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werkbaum/backend/README.md
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mhoennigandClaude Opus 5 4aff995a0e feat(deploy): Backend auf die stabile Instanz bringen (D77)
Drei Teile, die das Frontend-Deploy nicht braucht: ein eigenes JDK 21 im Home
des Servers (dort ist nur 17 installiert, und die Toolchain zu senken hiesse,
Entwicklung und Produktion auseinanderlaufen zu lassen), ein systemd-User-Unit
statt nohup, und die Proxy-Regel in der .htaccess — gemessen ist, dass das
P-Flag auf diesem Hoster erlaubt ist und eine Verbindung 30 s durchhaelt.

Der Port steht an genau einer Stelle: deploy-prod.sh setzt ihn in die
Proxy-Regel, deploy-backend.sh in die Unit. Zwei Zahlen, die zueinander passen
muessen, sind eine zu viel.

Die JVM-Flags sind gemessen, nicht geschaetzt. Mein erster Entwurf setzte
-Xmx384m; nachgemessen kam heraus, dass die Obergrenze der kleine Hebel ist:
Ohne Freiraum-Verhaeltnisse behaelt der Kollektor den gewachsenen Heap, obwohl
nach einem GC nur ~45 MB leben. Mit ihnen 174 MB RSS statt 291 MB ohne jede
Angabe — auf einem Host mit rund 300 MB frei ist das der Unterschied zwischen
"passt" und "draengt die Datenbank weiter in den Swap".

Zwei Fallen sind eingebaut, weil beide nur am Ziel auffielen: systemd
expandiert kein $HOME (deshalb %h), und `systemctl --user` findet ohne
XDG_RUNTIME_DIR seinen Manager nicht.

Geprueft bis an die SSH-Grenze: Das Jar startet mit genau den Flags der Unit
in einer Sekunde, antwortet auf die Lebendprobe mit 404 und ist von aussen
nicht erreichbar; die erzeugte Unit besteht systemd-analyze verify; der ganze
Ablauf lief mit gestelltem ssh/rsync durch; deploy-prod.sh liefert die
Proxy-Regel mit eingesetztem Port aus. Der Deploy selbst laeuft erst, wenn
jemand ihn startet.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-08-26 18:11:56 +02:00

13 KiB
Raw Blame History

Editor Backend Grundgerippe

CRUD mit Spring Boot 4, Kotlin und API First (OpenAPI 3, YAML) für die Ressource Document (GET, POST, PUT, DELETE), dazu Historie, Wiederherstellung und das Einreichen von Zeilen-Diffs fürs Live-Editing (PATCH …/content) bewusst noch ohne Autorisierung, aber mit vorbereiteten Erweiterungspunkten dafür und für clientseitige Verschlüsselung.

Voraussetzungen

  • JDK 21
  • Gradle 9 (einmalig gradle wrapper --gradle-version 9.1 ausführen, danach ./gradlew)

Wichtige Kommandos

Kommando Zweck
./gradlew openApiGenerate Generiert API-Interfaces + Modelle aus src/main/resources/openapi/api.yaml
./gradlew build Generierung, Kompilierung, alle Tests, Coverage-Prüfung
./gradlew test Unit- und Behavior-Tests (Cucumber)
./gradlew jacocoTestReport Coverage-Report unter build/reports/jacoco/test/html
./gradlew bootRun Startet das Backend auf Port 8080

API First Ablauf

  1. Vertrag ändern: src/main/resources/openapi/api.yaml
  2. ./gradlew openApiGenerate → erzeugt DocumentsApi (Interface) und Modelle nach build/generated/openapi (Pakete de.werkbaum.generated.*)
  3. DocumentsController implementiert das Interface mit skipDefaultInterface=true: Weicht die Implementierung vom Vertrag ab, bricht der Build Spezifikation und Code können nicht auseinanderlaufen.

Generierter Code wird nicht eingecheckt und zählt nicht zur Code Coverage.

