Der erste Entwurf nahm an, MCP erzwinge Node; tatsächlich erzwang es nur der Parser. Das Backend darf den HTTP-Transport tragen, wenn es die JS-Module per GraalJS ausführt (dieselbe Technik wie #idea.drift.js) — Kotlin ist Transport und Zugang, die Logik bleibt einmal vorhanden; Rückfall ist der Node-Dienst hinter Apache. Urheber im Git-Spiegel: Historie im Rumpf plus Trailer statt git --author, damit blame nicht lügt. Entscheidungen in RFC §11 und D93 (zweite Runde). Co-Authored-By: Claude Fable 5 <noreply@anthropic.com>
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RFC 001 — MCP-Server: Werkbaum für KI-Agenten außerhalb des Editors
| Status | Abgestimmt (2026-09-02, Entscheidungen in §11 und D93) — nichts gebaut |
| Plan-Knoten | #ai.mcp in docs/examples/werkbaum.werkbaum |
| Entscheidung | D93 in docs/DECISIONS.md (Verweis auf dieses RFC) |
| Berührt | frontend/src/* (headless-Module, lesend), neues Paket mcp/, tools/pull-doc (Aufrufer), README, .mcp.json |
| Berührt nicht | Notation (SPEC), llms.md, Deploy-Skripte; Backend-Code erst in Phase 6 (§7.3) |
1. Zusammenfassung
Werkbaum bekommt einen MCP-Server (Model Context Protocol): ein kleines Node-Paket, das KI-Agenten außerhalb des Editors — Claude Code, IDE-Agenten, Desktop-Assistenten — einen Werkbaum-Plan als Ressource (Text) und als Werkzeuge (Baum, Warnungen, günstigster Pfad, Schreiben) anbietet.
Der Server parst nicht selbst: Er importiert die headless-Module des
Frontends (parser.js, model.js, live.js) unverändert. Damit bleibt D14
gewahrt — es gibt weiterhin genau einen Parser — und ein Agent bekommt
wörtlich dieselben Warnungen, effektiven Status und Stationen, die das
Diagramm zeigt.
Geschrieben wird über denselben Weg wie aus dem Editor: als Zeilen-Diff
gegen eine Basisversion mit Prüfsumme (D76). Fremde Änderungen werden nie
überschrieben, ein Konflikt kommt als Fehler zurück, und in jedem offenen
Editor steht „geändert von: Claude Code“. Zwei Leitplanken gelten auf
jedem Schreibvorgang: keine beschädigte Notation (Struktur-Warnungen
blockieren, inhaltliche werden gemeldet), kein [^] von einem Agenten.
Der Server arbeitet bevorzugt auf dem geteilten Dokument — dort sitzen
die Menschen —, und derselbe Plan kann zugleich unter Git-Kontrolle
stehen: Nach jedem Agenten-Schreibvorgang committet der Server den
Serverstand über das vorhandene tools/pull-doc --git-commit (D88) in eine
Spiegel-Datei. Der Server ist die Quelle, Git das Archiv (§5.7).
Das ist die Gegenrichtung zu #ai.dialog: Dort käme ein Modell in den
Editor, hier geht der Plan zu Agenten, die schon irgendwo laufen. Beides
teilt sich den Boden (llms.md, D43) und die Module; keines ersetzt das
andere.
2. Motivation
Heute kann ein Agent mit einem Werkbaum-Plan dreierlei tun — und alles davon nur halb:
- Eine
.werkbaum-Datei lesen und schreiben. Das geht mit Claude Code bereits,llms.mderklärt die Notation (D43). Aber der Agent muss die Semantik selbst nachrechnen: Ist der Plan warnungsfrei? Welcher Knoten ist effektiv wie weit (§4)? Was ist die nächste Station auf dem günstigsten Pfad (§9)? Für all das gibt es im Frontend geprüfte Funktionen — der Agent bekommt sie nicht zu sehen und rät stattdessen. Beim Größen-Konflikt (D62) oder der Closure-Rechnung (D42) ist Raten nachweislich falsch. - Ein Server-Dokument (
?live=) anfassen. Nur percurlgegen die REST-API — mit Volltext-PUT, also ohne das Zeilen-Diff-Protokoll (D76). Ein Agent, der so schreibt, überschreibt, was ein Mensch in der Zwischenzeit getippt hat; genau der Verlust, gegen den D89 vier Netze gespannt hat. - Den Plan im Editor ändern lassen —
#ai.dialogist eine Idee ohne Entwurf.
MCP ist inzwischen die Verkehrssprache dafür: Claude Code, Claude Desktop, Cursor, IntelliJ-Agenten und die Anthropic-API selbst (MCP-Connector) sprechen es. Ein Server, der Werkbaum darüber anbietet, macht Punkt 1 und 2 auf einen Schlag richtig — und zwar für alle diese Hosts, nicht nur für einen.
3. Ziele und Nicht-Ziele
Ziele
- Ein Agent kann einen Plan lesen (Datei oder Server-Dokument) und den Notationsleitfaden dazu bekommen.
- Ein Agent kann den Plan befragen, ohne die SPEC nachzuimplementieren: Baum mit allem, was das Diagramm weiß; Warnungen; günstigster Pfad samt Stationen und Personen-Last.
- Ein Agent kann den Plan ändern, ohne fremde Arbeit zu überschreiben, und jede Änderung ist im Editor als Agenten-Änderung erkennbar.
- Kein zweiter Parser, keine zweite Semantik (D14).
- Kein Geheimnis läuft durch den Server, das er nicht braucht.
Nicht-Ziele (Abgrenzung — wird nicht gebaut, siehe §9)
- Kein LLM im Server. Der Server ruft kein Modell auf und kennt keinen
API-Schlüssel. Das Modell sitzt im Host;
#ai.keybleibt ein eigener Knoten. - Keine neue Notation. Nichts an SPEC oder
llms.mdändert sich. - Kein Backend-Umbau. Die vorhandene REST-API genügt (§7.3).
- Kein Taiga über MCP in der ersten Fassung (§9).
- Keine Rechteverwaltung — der Server erbt das Zugriffsmodell des Backends (unerratbare UUID, D76) und erfindet keines dazu.
- Kein Ersatz für
#ai.dialogund kein Chat im Editor.
4. Begriffe (soweit hier nötig)
MCP trennt Hosts (die Anwendung mit dem Modell: Claude Code, Desktop, IDE) von Servern (Prozesse, die Fähigkeiten anbieten). Ein Server bietet drei Dinge an:
- Resources — lesbare Inhalte mit URI, vom Host in den Kontext geholt („zeig mir den Plan“).
