins Skript, nicht in den
Aufrufer (D77-Nachtrag); der MCP-Server setzt ihn immer. Die Anzeigenamen
bleiben, was sie in der Server-Historie sind: Behauptungen, keine
Nachweise (D86) — im Commit steht deshalb „Changed-By“, nicht „Author“.
Verworfen: **a** (Blame lügt) und **b** allein (erfundene E-Mail-Adressen,
und ein Trailer ohne Versionsbezug sagt nicht, *was* der Beitrag war).
Entscheidung: §11.
### 5.8 Prompts (optional, Phase 6)
Zwei vorgefertigte Anweisungen, die ein Host dem Nutzer anbietet:
- `werkbaum/review` — „Prüfe diesen Plan: Warnungen, Größen, fehlende
Zerlegung ab M, unklare Zuständigkeiten“ (nutzt `inspect`, schreibt
nichts).
- `werkbaum/decompose` — „Zerlege Knoten `#id` in Teilpakete mit Größen“
(endet in `apply_ops`, mit den Leitplanken).
Beides sind Texte, keine Logik; sie leben im Paket und nicht in `llms.md`
(das bleibt Notation, D43).
### 5.9 Konfiguration und Start
```
node mcp/server.js [--root <dir>]… [--server <backend-basis>] [--name <anzeige>]
[--mirror <dokument-url>=<datei>]…
```
- `--root`: erlaubte Dateiwurzeln (mehrfach). Ohne Angabe: `cwd`.
- `--server`: Voreinstellung für relative Dokument-Angaben (`<uuid>` statt
voller URL). Ohne Angabe muss die URL vollständig sein.
- `--name`: `displayName` für Server-Schreibvorgänge.
- `--mirror`: Spiegel-Datei je Dokument (§5.7); die Datei muss in einem
git-Worktree unter einer erlaubten Wurzel liegen — `pull-doc` prüft das
ohnehin.
- `--http [<port>]`: statt stdio ein Streamable-HTTP-Endpunkt (§5.10);
schließt `--root` und `--mirror` aus.
### 5.10 Streamable HTTP — der entfernte Transport
Für lokale Hosts genügt stdio: Der Host startet den Server als
Kindprozess, der Prozess hat die Rechte des Nutzers, die Dateiwurzeln sind
seine. Ein **gehosteter** Agent (Anthropic-API-MCP-Connector, Claude
Desktop mit entferntem Server, ein Managed Agent) kann keinen Kindprozess
starten; er braucht eine URL. Das ist `#ai.mcp.http`, und drei Fragen
hängen daran — Ort, Zugang, Umfang. Sie sind Architektur und werden jetzt
entschieden, gebaut wird die Phase erst, wenn ein solcher Host wirklich
ansteht.
**Ort — wo läuft der HTTP-Server?** Vorweg, weil die Frage kam: MCP
verlangt **kein** Node. Das Protokoll ist JSON-RPC über stdio oder HTTP,
und es gibt offizielle SDKs für TypeScript, Python, **Kotlin und Java**
sowie einen Spring-AI-Starter für MCP-Server. Das Backend *kann* also einen
MCP-Server anbieten. Was Node im ersten Entwurf erzwang, war nicht das
Protokoll, sondern der **Parser**: Jedes nützliche Tool braucht
`parser.js`/`model.js`, und D14 verbietet eine zweite Grammatik. Daraus
folgen drei echte Optionen:
| Option | Aussage | Preis |
|---|---|---|
| **a) Dasselbe Node-Paket als eigener Dienst** auf dem Server-Host: systemd-User-Unit wie das Backend (D77), lauscht auf `127.0.0.1`, Apache reicht `/mcp/` per `RewriteRule … [P]` durch — dieselbe Zeile wie für `/api/` | Ein Paket, zwei Transporte; die Infrastruktur aus D77 wird wiederverwendet; das Paket läuft **neben** dem Backend und spricht es über `127.0.0.1` an | Node auf dem Server (bisher nur JDK, D77 — per nvm ins Home, dasselbe Muster wie das JDK); ein zweiter Dienst zu betreiben (`remote mcp …` als Ziel); das Bearer-Token prüft der Node-Dienst selbst |