Teststrategie

  • Behavior-Tests (Cucumber, src/test/resources/features/) testen die API von außen gegen die laufende Anwendung (RANDOM_PORT): Statuscodes, Payloads, Fehlerpfade. Die Szenarien sind auf Deutsch (# language: de) und dienen als lebende Dokumentation.
  • Unit-Tests (JUnit 5 + MockK) decken die Geschäftslogik isoliert ab: DocumentService (Versionierung, Zeitstempel per festem Clock, Meilenstein-Regeln), LiveEditingService (Rebasen, Konflikt, Idempotenz, Grenzen) und LineDiff (Anwenden, Berechnen, Überschneidung, Prüfsumme).
  • Gegenprobe statt Zählerei: Zu jeder Regel wird geprüft, dass ihre Mutation genau die nach ihr benannten Zusicherungen fallen lässt. Ein Test, von dem man das nicht geprüft hat, ist nur eine Behauptung.
  • Coverage: JaCoCo, Verifikation mit mind. 80 % Line Coverage (jacocoTestCoverageVerification, hängt an check).

Architektur

api/         DocumentsController (implementiert generiertes Interface),
             GlobalExceptionHandler (RFC 9457 ProblemDetail), Diff-Mapper
service/     DocumentService (Geschäftslogik, Versionierung),
             LiveEditingService (Diffs einreichen), PatchLog, Clock-Bean
diff/        Zeilen-Diff: anwenden, berechnen, rebasen, Prüfsumme (Spring-frei)
repository/  DocumentRepository + DocumentHistoryRepository (Interfaces)
persistence/ JPA-Entities, Spring-Data-Repositories und Adapter (H2/Liquibase)
domain/      Document, ContentPatch (interne Modelle, getrennt vom API-Modell)

Das interne Domänenmodell ist bewusst vom generierten API-Modell getrennt so können API-Vertrag und Persistenz unabhängig voneinander weiterentwickelt werden.

Historie & Wiederherstellung

  • Jede Änderung wird als Snapshot in einer vom Dokument getrennten Historie protokolliert sie überlebt ein DELETE.
  • Zwei Ebenen (D76): Meilensteine sind die nutzersichtbare Historie und bleiben; Sync-Versionen tragen die Diffs des Live-Editings, sind kurzlebig und werden verdichtet. Ohne die Trennung würde die Historie beim getakteten Schreiben zum Transaktionslog hunderte Volltext-Snapshots eines 40-kB-Dokuments je Sitzung.
    • Meilenstein wird ein Stand bei einer strukturellen Änderung (Anlegen, Löschen, Wiederherstellen, Rückfall), beim Vollersatz per PUT und nach einer Schreibpause. Letzteres ohne Zeitgeber: Die nächste Änderung stellt fest, dass eine Pause war, und befördert die Version davor nachträglich. Auf Knopfdruck setzt PATCH /content denselben Schalter (milestone: true).
    • Stellschrauben: werkbaum.live-editing.milestone-pause (30 s) und sync-retention (1 h).
  • GET /api/v1/documents/{uuid}/history liefert die Meilensteine (älteste zuerst) und immer den jüngsten Stand; Identifier ist die UUID, wie bei GET (der Titel ist nicht eindeutig).
  • POST /api/v1/documents/{uuid}/restore stellt ein gelöschtes Dokument unter derselben UUID wieder her (RESTORED, letzter Stand aus dem Tombstone). Mit optionalem Body {"version": n} wird eine bestimmte Version übernommen bei einem noch lebenden Dokument ist das ein Rückfall (ROLLED_BACK), kein Wiederherstellen: Der Client hatte nie eine Sperre. Ohne Zielversion antwortet der Server bei existierendem Dokument mit 409, eine bereits verdichtete Zielversion mit 404.

Live-Editing: Änderungen als Zeilen-Diff

PATCH /api/v1/documents/{uuid}/content nimmt eine Änderung als Diff gegen eine Basisversion entgegen — Zeilen sind opake Strings, das Backend parst die Notation nicht (D14).