- Tools — aufrufbare Funktionen mit JSON-Schema, die das Modell selbst wählt („prüfe den Plan“, „setze den Status“).
- Prompts — vorgefertigte Anweisungen, die der Nutzer auswählt („zerlege diesen Knoten“).
Transporte: stdio (der Host startet den Server als Kindprozess — der Normalfall für lokale Werkzeuge) und Streamable HTTP (ein Netzwerk-Endpunkt; hat 2025 das ältere SSE-Verfahren abgelöst). Die Protokollrevision wird vom SDK getragen; dieses RFC legt keine fest.
5. Vorschlag
5.1 Architektur
Host (Claude Code, IDE, Desktop) Werkbaum
┌──────────────┐ stdio / JSON-RPC ┌──────────────────────────────┐
│ Modell │◄────────────────────►│ mcp/server.js │
│ + Werkzeuge │ │ ├─ resources (Text, Guide) │
└──────────────┘ │ ├─ tools (inspect, │
│ │ write) │
│ └─ stores │
│ ├─ file (fs) │
│ └─ live (REST, D76) │
│ importiert unverändert: │
│ frontend/src/parser.js │
│ frontend/src/model.js │
│ frontend/src/live.js │
└──────────────┬───────────────┘
│ HTTP
┌──────────────▼───────────────┐
│ Backend /api/v1/documents/… │
└──────────────────────────────┘
Ein Paket mcp/ neben frontend/ und backend/, eigenes package.json,
ES-Module. Es hat keine Kopie von Werkbaum-Logik; alles Entscheidbare
kommt aus frontend/src. Was das Paket selbst beisteuert, ist Verdrahtung:
MCP-Rahmen, zwei Ablagen, JSON-Serialisierung des Baums und die
Leitplanken.
5.2 Ablagen
Ein Plan wird über eine Quelle adressiert — dieselben drei, die ein
Mensch hat, minus ?sourceUrl= (nur lesend, kommt bei Bedarf dazu):
| Quelle | Adressform | Lesen | Schreiben |
|---|---|---|---|
| Datei | absoluter Pfad oder relativ zum Arbeitsverzeichnis | fs |
atomar (Temp-Datei + rename); nur, wenn die Datei seit dem Lesen unverändert ist (Prüfsumme) |
| Server-Dokument | https://…/api/v1/documents/<uuid> oder der geteilte ?live=-Link (ausgepackt wie bei pull-doc, D88) |
GET |
PATCH /content mit Zeilen-Diff, baseVersion, checksum (D76) |
| Leitfaden | werkbaum://guide |
frontend/public/llms.md |
— |
Der Dateizugriff ist auf erlaubte Wurzeln begrenzt (Startparameter
--root, Voreinstellung: das Arbeitsverzeichnis des Hosts). Ein Agent, der
einen Pfad außerhalb nennt, bekommt einen Fehler — nicht, weil ihm misstraut
wird, sondern weil der Plan-Text Fremddaten ist (§8).
5.3 Resources
| URI | Inhalt | MIME |
|---|---|---|
werkbaum://guide |
llms.md — der Notationsleitfaden (D43) |
text/markdown |
werkbaum://file/<pfad> |
Notationstext der Datei | text/plain |
werkbaum://doc/<url-encoded dokument-url> |
Notationstext des Server-Dokuments, mit version als Metadatum |
text/plain |
Resources sind bewusst nur der Text: Er ist das führende Format (D14),
und ein Agent, der ihn im Kontext hat, kann mit llms.md schon alles
lesen. Die Semantik kommt aus den Tools.
5.4 Tools
Wenige Verben, sprechend benannt, alle mit source als erstem Parameter
(Pfad oder URL):
| Tool | Eingabe | Ausgabe | Nutzt |
|---|---|---|---|
werkbaum_read |
source |
Text, version/Prüfsumme, Zeilenzahl |
Ablage |
werkbaum_inspect |
source, optional id (Teilbaum), include: [tree, warnings, path] |
JSON: Baum je Knoten mit id, label, line, gate, optional, status, effectiveStatus, size, assumedSize, tags, deps, desc, taigaSlug, ticketRef; Warnungen als {type, line, …} plus englischer Klartext; Pfad als Liste der nötigen Knoten, Stationen in Dokumentreihenfolge, assigneeLoads, overloadedAssignee, exact (D42) |
parse, effectiveStatus, computeCheapPlan, assigneeLoads, taigaSlugs, warningText |
werkbaum_set_status |
source, id, status (Code der §4-Tabelle), base |
neuer Stand (Version, Prüfsumme), Warnungs-Delta | setStatusBox (parser.js), Ablage |
werkbaum_apply_ops |
source, base, ops[] (insert/replace/delete mit index, count, lines — dasselbe Schema wie LineOperation der API) |
wie oben | applyOps (live.js), Ablage |
werkbaum_write |
source, base, text (Volltext) |
wie oben | computeOps (live.js) → Diff → Ablage |
werkbaum_add_node |
source, base, parent (ID), line (die Knotenzeile ohne Einrückung, z. B. - [ ] #auth.token: Token prüfen (S)), optional after (ID eines Geschwisters) |
wie oben | addNodeLine (edit.js) |
werkbaum_move_node |
source, base, id, parent (neue Eltern-ID), optional after |
wie oben; der Teilbaum samt Beschreibungs- und Fortsetzungszeilen wandert mit, Einrückung wird angepasst | moveSubtree (edit.js) |
werkbaum_set_size |
source, base, id, size (XS…XXL oder null zum Entfernen) |
wie oben | setSizeToken (edit.js) |
werkbaum_remove_node |
source, base, id, discard: true|false |
wie oben — discard setzt [-] (die Notation für „bewusst nicht“, §4), false löscht den Teilbaum samt seinen Blöcken |
setStatusBox bzw. removeSubtree (edit.js) |
Die Knoten-Verben (Nutzer-Entscheidung, §11) sind Bequemlichkeit für
das Modell: apply_ops könnte jedes davon ausdrücken, aber ein Agent, der
Zeilenindizes ausrechnen muss, verrechnet sich — ein Verb mit ID ist die
robustere Schnittstelle. Damit dabei keine zweite Stelle mit
Zeilenformat-Wissen entsteht, liegen die Text→Text-Regeln als
frontend/src/edit.js neben setStatusBox/setFoldMark (parser.js) und
appendToken (taiga.js) — headless, getestet, und später auch für
#ai.dialog da (§7.1). Das MCP-Paket verdrahtet sie nur.
base ist Pflicht bei jedem Schreiben — {version, checksum} vom
letzten Lesen. Ohne base wird nicht geschrieben. Das ist die
Idempotenz- und Konfliktregel aus D76, unverändert übernommen.