| b1) Im Kotlin-Backend, mit eigenem Parser | ein Dienst | **D14 — verworfen** (`#ai.mcp.kotlin`) |
| **b2) Im Kotlin-Backend, das die JS-Module selbst ausführt** — GraalJS (`org.graalvm.polyglot`) lädt `frontend/src/*.js` als ES-Module in der JVM; Kotlin ist nur Transport (offizielles Kotlin-SDK oder Spring-AI-Starter) und Zugang (Spring Security, das es schon gibt) | **Ein** Deployment, kein Node auf dem Server, kein zweiter Dienst; das Bearer-Token ist ein Spring-Security-Filter neben dem Master-Passwort; die Werkbaum-Logik bleibt **einmal** vorhanden — dieselbe Technik, die der Plan für das IDE-Plugin vorsieht (`#idea.drift.js`: „den einen JS-Parser im IDE laufen lassen“) | Zwei neue Backend-Abhängigkeiten (MCP-SDK, GraalJS); Speicher auf dem knappen Host (D76-Nachtrag 3 — GraalJS im Interpreter-Modus auf Stock-OpenJDK kostet nach Erfahrungswerten einige zehn MB, **zu messen**); ein Spike, der beweist, dass die ESM-Module dort laufen (`crypto.subtle` in `live.js` gibt es in GraalJS nicht — die Prüfsumme muss dort aus Kotlin kommen); und die Tool-Schicht muss so geschnitten sein, dass **dieselbe** JS-Datei in Node (stdio) und in GraalJS (HTTP) läuft |
| c) Gar nicht; entfernte Hosts nutzen eine stdio-Brücke (`mcp-remote` o. Ä.) | nichts zu bauen | Löst das Problem nicht: Die Brücke braucht selbst einen Prozess beim Nutzer, und ein Managed Agent hat keinen |
Für die **lokalen** Agenten (Claude Code mit Dateien und Git-Spiegel)
bleibt stdio in jedem Fall Node — b2 ersetzt nicht das Paket, sondern nur
den entfernten Transport. Damit die beiden Hosts nicht auseinanderlaufen,
wird die Tool-Schicht (`inspect`, `guard`, `verbs`) als reine ESM-Datei
ohne Node-APIs geschnitten und von beiden Seiten aufgerufen; Ablagen und
Transport sind je Host eigen. Das ist bei b2 Pflicht, bei a nur Ordnung —
und es kostet nichts, es von Anfang an so zu tun.
**Vorschlag: b2, unter Vorbehalt eines Spikes; a als Rückfall.** b2 ist
die bessere Architektur — ein Dienst, die vorhandene Zugangsschicht, kein
zweites Laufzeitsystem auf dem Server —, hängt aber an zwei Messungen, die
vor Phase 6 stehen: Laufen die Module in GraalJS (ESM-Laden, kein
`crypto.subtle`, kein `TextEncoder`-Unterschied), und was kostet es an
Speicher auf der Zielumgebung. Fällt eine der beiden durch, ist a ohne
Umbau der Tool-Schicht möglich. Unabhängig von der Wahl gilt: Streamable
HTTP läuft im **zustandslosen** Modus (keine Sitzungs-Ids, die einen
Neustart nicht überleben), und ob der Apache der Zielumgebung den
SSE-Strom langer Werkzeugaufrufe **ungepuffert** durchreicht, ist zu
messen (die D17-Nachtrag-4-Lehre) — Long Polling ist gemessen
(D76-Nachtrag 2), ein Strom nicht.