{ "baseVersion": 41, "checksum": "sha256:9f2b…",
  "clientId": "c-8a41…", "seq": 17,
  "ops": [ { "op": "replace", "index": 12, "count": 1,
             "lines": ["  - [~] Backend (L) @ben"] } ] }
  • Der Server rebased selbst. Ist die Basis veraltet, überschneiden sich die Operationen aber nicht mit den zwischenzeitlichen, verschiebt er sie und antwortet mit 200; die fremden Operationen stehen in opsSinceBase, damit der Client seine Schattenkopie nachzieht. Reines Ablehnen führte zu Starvation — ein Client mit hoher Latenz käme bei fleißigen Mitschreibern womöglich nie durch.
  • 409 nur bei echter Überschneidung, mit currentVersion und dem Diff von der eingereichten Basis dorthin — der Client entscheidet, ohne neu zu laden. Eine Einfügung ist dabei ein Punkt zwischen den Zeilen: an den Rändern eines fremden Blocks kein Konflikt, in seinem Inneren schon.
  • checksum ist Pflicht. Die Versionsnummer bestätigt nur, dass die Basis dieselbe Version ist, nicht dass beide Seiten sie gleich lesen. Passt sie nicht: 422, Client lädt einmal neu. Ebenso bei Index außerhalb, bereits verdichteter Basis und veralteter seq.
  • clientId + seq machen den Aufruf wiederholbar. Geht die Antwort unterwegs verloren, liefert eine Wiederholung das Ergebnis von damals, statt die Änderung ein zweites Mal anzuwenden.
  • 400 bei Grenzüberschreitung (max-ops, max-content-length) und bei delete/replace ohne count — als 0 gelesen täte die Operation stillschweigend nichts.
  • Ohne milestone: true entsteht eine Sync-Version (siehe Historie oben); der Knopfdruck setzt das Feld.

Die Änderung eines Dokuments läuft strikt sequenziell (Sperre je UUID, außerhalb der Transaktion — innen gäbe der Proxy sie vor dem Commit frei).

Live-Editing: der Änderungsfeed

GET /api/v1/documents/{uuid}/changes?since={version}&wait={sekunden} liefert alles, was seit since geschehen ist. Gibt es nichts, hält der Server die Anfrage offen und antwortet sofort, sobald eine Änderung eintrifft; sonst 204, und der Client fragt erneut. Kosten im Leerlauf: eine offene Anfrage je Beobachter, rund 2,4 Requests pro Minute.

  • Der Feed arbeitet auf der Historie, nicht am Dokument. Ein gelöschtes Dokument muss sein DELETED noch zustellen können — 404 gibt es deshalb nur bei gänzlich unbekannter UUID.
  • Ist since verdichtet (oder 0, also Erstkontakt), kommt statt ops der Volltext; fromVersion fehlt dann. Ein Roundtrip und ein Sonderzustand weniger als ein eigener Fehlerpfad — und über hunderte Versionen hinweg wäre der Cursor ohnehin nicht zu retten.
  • Ereignisse: CREATED, UPDATED, DELETED, RESTORED, ROLLED_BACK, je mit clientId und displayName des Absenders. (RENAMED kommt mit PATCH /title; solange es das nicht gibt, wäre der Typ eine Zusage ohne Deckung.)
  • Cache-Control: no-store ist Pflicht: Ein Proxy dürfte sonst eine 204 zwischenspeichern, und der Feed stünde still.
  • wait wird serverseitig geklemmt (werkbaum.live-editing.max-wait, 25 s).

Umgesetzt blockierend auf virtuellen Threads (spring.threads.virtual), nicht mit DeferredResult: So behält der Endpunkt die aus der Spezifikation generierte Signatur, und ein Wartender kostet trotzdem fast nichts. Geweckt wird nach dem Commit — davor läse ein Beobachter einen Stand, der noch nicht steht. Voraussetzung ist eine Einzelinstanz; hinter einem Load Balancer erführe ein Beobachter auf der zweiten Instanz nichts. Begründung: D76-Nachtrag 5.

Master-Passwort für die Dokumentenliste

GET /api/v1/documents listet alle Dokumente und machte damit jede UUID auffindbar — das Zugriffsmodell „unerratbarer Link" wäre hinfällig. Dieser eine Endpunkt verlangt deshalb HTTP Basic mit dem Benutzer werkbaum:

export WERKBAUM_MASTER_PASSWORD_HASH="{bcrypt}$(htpasswd -bnBC 12 "" geheim | tr -d ':\n')"
  • Ohne gesetzten Hash ist die Liste gesperrt (401), nicht offen. Ein vergessener Konfigurationsschritt darf nichts preisgeben; beim Start warnt das Log.
  • Der Hash trägt sein Verfahren als Präfix ({bcrypt}…) — so steht in der Konfiguration, womit gehasht wurde.
  • Nach max-attempts Fehlversuchen (5) ist der Endpunkt für lockout (15 min) gesperrt: 429 mit Retry-After. Die Sperre ist global, nicht je Adresse — es gibt genau ein Passwort, und hinter einem Reverse Proxy sähe der Server ohnehin für alle dieselbe Adresse. Der Preis: Wer falsch rät, sperrt die Liste für alle; die Dokumente selbst bleiben über ihre UUID erreichbar.
  • Die API ist zustandslos: keine Sitzung, kein CSRF-Token (der schützte hier nichts und bräche jeden Client).