Warnungen tragen Typ und Text. Der Typ (sizeConflict, unknownDep,
…) ist für den Agenten das Verlässliche; der englische Text kommt dazu,
weil das Modell ihn ohne Nachschlagen versteht. Die Texte sind die
Editor-Texte (warningText, D33-Nachtrag) in Englisch — nicht
nacherzählt (§7.1).
5.5 Schreib-Leitplanken
Auf jedem der drei Schreib-Tools, vor dem Schreiben:
- Keine beschädigte Notation. Der Ergebnis-Text wird geparst; trägt
er Struktur-Warnungen, die der Ausgangstext nicht hatte —
mixedGate,unknownStatus,descStray,duplicateId—, wird nicht geschrieben, und die Antwort nennt sie. Das sind die Warnungen, bei denen der Text als Notation kaputt ist: eine Zeile, die der Parser anders liest, als sie gemeint war. SchalterallowWarnings: trueje Aufruf erlaubt es ausdrücklich. Inhaltliche Widersprüche —sizeConflict,assigneeOverload,xorConflict,unknownDep,unknownDesc— werden geschrieben und gemeldet: Ein Agent arbeitet in Zwischenschritten (das Ziel einer Abhängigkeit entsteht oft erst im nächsten Zug), und im Diagramm sieht ein Mensch sie als bernsteinfarbene Marke, genau wie bei einer eigenen Änderung (Nutzer-Entscheidung, §11; die strengere Fassung „jede neue Warnung blockiert“ war der Vorschlag). Verschwindende Warnungen sind immer erlaubt, und jede Antwort trägt das vollständige Warnungs-Delta. - Kein
[^]von einem Agenten.in Produktionist die Aussage eines Deploys (D30), nicht die eines Modells.set_statuslehntprodab,apply_ops/writelehnen ein Ergebnis ab, in dem ein Knoten neu[^]trägt. SchalterallowProd: trueje Aufruf — mit derselben Begründung: ausdrücklich, nie still. - Konflikt ist ein Fehler, keine Entscheidung. Bei
409(Server) oder geänderter Datei kommt der aktuelle Text mit zurück; der Agent — und im Zweifel der Mensch hinter ihm — entscheidet. Der Server rebased nichts selbst über das hinaus, was das Backend ohnehin tut (D76: nicht überlappende Ops verschiebt der Server; das bleibt).
Alle drei sind reine Verdrahtung um vorhandene Regeln; der Parser selbst bleibt fehlertolerant, wie SPEC §4 es verlangt.
5.6 Identität und Sichtbarkeit
Jeder Schreibvorgang an ein Server-Dokument geht mit clientId
mcp-<zufall> (je Serverprozess, sessionStorage-Äquivalent: je Prozess
eine laufende seq, D76-Nachtrag 7) und einem displayName, der den
Host nennt: den Namen, den der Host im MCP-Handshake mitschickt
(clientInfo.name, etwa „Claude Code“), mit Rückfall „Agent“, wenn er
keinen nennt; --name übersteuert beides (Nutzer-Entscheidung, §11). In
jedem offenen Editor steht damit in der Historie „geändert von: Claude
Code“ (D86) — der Mensch sieht, welches Werkzeug es war, und kann es über
die Meilensteine zurückholen. Der Name bleibt eine Behauptung, kein
Nachweis — dieselbe Einordnung wie beim Anzeigenamen eines Menschen (D86).
5.7 Geteiltes Dokument und Git — beides zugleich
Die Frage, an der die Ablage-Wahl hängt: Ein Agent soll auf dem geteilten Dokument arbeiten (dort sitzen die Menschen, dort greift das Konfliktprotokoll), und derselbe Plan soll unter Git-Kontrolle stehen (Diff, Blame, Review, ein Netz außerhalb des Servers — D89). Das sind zwei Wahrheiten für einen Text, und die Antwort ist nicht „eine davon“, sondern eine Richtung: Der Server ist die Quelle, Git ist das Archiv.
Der Weg dafür existiert schon: tools/pull-doc --git-commit (D88,
#col.git.pull) holt ein Server-Dokument in ein Worktree und committet es
datiert, nur bei Änderung, mit Titel und Server-Version in der Nachricht.
Aus dem Cron heraus archiviert sich ein Plan damit selbst. Der MCP-Server
setzt genau darauf auf:
- Spiegel-Datei (
--mirror <datei>): Ist für ein Dokument eine Spiegel-Datei konfiguriert, ruft der Server nach jedem erfolgreichen Agenten-Schreibvorgangpull-doc --git-commitdafür auf. Die Commit-Nachricht nennt zusätzlich den Urheber („via Agent: Claude Code“) — die Git-Historie kann Agenten-Änderungen dann so auseinanderhalten, wie es die Server-Historie überdisplayNametut (D86). Menschliche Änderungen dazwischen fängt weiterhin der Cron; wer keinen hat, bekommt sie spätestens mit dem nächsten Agenten-Zug ins Git, dennpull-doccommittet den ganzen Serverstand, nicht nur die Agenten-Zeilen. - Die Spiegel-Datei ist für den Agenten lesbar, aber nicht der
Schreibweg. Ein Agent in Claude Code sieht die Datei im Repo und könnte
sie direkt editieren — beim nächsten
pull-docwäre das überschrieben. Deshalb:werkbaum_write/apply_ops/set_statusauf eine Datei, die als Spiegel eines Dokuments konfiguriert ist, werden umgeleitet an das Dokument (der Server kennt die Zuordnung) und die Antwort sagt es. Ein Agent, der die Datei mit seinen eigenen Werkzeugen (Editor,sed) anfasst, ist außerhalb des MCP-Servers — dagegen hilft nur die D88-Regel, die schon da ist: Eine schmutzige Spiegel-Datei wird beim nächsten Commit trotzdem vom Serverstand überschrieben, und der Commit macht die Abweichung im Diff sichtbar statt sie zu verstecken. - Nicht gebaut wird die Umkehrung — Git als Quelle und der Server als
Spiegel (
#col.git.prfür Pläne, die sich wöchentlich ändern, oder#col.git.auto, bei dem das Backend selbst committet). Beides sind eigene Knoten mit eigenen Fragen (Konfliktmarker mitten in der Notation, ROADMAP „Gemeinsam an einem Diagramm arbeiten“); der MCP-Server soll sie weder vorwegnehmen noch ausschließen. Kommt#col.git.auto, wird--mirrorschlicht überflüssig — die Schnittstelle des Servers ändert sich dadurch nicht.
Im Plan steht das als #ai.mcp.mirror mit Abhängigkeit auf
#col.git.pull.