**Zugang — wer darf?** Die MCP-Spezifikation sieht für HTTP-Transporte
OAuth 2.1 vor (der Server als Resource Server, Discovery über
Protected-Resource-Metadaten). Werkbaum hat aber weder Nutzerkonten noch
einen Identity Provider; der Zugriff auf Dokumente ist die **unerratbare
UUID** (D76), und die REST-API steht damit heute schon jedem offen, der
eine kennt.
| Option | Aussage | Preis |
|---|---|---|
| a) **Kein Zugang nötig** — der Server tut über HTTP nichts, was die REST-API nicht auch tut (Dokument per UUID lesen/schreiben, `llms.md` ist öffentlich) | konsequent zum UUID-Modell; nichts zu verwalten | Ein offener Rechen-Endpunkt (`inspect` parst beliebig große Texte) lädt zum Missbrauch ein; und sobald `#col.live.owner` existiert, braucht der Server einen Weg, das Owner-Passwort **je Aufrufer** zu bekommen — ohne Zugangsschicht gibt es den nicht |
| **b) Statisches Bearer-Token** je Installation (`WERKBAUM_MCP_TOKEN` in der Umgebung, wie das Master-Passwort D77); Hosts geben es als Header mit (Claude Code: `--header "Authorization: Bearer …"`, der API-MCP-Connector: `authorization_token`) | Eine Zeile Konfiguration, keine Konten; hält den Rechen-Endpunkt zu; das Token reist über HTTPS (Apache), nie im Transkript — es steht in der Host-Konfiguration | Ein Token für alle Aufrufer: keine Unterscheidung, wer schreibt (den Namen liefert weiterhin der Handshake — eine Behauptung); Rotation von Hand |
| c) OAuth 2.1 von Anfang an | spezifikationsgemäß; Hosts wie Claude.ai-Connectoren erwarten es | Braucht einen Authorization Server, den es nicht gibt — entweder selbst bauen (weit über den Anlass hinaus) oder an einen IdP hängen; die Taiga-Instanz wechselt auf OIDC (D91-Nachtrag 1), das wäre der naheliegende, aber fremde Anker |
**Vorschlag: b jetzt, c dann, wenn es einen IdP gibt.** Das Bearer-Token
ist die Zugangsschicht, die `#col.live.owner` ohnehin braucht: Das
Owner-Passwort eines Dokuments kommt später **nicht** als Tool-Parameter
(Transkript), sondern über dieselbe Umgebung des Dienstes — je Dokument
eine Zuordnung, die der Betreiber pflegt. OAuth 2.1 wird nicht
ausgeschlossen, nur nicht vor dem IdP gebaut; die Schnittstelle der Tools
ändert sich dadurch nicht.
**Umfang — was bietet der entfernte Server an?** Weniger als der lokale:
**keine Datei-Ablage** (`--root` entfällt — der Dienst hat kein
Nutzer-Dateisystem, und ein Pfad-Parameter über HTTP wäre die Einladung,
die §8 verbietet) und **keinen Git-Spiegel** (`--mirror` entfällt — der
Cron-`pull-doc` auf dem Server-Host übernimmt das Archiv für alle, ob der
Schreibende lokal oder entfernt war). Übrig bleiben Guide, Dokumente und
alle Tools auf Dokumenten. Damit ist die entfernte Fassung eine **echte
Teilmenge** der lokalen, und ein Agent, der beides kennt, merkt keinen
Unterschied in den Verben.
Entscheidung: §11.
Für Claude Code:
```bash
claude mcp add werkbaum -- node /pfad/zu/werkbaum/mcp/server.js --root .
```
Im Repository selbst liegt eine `.mcp.json`, damit Claude Code hier den
Server von selbst hat — der Plan `docs/examples/werkbaum.werkbaum` ist damit
das erste Dokument, an dem der Server benutzt wird (Dogfooding, dieselbe
Logik wie D27).
## 6. Alternativen
### A — Server im Kotlin-Backend (Spring AI MCP)
*Pro:* ein Deployment, Streamable HTTP frei Haus, sitzt direkt an den
Dokumenten.
*Contra:* Jedes nützliche Tool braucht den Parser. Entweder entsteht ein
Kotlin-Parser — **genau die zweite Grammatik, die D14 verbietet** — oder
der Server bietet nur Dokument-CRUD an, und das kann ein Agent per REST
schon heute. Dazu die erste Spring-AI-Abhängigkeit im Backend.
**Verworfen** (`#ai.mcp.kotlin` als `[-]` im Plan).
### B — Node-Paket, das die Frontend-Module importiert (Vorschlag)
*Pro:* ein Parser, eine Semantik; die Module sind headless und getestet
(D54-Nachtrag 3 ist die Hausregel dafür); stdio ist der Transport, den alle
lokalen Hosts können; kein Backend-Umbau.