Vorbereitete Erweiterungen

Autorisierung

  • Geschützt ist bisher genau ein Endpunkt, siehe unten. Alles andere ist über die unerratbare UUID erreichbar — das ist das Zugriffsmodell, nicht eine Lücke.
  • bearerAuth (JWT) ist in der OpenAPI-Spec als Security Scheme definiert, aber noch auf keine Operation angewendet. Später kommt echte Authentifizierung als Schicht davor; am Protokoll ändert sich dadurch nichts.

Live-Editing (Konzept: docs/live-editing-proposal.md, Entscheidung: D76)

  • Offen: Umbenennen per PATCH /title (und damit das Ereignis RENAMED) sowie die Client-Anpassung im Frontend.
  • DocumentUpdateRequest.expectedVersion ist im Vertrag vorgesehen, wird aber noch nicht ausgewertet.

Clientseitige Verschlüsselung

  • content ist ein opaker String, den der Server nie interpretiert. Der Wechsel auf Ciphertext erfordert keine API-Änderung; ggf. kommen später Metadaten-Felder (z. B. Schlüssel-ID, Nonce) als eigene Properties hinzu.

Persistenz

  • H2 im File-Modus (./data/editor.mv.db) mit MODE=PostgreSQL läuft im Server-Prozess, keine Datenbank-Installation nötig. Dokumente und Historie überleben einen Neustart.
  • Schema per Liquibase im formatierten SQL-Format (src/main/resources/db/changelog/db.changelog-master.sql, kein XML). Neue Änderungen werden als weitere --changeset-Blöcke angehängt; Hibernate validiert nur (ddl-auto: validate).
  • Umstieg auf echtes PostgreSQL: im Wesentlichen JDBC-URL/Credentials in der application.yaml tauschen und den Postgres-Treiber als Dependency ergänzen Schema-Migrationen und Code bleiben unverändert.
  • Tests laufen gegen H2 in-memory (src/test/resources/application.yaml), mit demselben Liquibase-Schema.
  • Service-Methoden sind @Transactional: Dokument-Änderung und Historieneintrag werden atomar geschrieben.

Betrieb auf der stabilen Instanz

scripts/deploy-backend.sh (im Repo-Wurzelordner) baut das Fat-Jar, legt es samt systemd-User-Unit ins Home des Servers und startet den Dienst neu; scripts/install-jdk.sh bringt einmalig ein JDK 21 dorthin. Der Dienst lauscht nur auf 127.0.0.1 — von außen kommt man über die Proxy-Regel in scripts/prod.htaccess, die der Frontend-Deploy mitspiegelt.

  • Speicher: -Xmx192m -Xms48m plus Freiraum-Verhältnisse; gemessen rund 174 MB RSS gegen 291 MB ohne Angaben. Nach einem GC leben ~45 MB. Zu wenig Luft? BACKEND_XMX in .env.
  • Master-Passwort: <BACKEND_DIR>/env auf dem Server, Modus 600. Ohne Hash bleibt GET /documents gesperrt.
  • Datenbank: H2 im Dateimodus unter <BACKEND_DIR>/data/. Ein Deploy fasst das Verzeichnis nicht an (kein --delete). Umstieg auf das dort laufende PostgreSQL: JDBC-URL in der application.yaml tauschen und den Treiber ergänzen — Schema und Code bleiben.
  • Nachsehen: systemctl --user status werkbaum-backend, tail -f <BACKEND_DIR>/backend.log.

Begründungen: docs/DECISIONS.md D77 (und D76-Nachträge 13 zur Vermessung der Zielumgebung).

Hinweise

  • Versionsnummern in build.gradle.kts (Spring Boot, OpenAPI Generator, Cucumber, MockK) beim ersten Build ggf. auf den aktuellen Patch-Stand heben.