Wer steht im Commit? Ein Spiegel-Commit enthält den ganzen
Serverstand — die Zeilen des Agenten und alles, was Menschen seit dem
letzten Commit geändert haben. „Der Agent hat diesen Commit gemacht“ ist
also nur die halbe Wahrheit, und die Form der Urheber-Angabe entscheidet,
ob git blame später lügt. Vier Formen, mit dem, was sie aussagen:
| Form | Aussage | Preis |
|---|---|---|
a) git commit --author="Claude Code <…>" |
Der Agent ist Git-Autor des Commits — blame schreibt ihm jede Zeile darin zu, auch die, die Anna getippt hat |
Falsche Blame-Auskunft; und Git verlangt eine E-Mail-Adresse, die es nicht gibt |
b) Co-Authored-By:-Trailer |
Die Konvention, die das Repo für Claude-Commits schon nutzt: „hat beigetragen“, ohne Autor zu sein; GitHub zeigt Co-Autoren an | Braucht ebenfalls Name <email>; für Menschen aus der Server-Historie gibt es nur den Anzeigenamen |
c) Freitext im Betreff (… (Version 8, via Claude Code)) |
Lesbar im git log --oneline, nennt den Auslöser |
Nicht maschinenlesbar; nennt nur den Auslöser, nicht die Beteiligten |
| d) Historie im Rumpf + eigene Trailer | Der Rumpf listet aus GET /history, wer welche Version seit dem letzten Spiegel-Commit geändert hat („v7 Anna · v8 Claude Code“); je Beteiligtem ein Trailer Werkbaum-Changed-By: <Anzeigename>, dazu Werkbaum-Version: 8 |
Ein zweiter GET je Commit; eigene Trailer statt der GitHub-Konvention |
Vorschlag: d, mit c im Betreff. Es ist die einzige Form, die die
Wahrheit des Commits trägt: Git-Autor bleibt, wer den Prozess betreibt
(das ist buchstäblich richtig — er hat committet), die Beteiligten stehen
mit Namen im Rumpf, maschinenlesbar per git interpret-trailers, und der
Werkbaum-Version:-Trailer gibt pull-doc beim nächsten Lauf die
Untergrenze für „seit dem letzten Commit“ — ohne ihn müsste der Betreff
geparst werden. Damit wird der Cron-Commit (D88) im selben Zug
ehrlicher: Auch dort stehen dann die Menschen, die seither geändert haben.
Der Schalter dafür (--with-history) kommt ins Skript, nicht in den
Aufrufer (D77-Nachtrag); der MCP-Server setzt ihn immer. Die Anzeigenamen
bleiben, was sie in der Server-Historie sind: Behauptungen, keine
Nachweise (D86) — im Commit steht deshalb „Changed-By“, nicht „Author“.
Verworfen: a (Blame lügt) und b allein (erfundene E-Mail-Adressen, und ein Trailer ohne Versionsbezug sagt nicht, was der Beitrag war). Entscheidung: §11.
5.8 Prompts (optional, Phase 6)
Zwei vorgefertigte Anweisungen, die ein Host dem Nutzer anbietet:
werkbaum/review— „Prüfe diesen Plan: Warnungen, Größen, fehlende Zerlegung ab M, unklare Zuständigkeiten“ (nutztinspect, schreibt nichts).werkbaum/decompose— „Zerlege Knoten#idin Teilpakete mit Größen“ (endet inapply_ops, mit den Leitplanken).
Beides sind Texte, keine Logik; sie leben im Paket und nicht in llms.md
(das bleibt Notation, D43).
5.9 Konfiguration und Start
node mcp/server.js [--root <dir>]… [--server <backend-basis>] [--name <anzeige>]
[--mirror <dokument-url>=<datei>]…
--root: erlaubte Dateiwurzeln (mehrfach). Ohne Angabe:cwd.--server: Voreinstellung für relative Dokument-Angaben (<uuid>statt voller URL). Ohne Angabe muss die URL vollständig sein.--name:displayNamefür Server-Schreibvorgänge.--mirror: Spiegel-Datei je Dokument (§5.7); die Datei muss in einem git-Worktree unter einer erlaubten Wurzel liegen —pull-docprüft das ohnehin.--http [<port>]: statt stdio ein Streamable-HTTP-Endpunkt (§5.10); schließt--rootund--mirroraus.
5.10 Streamable HTTP — der entfernte Transport
Für lokale Hosts genügt stdio: Der Host startet den Server als
Kindprozess, der Prozess hat die Rechte des Nutzers, die Dateiwurzeln sind
seine. Ein gehosteter Agent (Anthropic-API-MCP-Connector, Claude
Desktop mit entferntem Server, ein Managed Agent) kann keinen Kindprozess
starten; er braucht eine URL. Das ist #ai.mcp.http, und drei Fragen
hängen daran — Ort, Zugang, Umfang. Sie sind Architektur und werden jetzt
entschieden, gebaut wird die Phase erst, wenn ein solcher Host wirklich
ansteht.