*Contra:* ein zweites Node-Paket im Repo; die Dependency-Frage (§7.4);
Remote-Zugriff erst mit Phase 6.
**Gewählt.**
### C — Nichts bauen: Agenten lesen `llms.md` und editieren Dateien
*Pro:* funktioniert heute mit Claude Code.
*Contra:* keine Semantik (der Agent rät Warnungen, Pfad, effektiven
Status), keine Server-Dokumente außer per `curl`, Schreiben an geteilte
Dokumente ohne Konfliktschutz. Das ist der Ausgangszustand aus §2.
**Bleibt als Rückfall bestehen** — der Server ersetzt `llms.md` nicht.
### D — OpenAPI der REST-API den Agenten geben
*Pro:* null neuer Code, die Spec existiert.
*Contra:* dieselbe Semantik-Lücke wie C, und die API spricht Volltext-`PUT`
oder Zeilen-Ops mit Prüfsumme — ein Modell, das die Prüfsumme selbst
rechnen soll, ist eine Fehlerquelle mit Ansage.
**Verworfen.**
### E — `#ai.dialog` zuerst (Modell im Editor)
*Pro:* der Nutzer bleibt im Werkzeug.
*Contra:* andere Frage (welches Modell, wessen Schlüssel, welche UI); bringt
den Plan nicht zu den Agenten, die Menschen heute schon benutzen.
**Nicht konkurrierend** — B liefert die Module, die E später auch braucht
(JSON-Baum, Leitplanken).
## 7. Impact auf den bestehenden Code
Grundsatz: **Das Frontend wird gelesen, nicht umgebaut.** Wo doch etwas zu
ändern ist, ist es eine Verschiebung ohne Verhaltensänderung.
### 7.1 `frontend/src/` — Änderungen
| Datei | Was | Warum |
|---|---|---|
| `app.js` → neu `i18n.js` | Das `I18N`-Objekt (ab `app.js:3287`) in ein headless-Modul verschieben; `app.js` importiert es. | Der Server braucht `warningText(w, t)` mit **englischem** `t`. Die Texte leben heute im UI-Modul, das DOM voraussetzt. Eine Kopie im MCP-Paket wäre die Drift, vor der D33-Nachtrag warnt. Reine Verschiebung; der Vite-Bundle bleibt gleich. |
| `warnings.js` | unverändert | importiert nur `esc` aus `render.js`; `render.js` ist headless bis zum Aufruf. |
| `parser.js` | unverändert | `parse`, `setStatusBox`, `STATUS_BY_CODE`, `SIZE_RANK` sind exportiert. |
| `model.js` | unverändert | `effectiveStatus`, `computeCheapPlan`, `assigneeLoads`, `overloadedAssignee`, `taigaSlugs`, `assumedSize` sind exportiert. |
| `live.js` | `checksum()` läuft in Node unverändert (`globalThis.crypto.subtle` gibt es ab Node 20). Prüfen, sonst Rückfall auf `node:crypto` **im MCP-Paket**, nicht in `live.js`. | Die Prüfsumme ist Pflichtfeld des Patches (D76). |
| `taiga.js` | `ticketRefOf`, `collectTicketRefs` nur lesend für `inspect` (`ticketRef`, `taigaSlug` je Knoten); `appendToken` für `set_size` | kein Taiga-Zugriff, nur die Auskunft, was im Text steht. |
| **neu** `edit.js` | Text→Text-Regeln der Knoten-Verben: `addNodeLine(text, parentId, line, afterId)`, `moveSubtree(text, id, parentId, afterId)`, `setSizeToken(text, id, size)`, `removeSubtree(text, id)`. Zeilenweise, zeichengenau, mit Tests wie `setFoldMark`/`expandShortIds`. Kennt Einrückung (§2), Fortsetzungs- und Beschreibungszeilen (§1: die wandern mit ihrem Knoten) und lässt Kommentare stehen. | Die eine Stelle für „Zeile eines Knotens umbauen“; `app.js` benutzt sie zunächst nicht, `#ai.dialog` später schon. Bewusst **nicht** in `parser.js`: Der wird sonst zum Sammelbecken. |
Was **nicht** ins Frontend zurückfließt: die JSON-Serialisierung des Baums
(`mcp/inspect.js`) — sie ist eine Sicht für Agenten, keine Editor-Logik
(Nutzer-Entscheidung, §11). Sollte `#ai.dialog` sie später brauchen,
wandert sie dann.