Ort — wo läuft der HTTP-Server? Vorweg, weil die Frage kam: MCP
verlangt kein Node. Das Protokoll ist JSON-RPC über stdio oder HTTP,
und es gibt offizielle SDKs für TypeScript, Python, Kotlin und Java
sowie einen Spring-AI-Starter für MCP-Server. Das Backend kann also einen
MCP-Server anbieten. Was Node im ersten Entwurf erzwang, war nicht das
Protokoll, sondern der Parser: Jedes nützliche Tool braucht
parser.js/model.js, und D14 verbietet eine zweite Grammatik. Daraus
folgen drei echte Optionen:
| Option | Aussage | Preis |
|---|---|---|
a) Dasselbe Node-Paket als eigener Dienst auf dem Server-Host: systemd-User-Unit wie das Backend (D77), lauscht auf 127.0.0.1, Apache reicht /mcp/ per RewriteRule … [P] durch — dieselbe Zeile wie für /api/ |
Ein Paket, zwei Transporte; die Infrastruktur aus D77 wird wiederverwendet; das Paket läuft neben dem Backend und spricht es über 127.0.0.1 an |
Node auf dem Server (bisher nur JDK, D77 — per nvm ins Home, dasselbe Muster wie das JDK); ein zweiter Dienst zu betreiben (remote mcp … als Ziel); das Bearer-Token prüft der Node-Dienst selbst |
| b1) Im Kotlin-Backend, mit eigenem Parser | ein Dienst | D14 — verworfen (#ai.mcp.kotlin) |
b2) Im Kotlin-Backend, das die JS-Module selbst ausführt — GraalJS (org.graalvm.polyglot) lädt frontend/src/*.js als ES-Module in der JVM; Kotlin ist nur Transport (offizielles Kotlin-SDK oder Spring-AI-Starter) und Zugang (Spring Security, das es schon gibt) |
Ein Deployment, kein Node auf dem Server, kein zweiter Dienst; das Bearer-Token ist ein Spring-Security-Filter neben dem Master-Passwort; die Werkbaum-Logik bleibt einmal vorhanden — dieselbe Technik, die der Plan für das IDE-Plugin vorsieht (#idea.drift.js: „den einen JS-Parser im IDE laufen lassen“) |
Zwei neue Backend-Abhängigkeiten (MCP-SDK, GraalJS); Speicher auf dem knappen Host (D76-Nachtrag 3 — GraalJS im Interpreter-Modus auf Stock-OpenJDK kostet nach Erfahrungswerten einige zehn MB, zu messen); ein Spike, der beweist, dass die ESM-Module dort laufen (crypto.subtle in live.js gibt es in GraalJS nicht — die Prüfsumme muss dort aus Kotlin kommen); und die Tool-Schicht muss so geschnitten sein, dass dieselbe JS-Datei in Node (stdio) und in GraalJS (HTTP) läuft |
c) Gar nicht; entfernte Hosts nutzen eine stdio-Brücke (mcp-remote o. Ä.) |
nichts zu bauen | Löst das Problem nicht: Die Brücke braucht selbst einen Prozess beim Nutzer, und ein Managed Agent hat keinen |
Für die lokalen Agenten (Claude Code mit Dateien und Git-Spiegel)
bleibt stdio in jedem Fall Node — b2 ersetzt nicht das Paket, sondern nur
den entfernten Transport. Damit die beiden Hosts nicht auseinanderlaufen,
wird die Tool-Schicht (inspect, guard, verbs) als reine ESM-Datei
ohne Node-APIs geschnitten und von beiden Seiten aufgerufen; Ablagen und
Transport sind je Host eigen. Das ist bei b2 Pflicht, bei a nur Ordnung —
und es kostet nichts, es von Anfang an so zu tun.
Vorschlag: b2, unter Vorbehalt eines Spikes; a als Rückfall. b2 ist
die bessere Architektur — ein Dienst, die vorhandene Zugangsschicht, kein
zweites Laufzeitsystem auf dem Server —, hängt aber an zwei Messungen, die
vor Phase 6 stehen: Laufen die Module in GraalJS (ESM-Laden, kein
crypto.subtle, kein TextEncoder-Unterschied), und was kostet es an
Speicher auf der Zielumgebung. Fällt eine der beiden durch, ist a ohne
Umbau der Tool-Schicht möglich. Unabhängig von der Wahl gilt: Streamable
HTTP läuft im zustandslosen Modus (keine Sitzungs-Ids, die einen
Neustart nicht überleben), und ob der Apache der Zielumgebung den
SSE-Strom langer Werkzeugaufrufe ungepuffert durchreicht, ist zu
messen (die D17-Nachtrag-4-Lehre) — Long Polling ist gemessen
(D76-Nachtrag 2), ein Strom nicht.
Zugang — wer darf? Die MCP-Spezifikation sieht für HTTP-Transporte OAuth 2.1 vor (der Server als Resource Server, Discovery über Protected-Resource-Metadaten). Werkbaum hat aber weder Nutzerkonten noch einen Identity Provider; der Zugriff auf Dokumente ist die unerratbare UUID (D76), und die REST-API steht damit heute schon jedem offen, der eine kennt.
| Option | Aussage | Preis |
|---|---|---|
a) Kein Zugang nötig — der Server tut über HTTP nichts, was die REST-API nicht auch tut (Dokument per UUID lesen/schreiben, llms.md ist öffentlich) |
konsequent zum UUID-Modell; nichts zu verwalten | Ein offener Rechen-Endpunkt (inspect parst beliebig große Texte) lädt zum Missbrauch ein; und sobald #col.live.owner existiert, braucht der Server einen Weg, das Owner-Passwort je Aufrufer zu bekommen — ohne Zugangsschicht gibt es den nicht |
b) Statisches Bearer-Token je Installation (WERKBAUM_MCP_TOKEN in der Umgebung, wie das Master-Passwort D77); Hosts geben es als Header mit (Claude Code: --header "Authorization: Bearer …", der API-MCP-Connector: authorization_token) |
Eine Zeile Konfiguration, keine Konten; hält den Rechen-Endpunkt zu; das Token reist über HTTPS (Apache), nie im Transkript — es steht in der Host-Konfiguration | Ein Token für alle Aufrufer: keine Unterscheidung, wer schreibt (den Namen liefert weiterhin der Handshake — eine Behauptung); Rotation von Hand |
| c) OAuth 2.1 von Anfang an | spezifikationsgemäß; Hosts wie Claude.ai-Connectoren erwarten es | Braucht einen Authorization Server, den es nicht gibt — entweder selbst bauen (weit über den Anlass hinaus) oder an einen IdP hängen; die Taiga-Instanz wechselt auf OIDC (D91-Nachtrag 1), das wäre der naheliegende, aber fremde Anker |
Vorschlag: b jetzt, c dann, wenn es einen IdP gibt. Das Bearer-Token
ist die Zugangsschicht, die #col.live.owner ohnehin braucht: Das
Owner-Passwort eines Dokuments kommt später nicht als Tool-Parameter
(Transkript), sondern über dieselbe Umgebung des Dienstes — je Dokument
eine Zuordnung, die der Betreiber pflegt. OAuth 2.1 wird nicht
ausgeschlossen, nur nicht vor dem IdP gebaut; die Schnittstelle der Tools
ändert sich dadurch nicht.
Umfang — was bietet der entfernte Server an? Weniger als der lokale:
keine Datei-Ablage (--root entfällt — der Dienst hat kein
Nutzer-Dateisystem, und ein Pfad-Parameter über HTTP wäre die Einladung,
die §8 verbietet) und keinen Git-Spiegel (--mirror entfällt — der
Cron-pull-doc auf dem Server-Host übernimmt das Archiv für alle, ob der
Schreibende lokal oder entfernt war). Übrig bleiben Guide, Dokumente und
alle Tools auf Dokumenten. Damit ist die entfernte Fassung eine echte
Teilmenge der lokalen, und ein Agent, der beides kennt, merkt keinen
Unterschied in den Verben.
Entscheidung: §11.
Für Claude Code:
claude mcp add werkbaum -- node /pfad/zu/werkbaum/mcp/server.js --root .
Im Repository selbst liegt eine .mcp.json, damit Claude Code hier den
Server von selbst hat — der Plan docs/examples/werkbaum.werkbaum ist damit
das erste Dokument, an dem der Server benutzt wird (Dogfooding, dieselbe
Logik wie D27).
6. Alternativen
A — Server im Kotlin-Backend (Spring AI MCP)
Pro: ein Deployment, Streamable HTTP frei Haus, sitzt direkt an den
Dokumenten.
Contra: Jedes nützliche Tool braucht den Parser. Entweder entsteht ein
Kotlin-Parser — genau die zweite Grammatik, die D14 verbietet — oder
der Server bietet nur Dokument-CRUD an, und das kann ein Agent per REST
schon heute. Dazu die erste Spring-AI-Abhängigkeit im Backend.
Verworfen (#ai.mcp.kotlin als [-] im Plan).
B — Node-Paket, das die Frontend-Module importiert (Vorschlag)
Pro: ein Parser, eine Semantik; die Module sind headless und getestet (D54-Nachtrag 3 ist die Hausregel dafür); stdio ist der Transport, den alle lokalen Hosts können; kein Backend-Umbau. Contra: ein zweites Node-Paket im Repo; die Dependency-Frage (§7.4); Remote-Zugriff erst mit Phase 6. Gewählt.
C — Nichts bauen: Agenten lesen llms.md und editieren Dateien
Pro: funktioniert heute mit Claude Code.
Contra: keine Semantik (der Agent rät Warnungen, Pfad, effektiven
Status), keine Server-Dokumente außer per curl, Schreiben an geteilte
Dokumente ohne Konfliktschutz. Das ist der Ausgangszustand aus §2.
Bleibt als Rückfall bestehen — der Server ersetzt llms.md nicht.
D — OpenAPI der REST-API den Agenten geben
Pro: null neuer Code, die Spec existiert.
Contra: dieselbe Semantik-Lücke wie C, und die API spricht Volltext-PUT
oder Zeilen-Ops mit Prüfsumme — ein Modell, das die Prüfsumme selbst
rechnen soll, ist eine Fehlerquelle mit Ansage.
Verworfen.
E — #ai.dialog zuerst (Modell im Editor)
Pro: der Nutzer bleibt im Werkzeug. Contra: andere Frage (welches Modell, wessen Schlüssel, welche UI); bringt den Plan nicht zu den Agenten, die Menschen heute schon benutzen. Nicht konkurrierend — B liefert die Module, die E später auch braucht (JSON-Baum, Leitplanken).
7. Impact auf den bestehenden Code
Grundsatz: Das Frontend wird gelesen, nicht umgebaut. Wo doch etwas zu ändern ist, ist es eine Verschiebung ohne Verhaltensänderung.
7.1 frontend/src/ — Änderungen
| Datei | Was | Warum |
|---|---|---|
app.js → neu i18n.js |
Das I18N-Objekt (ab app.js:3287) in ein headless-Modul verschieben; app.js importiert es. |
Der Server braucht warningText(w, t) mit englischem t. Die Texte leben heute im UI-Modul, das DOM voraussetzt. Eine Kopie im MCP-Paket wäre die Drift, vor der D33-Nachtrag warnt. Reine Verschiebung; der Vite-Bundle bleibt gleich. |
warnings.js |
unverändert | importiert nur esc aus render.js; render.js ist headless bis zum Aufruf. |
parser.js |
unverändert | parse, setStatusBox, STATUS_BY_CODE, SIZE_RANK sind exportiert. |
model.js |
unverändert | effectiveStatus, computeCheapPlan, assigneeLoads, overloadedAssignee, taigaSlugs, assumedSize sind exportiert. |
live.js |
checksum() läuft in Node unverändert (globalThis.crypto.subtle gibt es ab Node 20). Prüfen, sonst Rückfall auf node:crypto im MCP-Paket, nicht in live.js. |
Die Prüfsumme ist Pflichtfeld des Patches (D76). |
taiga.js |
ticketRefOf, collectTicketRefs nur lesend für inspect (ticketRef, taigaSlug je Knoten); appendToken für set_size |
kein Taiga-Zugriff, nur die Auskunft, was im Text steht. |
neu edit.js |
Text→Text-Regeln der Knoten-Verben: addNodeLine(text, parentId, line, afterId), moveSubtree(text, id, parentId, afterId), setSizeToken(text, id, size), removeSubtree(text, id). Zeilenweise, zeichengenau, mit Tests wie setFoldMark/expandShortIds. Kennt Einrückung (§2), Fortsetzungs- und Beschreibungszeilen (§1: die wandern mit ihrem Knoten) und lässt Kommentare stehen. |
Die eine Stelle für „Zeile eines Knotens umbauen“; app.js benutzt sie zunächst nicht, #ai.dialog später schon. Bewusst nicht in parser.js: Der wird sonst zum Sammelbecken. |
Was nicht ins Frontend zurückfließt: die JSON-Serialisierung des Baums
(mcp/inspect.js) — sie ist eine Sicht für Agenten, keine Editor-Logik
(Nutzer-Entscheidung, §11). Sollte #ai.dialog sie später brauchen,
wandert sie dann.
7.2 Neues Paket mcp/
mcp/
package.json name: werkbaum-mcp, type: module, bin: server.js
server.js MCP-Rahmen: Resources, Tools, Prompts registrieren; stdio
stores/file.js lesen, Prüfsumme, atomar schreiben, Wurzel-Prüfung
stores/live.js GET / PATCH gegen /api/v1/documents (D76), clientId/seq
core/inspect.js Baum → JSON, Warnungen → {type, line, text}, Pfad → Stationen
core/guard.js Leitplanken (§5.5): Struktur-Warnungen, [^]-Sperre
core/verbs.js Knoten-Verben → Aufrufe von frontend/src/edit.js (Text → Text)
tests/*.test.js Vitest gegen einen In-Memory-Transport des SDK; Fixtures = SPEC §10 und der mitgelieferte Plan
core/ ist die gemeinsame Tool-Schicht: reine ES-Module ohne
Node-APIs (kein fs, kein process, keine crypto), Text hinein, JSON
oder Text heraus. Genau diese Dateien führt in Phase 6 auch das Backend in
GraalJS aus (§5.10, b2) — Ablagen und Transport sind je Host eigen, die
Regeln nicht. Die Regeln sind damit headless testbar — die Hausregel aus
D54-Nachtrag 3 gilt auch hier; server.js verdrahtet nur.
7.3 Backend
Keine Änderung nötig. Genutzt werden GET /documents/{id},
PATCH /documents/{id}/content und GET /info — alle vorhanden. Zwei
Dinge sind zu prüfen, nicht zu bauen:
- Der Server sendet
displayName— steht in der Historie (D86), gemessen gegen ein lokales Backend. clientId-Präfixmcp-: Das Backend behandelt es wie jeden Client; ein späterer Filter („nur menschliche Änderungen zeigen“) wäre ein eigener Wunsch.