### 7.2 Neues Paket `mcp/`
```
mcp/
package.json name: werkbaum-mcp, type: module, bin: server.js
server.js MCP-Rahmen: Resources, Tools, Prompts registrieren; stdio
stores/file.js lesen, Prüfsumme, atomar schreiben, Wurzel-Prüfung
stores/live.js GET / PATCH gegen /api/v1/documents (D76), clientId/seq
core/inspect.js Baum → JSON, Warnungen → {type, line, text}, Pfad → Stationen
core/guard.js Leitplanken (§5.5): Struktur-Warnungen, [^]-Sperre
core/verbs.js Knoten-Verben → Aufrufe von frontend/src/edit.js (Text → Text)
tests/*.test.js Vitest gegen einen In-Memory-Transport des SDK; Fixtures = SPEC §10 und der mitgelieferte Plan
```
`core/` ist die **gemeinsame Tool-Schicht**: reine ES-Module ohne
Node-APIs (kein `fs`, kein `process`, keine `crypto`), Text hinein, JSON
oder Text heraus. Genau diese Dateien führt in Phase 6 auch das Backend in
GraalJS aus (§5.10, b2) — Ablagen und Transport sind je Host eigen, die
Regeln nicht. Die Regeln sind damit headless testbar — die Hausregel aus
D54-Nachtrag 3 gilt auch hier; `server.js` verdrahtet nur.
### 7.3 Backend
**Keine Änderung nötig.** Genutzt werden `GET /documents/{id}`,
`PATCH /documents/{id}/content` und `GET /info` — alle vorhanden. Zwei
Dinge sind zu **prüfen**, nicht zu bauen:
- Der Server sendet `displayName` — steht in der Historie (D86), gemessen
gegen ein lokales Backend.
- `clientId`-Präfix `mcp-`: Das Backend behandelt es wie jeden Client; ein
späterer Filter („nur menschliche Änderungen zeigen“) wäre ein eigener
Wunsch.
**Falls §5.10 auf b2 fällt** (HTTP-Transport im Backend), kommt in
Phase 6 dazu — und erst dann: ein Paket `de.werkbaum.integration.mcp` mit
dem MCP-Endpunkt unter `/api/v1/mcp` (Kotlin-SDK oder Spring-AI-Starter),
ein GraalJS-Kontext, der `frontend/src/*.js` und die gemeinsame
Tool-Schicht lädt (die Dateien wandern beim Bauen ins Jar als Ressourcen —
dieselbe Quelle, keine Kopie), die Prüfsumme aus `java.security`
statt `crypto.subtle`, ein Bearer-Token-Filter in `SecurityConfiguration`
neben dem Master-Passwort, `taiga`/`mcp` in `GET /info`, und
`build.gradle.kts` mit den zwei Abhängigkeiten (Rückfragepflicht,
CLAUDE.md — mit §11 gestellt). Der Speicher-Nachweis gehört in den
DECISIONS-Nachtrag, gemessen wie in D77.
Perspektivisch berührt: `#col.live.owner`. Sobald Verwaltungs-Aktionen an
ein Owner-Passwort gebunden sind, braucht der MCP-Server einen Weg, es zu
übergeben — **nie** als Tool-Parameter (Prozessliste, Transkript), sondern
als Umgebungsvariable des Serverprozesses. Das ist heute keine Arbeit, nur
eine Vormerkung.
### 7.4 Abhängigkeit: `@modelcontextprotocol/sdk`
CLAUDE.md: keine neuen Laufzeit-Abhängigkeiten ohne Rückfrage. Das ist eine.