Falls §5.10 auf b2 fällt (HTTP-Transport im Backend), kommt in
Phase 6 dazu — und erst dann: ein Paket de.werkbaum.integration.mcp mit
dem MCP-Endpunkt unter /api/v1/mcp (Kotlin-SDK oder Spring-AI-Starter),
ein GraalJS-Kontext, der frontend/src/*.js und die gemeinsame
Tool-Schicht lädt (die Dateien wandern beim Bauen ins Jar als Ressourcen —
dieselbe Quelle, keine Kopie), die Prüfsumme aus java.security
statt crypto.subtle, ein Bearer-Token-Filter in SecurityConfiguration
neben dem Master-Passwort, taiga/mcp in GET /info, und
build.gradle.kts mit den zwei Abhängigkeiten (Rückfragepflicht,
CLAUDE.md — mit §11 gestellt). Der Speicher-Nachweis gehört in den
DECISIONS-Nachtrag, gemessen wie in D77.
Perspektivisch berührt: #col.live.owner. Sobald Verwaltungs-Aktionen an
ein Owner-Passwort gebunden sind, braucht der MCP-Server einen Weg, es zu
übergeben — nie als Tool-Parameter (Prozessliste, Transkript), sondern
als Umgebungsvariable des Serverprozesses. Das ist heute keine Arbeit, nur
eine Vormerkung.
7.4 Abhängigkeit: @modelcontextprotocol/sdk
CLAUDE.md: keine neuen Laufzeit-Abhängigkeiten ohne Rückfrage. Das ist eine.
- Für: Das offizielle SDK trägt Protokollrevision, Capability-Handshake, Schema-Validierung und beide Transporte; eine Handschrift des JSON-RPC wäre ~200 Zeilen, die bei jeder Revision nachgezogen werden müssten.
- Dagegen: Es ist die erste Laufzeit-Abhängigkeit im Repo überhaupt.
- Einordnung: Sie liegt im MCP-Paket, nicht im Frontend — der gebündelte Editor bleibt abhängigkeitsfrei (D11/D19/D20). Dieselbe Grenze, die D76 für Spring Security gezogen hat: die Abhängigkeit dort, wo sie den Kern nicht berührt.
Entschieden (Nutzer, §11): SDK — als bewusste Ausnahme in D93
festgehalten. Version wird beim Bauen gepinnt (package-lock.json
eingecheckt, wie im Frontend).
7.5 Übriges
| Ort | Änderung |
|---|---|
.mcp.json (Repo-Wurzel) |
Server-Eintrag für Claude Code (Dogfooding) |
README.md / README.de.md |
Abschnitt „Für KI-Agenten: der MCP-Server“ — Installation, die drei Quellen, die Leitplanken |
docs/CHANGELOG.md |
je Phase eine Zeile |
.github/workflows/* |
npm --prefix mcp test neben dem Frontend-Test; kein Deploy (lokales Werkzeug) |
tools/pull-doc |
unverändert im Verhalten; ein neuer Schalter --with-history (§5.7): holt GET /history, listet im Rumpf, wer welche Version seit dem letzten Spiegel-Commit geändert hat, und setzt die Trailer Werkbaum-Changed-By: und Werkbaum-Version: — der Schalter kommt ins Skript, nicht in den Aufrufer (D77-Nachtrag); der MCP-Server setzt ihn immer, der Cron darf |
scripts/deploy-*.sh, tools/remote |
unverändert — nichts davon läuft auf dem Server |
frontend/public/llms.md |
unverändert (Notation, D43); ein Verweis auf den Server gehört in llms.txt (Wegweiser, D43-Nachtrag 2) |
8. Sicherheit
- Plan-Text ist Fremddaten. Beschreibungen (
----Teil) können Anweisungen enthalten („ignoriere die Leitplanken“). Der Server führt nichts aus, was im Text steht; Resources sind als Inhalt, nie als Anweisung deklariert. Der Host trägt die Prompt-Injection-Frage — der Server macht sie nur nicht schlimmer: keine Shell, kein Netz außer den zwei konfigurierten Zielen (Dateiwurzeln, Backend). - Kein Geheimnis im Transkript. Master-Passwort (D76-Nachtrag 6) geht
nie über MCP —
GET /documents(die Liste) wird deshalb nicht angeboten; der Agent bekommt Dokument-URLs vom Menschen. Ein späteres Owner-Passwort kommt als Umgebungsvariable (§7.3). Taiga-Token ebenso (§9). - Dateizugriff nur unter erlaubten Wurzeln; Pfade werden aufgelöst
(
realpath) und gegen die Wurzeln geprüft — Symlinks nach draußen zählen als draußen. - Schreiben nur mit
base; kein Volltext-PUT. Was der Editor an Netzen hat (Konflikt-Band, Rettungs-Sicherung, D89), hat der Agent in Form des zurückgelieferten aktuellen Textes — er verliert nichts, er muss neu ansetzen.
9. Abgrenzung — was ausdrücklich nicht gebaut wird
| Nicht gebaut | Warum | Wo es hingehört |
|---|---|---|
| Modellaufrufe, API-Schlüssel, Provider-Wahl | Der Host hat das Modell; ein Server mit eigenem Schlüssel wäre #ai.key unter falschem Namen |
#ai.key, #ai.dialog |
| Taiga-Tools (Ticket anlegen, Status schreiben) | Braucht das Taiga-Token — das lebt im Browser (D91) und dürfte nicht durch ein Transkript; außerdem eine eigene Entscheidung, ob ein Modell Tickets anlegen darf | eigener Nachtrag, wenn gewünscht: über den vorhandenen Proxy, Token aus der Umgebung |
Dokumentenliste (GET /documents) |
Master-Passwort | — (der Mensch nennt die URL) |
| Anlegen/Löschen/Umbenennen von Server-Dokumenten | Verwaltung; wartet auf #col.live.owner |
nach dem Owner-Passwort |
Falten (fold/unfold) als Verb |
Faltmarken sind Darstellung für Menschen (§9); ein Agent liest den ganzen Text ohnehin | — |
| Änderungsfeed / Long Polling | Ein Agent arbeitet in Zügen, nicht live; read vor jedem Schreiben genügt |
— |
| Git als Quelle (Server folgt dem Repo) | Umkehrung von §5.7; Konfliktmarker mitten in der Notation, eigene Fragen | #col.git.pr, #col.git.auto |
?sourceUrl=-Quellen |
nur lesend; der Agent kann die URL selbst holen | Nachtrag bei Bedarf |
| Streamable HTTP | Phase 6, hängt an der Authentifizierungsfrage | #ai.mcp.http |
| Ein Kotlin-Server mit eigenem Parser | D14 — das Backend darf den Transport tragen (§5.10, GraalJS), nie eine zweite Grammatik | #ai.mcp.kotlin ([-]) |
10. Umsetzungsreihenfolge
Jede Phase ist für sich abgeschlossen und bekommt ihre CHANGELOG-Zeile;
Plan-Knoten gehen beim Mergen auf [x].
- Lesen (
#ai.mcp.node,#ai.mcp.read): Paket, stdio, Resources für Guide und Datei,werkbaum_read. Nachweis: Claude Code liest den mitgelieferten Plan über die.mcp.json. Vorher: SDK-Entscheidung (§7.4). - Befragen (
#ai.mcp.inspect):i18n.js-Verschiebung im Frontend,werkbaum_inspectmit Baum, Warnungen, Pfad. Nachweis: Für den mitgelieferten Plan liefert das Tool dieselbe Stationszahl und dieselben Warnungen wie der Editor (Vergleich gegen die Zahlen, die die DECISIONS-Einträge ohnehin nennen). - Schreiben (
#ai.mcp.write,#ai.mcp.guard): Server-Ablage mitPATCH /content, Datei-Ablage atomar, die drei Basis-Schreib-Tools, die Leitplanken. Nachweis gegen ein lokales Backend: Agenten-Änderung erscheint im offenen Editor mit „Claude Code“ in der Historie; ein Konflikt (Mensch tippt dieselbe Zeile) kommt als Fehler mit aktuellem Text zurück, nichts wird überschrieben; ein[^]wird abgelehnt; einmixedGatewird abgelehnt, einsizeConflictgeschrieben und gemeldet. - Knoten-Verben (
#ai.mcp.verbs):frontend/src/edit.jsmit Tests (Gegenprobe per Mutation wie beisetFoldMark), dann die vier Verben im Paket. Nachweis: Einmove_nodenimmt Beschreibungsblock und Fortsetzungszeilen mit und lässt den Rest des Texts zeichengenau stehen (Vergleich der übrigen Zeilen vorher/nachher). - Spiegel ins Git (
#ai.mcp.mirror):--mirror, Aufruf vonpull-doc --git-commitnach jedem Agenten-Schreibvorgang, Umleitung von Schreibzugriffen auf die Spiegel-Datei. Nachweis in einem Wegwerf-Worktree: ein Agenten-Zug ergibt genau einen Commit mit Serverstand und Urheber; ein unveränderter Zug keinen; eine von Hand verschmutzte Spiegel-Datei wird vom nächsten Commit überschrieben und die Abweichung steht im Diff. - Prompts und HTTP (
#ai.mcp.http, optional): die zwei Prompts; Streamable HTTP erst nach#col.live.owner, und davor die zwei Messungen aus §5.10 — der GraalJS-Spike (laufenparser.js,model.jsundmcp/core/*als ES-Module in der JVM, was kostet der Kontext auf der Zielumgebung) und der SSE-Strom durch den Apache. Fällt der Spike durch, trägt das Node-Paket den Transport (--http) als eigener Dienst. Nachweis: derselbe Werkzeugaufruf liefert über stdio und über HTTP dasselbe JSON; ohne Bearer-Token 401; ein--root-Pfad wird über HTTP gar nicht erst angeboten.
11. Entscheidungen (Multiple-Choice-Runde, 2026-09-02)
| Frage | Entschieden | Anmerkung |
|---|---|---|
SDK-Abhängigkeit @modelcontextprotocol/sdk (§7.4) |
Ja, SDK | erste Laufzeit-Abhängigkeit, isoliert im MCP-Paket; D93 |
| Strenge der Warnungs-Leitplanke (§5.5) | Nur Struktur-Warnungen blockieren | mixedGate, unknownStatus, descStray, duplicateId; alles Inhaltliche wird geschrieben und gemeldet. Vorgeschlagen war die strenge Fassung — der Nutzer hat die Zwischenschritte eines Agenten höher gewichtet |
displayName (§5.6) |
Host-Name aus dem Handshake | Rückfall „Agent“, --name übersteuert |
| Geteiltes Dokument und Git (§5.7) | Server committet je Agenten-Zug | über pull-doc --git-commit; Cron für menschliche Änderungen dazwischen |
| Ort der Baum-Serialisierung (§7.1) | Im MCP-Paket | wandert, wenn #ai.dialog sie braucht |
| Schreib-Tools (§5.4) | Zusätzlich Knoten-Verben | add_node, move_node, set_size, remove_node; Regeln in frontend/src/edit.js, nicht im Paket |
| Verteilung | Nur aus dem Repo | .mcp.json; npm erst auf Nachfrage von außen |
Zweite Runde (Nutzer: Architektur-Entscheidungen jetzt diskutieren, auch wenn sie erst später gebaut werden — §5.7 und §5.10):
| Frage | Entschieden | Anmerkung |
|---|---|---|
| Urheber im Spiegel-Commit (§5.7) | Historie im Rumpf + Trailer | Werkbaum-Changed-By: je Beteiligtem, Werkbaum-Version:; Git-Autor bleibt der Betreiber; gilt auch für den Cron-Commit (pull-doc --with-history) |
| HTTP: Ort (§5.10) | Im Backend, das die JS-Module per GraalJS ausführt — Spike vorbehalten | Kotlin ist Transport und Zugang, die Logik bleibt einmal vorhanden; fällt der Spike durch (ESM in GraalJS, Speicher auf dem Host), Rückfall auf den Node-Dienst hinter Apache ohne Umbau der Tool-Schicht |
| HTTP: Zugang (§5.10) | Statisches Bearer-Token | WERKBAUM_MCP_TOKEN; OAuth 2.1 erst mit einem IdP |
| HTTP: Umfang (§5.10) | Nur Dokumente | keine Datei-Ablage, kein Git-Spiegel über HTTP; echte Teilmenge der lokalen Fassung |
Weiterhin offen (stellt sich erst beim Bauen oder danach):
- Prompts (§5.8) — ob zwei genügen und wie sie heißen; Phase 6.
- Der GraalJS-Spike — laufen
parser.js/model.jsund die Tool-Schicht als ES-Module in der JVM, und was kostet der Kontext an Speicher auf der Zielumgebung (D76-Nachtrag 3)? Messung vor Phase 6; das Ergebnis entscheidet zwischen b2 und a (§5.10) und gehört als Nachtrag zu D93. - SSE durch den Apache — Messung vor Phase 6 (§5.10).