- **Für:** Das offizielle SDK trägt Protokollrevision, Capability-Handshake,
Schema-Validierung und beide Transporte; eine Handschrift des JSON-RPC
wäre ~200 Zeilen, die bei jeder Revision nachgezogen werden müssten.
- **Dagegen:** Es ist die erste Laufzeit-Abhängigkeit im Repo überhaupt.
- **Einordnung:** Sie liegt im **MCP-Paket**, nicht im Frontend — der
gebündelte Editor bleibt abhängigkeitsfrei (D11/D19/D20). Dieselbe
Grenze, die D76 für Spring Security gezogen hat: die Abhängigkeit dort,
wo sie den Kern nicht berührt.
**Entschieden (Nutzer, §11): SDK** — als bewusste Ausnahme in D93
festgehalten. Version wird beim Bauen gepinnt (`package-lock.json`
eingecheckt, wie im Frontend).
### 7.5 Übriges
| Ort | Änderung |
|---|---|
| `.mcp.json` (Repo-Wurzel) | Server-Eintrag für Claude Code (Dogfooding) |
| `README.md` / `README.de.md` | Abschnitt „Für KI-Agenten: der MCP-Server“ — Installation, die drei Quellen, die Leitplanken |
| `docs/CHANGELOG.md` | je Phase eine Zeile |
| `.github/workflows/*` | `npm --prefix mcp test` neben dem Frontend-Test; kein Deploy (lokales Werkzeug) |
| `tools/pull-doc` | **unverändert im Verhalten**; ein neuer Schalter `--with-history` (§5.7): holt `GET /history`, listet im Rumpf, wer welche Version seit dem letzten Spiegel-Commit geändert hat, und setzt die Trailer `Werkbaum-Changed-By:` und `Werkbaum-Version:` — der Schalter kommt ins Skript, nicht in den Aufrufer (D77-Nachtrag); der MCP-Server setzt ihn immer, der Cron darf |
| `scripts/deploy-*.sh`, `tools/remote` | **unverändert** — nichts davon läuft auf dem Server |
| `frontend/public/llms.md` | **unverändert** (Notation, D43); ein Verweis auf den Server gehört in `llms.txt` (Wegweiser, D43-Nachtrag 2) |
## 8. Sicherheit
- **Plan-Text ist Fremddaten.** Beschreibungen (`---`-Teil) können
Anweisungen enthalten („ignoriere die Leitplanken“). Der Server führt
nichts aus, was im Text steht; Resources sind als Inhalt, nie als
Anweisung deklariert. Der Host trägt die Prompt-Injection-Frage — der
Server macht sie nur nicht schlimmer: keine Shell, kein Netz außer den
zwei konfigurierten Zielen (Dateiwurzeln, Backend).
- **Kein Geheimnis im Transkript.** Master-Passwort (D76-Nachtrag 6) geht
**nie** über MCP — `GET /documents` (die Liste) wird deshalb nicht
angeboten; der Agent bekommt Dokument-URLs vom Menschen. Ein späteres
Owner-Passwort kommt als Umgebungsvariable (§7.3). Taiga-Token ebenso
(§9).
- **Dateizugriff nur unter erlaubten Wurzeln**; Pfade werden aufgelöst
(`realpath`) und gegen die Wurzeln geprüft — Symlinks nach draußen
zählen als draußen.
- **Schreiben nur mit `base`**; kein Volltext-`PUT`. Was der Editor an
Netzen hat (Konflikt-Band, Rettungs-Sicherung, D89), hat der Agent in
Form des zurückgelieferten aktuellen Textes — er verliert nichts, er
muss neu ansetzen.
## 9. Abgrenzung — was ausdrücklich nicht gebaut wird
| Nicht gebaut | Warum | Wo es hingehört |
|---|---|---|
| Modellaufrufe, API-Schlüssel, Provider-Wahl | Der Host hat das Modell; ein Server mit eigenem Schlüssel wäre `#ai.key` unter falschem Namen | `#ai.key`, `#ai.dialog` |
| Taiga-Tools (Ticket anlegen, Status schreiben) | Braucht das Taiga-Token — das lebt im Browser (D91) und dürfte nicht durch ein Transkript; außerdem eine eigene Entscheidung, ob ein Modell Tickets anlegen darf | eigener Nachtrag, wenn gewünscht: über den vorhandenen Proxy, Token aus der Umgebung |
| Dokumentenliste (`GET /documents`) | Master-Passwort | — (der Mensch nennt die URL) |
| Anlegen/Löschen/Umbenennen von Server-Dokumenten | Verwaltung; wartet auf `#col.live.owner` | nach dem Owner-Passwort |
| Falten (`fold`/`unfold`) als Verb | Faltmarken sind Darstellung für Menschen (§9); ein Agent liest den ganzen Text ohnehin | — |
| Änderungsfeed / Long Polling | Ein Agent arbeitet in Zügen, nicht live; `read` vor jedem Schreiben genügt | — |
| Git als **Quelle** (Server folgt dem Repo) | Umkehrung von §5.7; Konfliktmarker mitten in der Notation, eigene Fragen | `#col.git.pr`, `#col.git.auto` |
| `?sourceUrl=`-Quellen | nur lesend; der Agent kann die URL selbst holen | Nachtrag bei Bedarf |
| Streamable HTTP | Phase 6, hängt an der Authentifizierungsfrage | `#ai.mcp.http` |
| Ein Kotlin-Server **mit eigenem Parser** | D14 — das Backend darf den Transport tragen (§5.10, GraalJS), nie eine zweite Grammatik | `#ai.mcp.kotlin` (`[-]`) |
## 10. Umsetzungsreihenfolge
Jede Phase ist für sich abgeschlossen und bekommt ihre CHANGELOG-Zeile;
Plan-Knoten gehen beim Mergen auf `[x]`.
1. **Lesen** (`#ai.mcp.node`, `#ai.mcp.read`): Paket, stdio, Resources
für Guide und Datei, `werkbaum_read`. Nachweis: Claude Code liest den
mitgelieferten Plan über die `.mcp.json`. Vorher: SDK-Entscheidung
(§7.4).
2. **Befragen** (`#ai.mcp.inspect`): `i18n.js`-Verschiebung im Frontend,
`werkbaum_inspect` mit Baum, Warnungen, Pfad. Nachweis: Für den
mitgelieferten Plan liefert das Tool dieselbe Stationszahl und dieselben
Warnungen wie der Editor (Vergleich gegen die Zahlen, die die
DECISIONS-Einträge ohnehin nennen).
3. **Schreiben** (`#ai.mcp.write`, `#ai.mcp.guard`): Server-Ablage mit
`PATCH /content`, Datei-Ablage atomar, die drei Basis-Schreib-Tools, die
Leitplanken. Nachweis gegen ein lokales Backend: Agenten-Änderung
erscheint im offenen Editor mit „Claude Code“ in der Historie; ein
Konflikt (Mensch tippt dieselbe Zeile) kommt als Fehler mit aktuellem
Text zurück, nichts wird überschrieben; ein `[^]` wird abgelehnt; ein
`mixedGate` wird abgelehnt, ein `sizeConflict` geschrieben und gemeldet.
4. **Knoten-Verben** (`#ai.mcp.verbs`): `frontend/src/edit.js` mit Tests
(Gegenprobe per Mutation wie bei `setFoldMark`), dann die vier Verben
im Paket. Nachweis: Ein `move_node` nimmt Beschreibungsblock und
Fortsetzungszeilen mit und lässt den Rest des Texts zeichengenau stehen
(Vergleich der übrigen Zeilen vorher/nachher).
5. **Spiegel ins Git** (`#ai.mcp.mirror`): `--mirror`, Aufruf von
`pull-doc --git-commit` nach jedem Agenten-Schreibvorgang, Umleitung
von Schreibzugriffen auf die Spiegel-Datei. Nachweis in einem
Wegwerf-Worktree: ein Agenten-Zug ergibt genau einen Commit mit
Serverstand und Urheber; ein unveränderter Zug keinen; eine von Hand
verschmutzte Spiegel-Datei wird vom nächsten Commit überschrieben und
die Abweichung steht im Diff.
6. **Prompts und HTTP** (`#ai.mcp.http`, optional): die zwei Prompts;
Streamable HTTP erst nach `#col.live.owner`, und davor die zwei
Messungen aus §5.10 — der GraalJS-Spike (laufen `parser.js`,
`model.js` und `mcp/core/*` als ES-Module in der JVM, was kostet der
Kontext auf der Zielumgebung) und der SSE-Strom durch den Apache. Fällt
der Spike durch, trägt das Node-Paket den Transport (`--http`) als
eigener Dienst. Nachweis: derselbe Werkzeugaufruf liefert über stdio
und über HTTP dasselbe JSON; ohne Bearer-Token 401; ein `--root`-Pfad
wird über HTTP gar nicht erst angeboten.
## 11. Entscheidungen (Multiple-Choice-Runde, 2026-09-02)
| Frage | Entschieden | Anmerkung |
|---|---|---|
| SDK-Abhängigkeit `@modelcontextprotocol/sdk` (§7.4) | **Ja, SDK** | erste Laufzeit-Abhängigkeit, isoliert im MCP-Paket; D93 |
| Strenge der Warnungs-Leitplanke (§5.5) | **Nur Struktur-Warnungen blockieren** | `mixedGate`, `unknownStatus`, `descStray`, `duplicateId`; alles Inhaltliche wird geschrieben und gemeldet. Vorgeschlagen war die strenge Fassung — der Nutzer hat die Zwischenschritte eines Agenten höher gewichtet |
| `displayName` (§5.6) | **Host-Name aus dem Handshake** | Rückfall „Agent“, `--name` übersteuert |
| Geteiltes Dokument und Git (§5.7) | **Server committet je Agenten-Zug** | über `pull-doc --git-commit`; Cron für menschliche Änderungen dazwischen |
| Ort der Baum-Serialisierung (§7.1) | **Im MCP-Paket** | wandert, wenn `#ai.dialog` sie braucht |
| Schreib-Tools (§5.4) | **Zusätzlich Knoten-Verben** | `add_node`, `move_node`, `set_size`, `remove_node`; Regeln in `frontend/src/edit.js`, nicht im Paket |
| Verteilung | **Nur aus dem Repo** | `.mcp.json`; npm erst auf Nachfrage von außen |
**Zweite Runde** (Nutzer: Architektur-Entscheidungen jetzt diskutieren,
auch wenn sie erst später gebaut werden — §5.7 und §5.10):
| Frage | Entschieden | Anmerkung |
|---|---|---|
| Urheber im Spiegel-Commit (§5.7) | **Historie im Rumpf + Trailer** | `Werkbaum-Changed-By:` je Beteiligtem, `Werkbaum-Version:`; Git-Autor bleibt der Betreiber; gilt auch für den Cron-Commit (`pull-doc --with-history`) |
| HTTP: Ort (§5.10) | **Im Backend, das die JS-Module per GraalJS ausführt** — Spike vorbehalten | Kotlin ist Transport und Zugang, die Logik bleibt einmal vorhanden; fällt der Spike durch (ESM in GraalJS, Speicher auf dem Host), Rückfall auf den Node-Dienst hinter Apache ohne Umbau der Tool-Schicht |
| HTTP: Zugang (§5.10) | **Statisches Bearer-Token** | `WERKBAUM_MCP_TOKEN`; OAuth 2.1 erst mit einem IdP |
| HTTP: Umfang (§5.10) | **Nur Dokumente** | keine Datei-Ablage, kein Git-Spiegel über HTTP; echte Teilmenge der lokalen Fassung |
**Weiterhin offen** (stellt sich erst beim Bauen oder danach):
1. **Prompts** (§5.8) — ob zwei genügen und wie sie heißen; Phase 6.
2. **Der GraalJS-Spike** — laufen `parser.js`/`model.js` und die
Tool-Schicht als ES-Module in der JVM, und was kostet der Kontext an
Speicher auf der Zielumgebung (D76-Nachtrag 3)? Messung vor Phase 6;
das Ergebnis entscheidet zwischen b2 und a (§5.10) und gehört als
Nachtrag zu D93.
3. **SSE durch den Apache** — Messung vor Phase 6 (§5.10).