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werkbaum/docs/rfc/001-mcp-server.md
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mhoennigandClaude Fable 5 1e9cc93cb9 docs(rfc): MCP-Server für KI-Agenten — RFC 001, Plan-Knoten #ai.mcp, D93 (festgelegt, nichts gebaut)
Ein Node-Paket, das die headless-Module des Frontends unverändert
importiert (kein zweiter Parser, D14), den Plan als Ressource und Tools
anbietet (Baum, Warnungen, günstigster Pfad, Knoten-Verben) und
Änderungen als Zeilen-Diff mit Basisversion schreibt (D76); Leitplanken:
keine beschädigte Notation, kein [^] von einem Agenten. Geteiltes Dokument
und Git zugleich: nach jedem Agenten-Zug committet der Server über
pull-doc --git-commit (D88). Entscheidungen der Multiple-Choice-Runde in
RFC §11 und D93.

Co-Authored-By: Claude Fable 5 <noreply@anthropic.com>
2026-09-02 09:25:02 +02:00

33 KiB

RFC 001 — MCP-Server: Werkbaum für KI-Agenten außerhalb des Editors

Status Abgestimmt (2026-09-02, Entscheidungen in §11 und D93) — nichts gebaut
Plan-Knoten #ai.mcp in docs/examples/werkbaum.werkbaum
Entscheidung D93 in docs/DECISIONS.md (Verweis auf dieses RFC)
Berührt frontend/src/* (headless-Module, lesend), neues Paket mcp/, tools/pull-doc (Aufrufer), README, .mcp.json
Berührt nicht Notation (SPEC), llms.md, Backend-Code, Deploy-Skripte

1. Zusammenfassung

Werkbaum bekommt einen MCP-Server (Model Context Protocol): ein kleines Node-Paket, das KI-Agenten außerhalb des Editors — Claude Code, IDE-Agenten, Desktop-Assistenten — einen Werkbaum-Plan als Ressource (Text) und als Werkzeuge (Baum, Warnungen, günstigster Pfad, Schreiben) anbietet.

Der Server parst nicht selbst: Er importiert die headless-Module des Frontends (parser.js, model.js, live.js) unverändert. Damit bleibt D14 gewahrt — es gibt weiterhin genau einen Parser — und ein Agent bekommt wörtlich dieselben Warnungen, effektiven Status und Stationen, die das Diagramm zeigt.

Geschrieben wird über denselben Weg wie aus dem Editor: als Zeilen-Diff gegen eine Basisversion mit Prüfsumme (D76). Fremde Änderungen werden nie überschrieben, ein Konflikt kommt als Fehler zurück, und in jedem offenen Editor steht „geändert von: Claude Code“. Zwei Leitplanken gelten auf jedem Schreibvorgang: keine beschädigte Notation (Struktur-Warnungen blockieren, inhaltliche werden gemeldet), kein [^] von einem Agenten.

Der Server arbeitet bevorzugt auf dem geteilten Dokument — dort sitzen die Menschen —, und derselbe Plan kann zugleich unter Git-Kontrolle stehen: Nach jedem Agenten-Schreibvorgang committet der Server den Serverstand über das vorhandene tools/pull-doc --git-commit (D88) in eine Spiegel-Datei. Der Server ist die Quelle, Git das Archiv (§5.7).

Das ist die Gegenrichtung zu #ai.dialog: Dort käme ein Modell in den Editor, hier geht der Plan zu Agenten, die schon irgendwo laufen. Beides teilt sich den Boden (llms.md, D43) und die Module; keines ersetzt das andere.

2. Motivation

Heute kann ein Agent mit einem Werkbaum-Plan dreierlei tun — und alles davon nur halb:

  1. Eine .werkbaum-Datei lesen und schreiben. Das geht mit Claude Code bereits, llms.md erklärt die Notation (D43). Aber der Agent muss die Semantik selbst nachrechnen: Ist der Plan warnungsfrei? Welcher Knoten ist effektiv wie weit (§4)? Was ist die nächste Station auf dem günstigsten Pfad (§9)? Für all das gibt es im Frontend geprüfte Funktionen — der Agent bekommt sie nicht zu sehen und rät stattdessen. Beim Größen-Konflikt (D62) oder der Closure-Rechnung (D42) ist Raten nachweislich falsch.
  2. Ein Server-Dokument (?live=) anfassen. Nur per curl gegen die REST-API — mit Volltext-PUT, also ohne das Zeilen-Diff-Protokoll (D76). Ein Agent, der so schreibt, überschreibt, was ein Mensch in der Zwischenzeit getippt hat; genau der Verlust, gegen den D89 vier Netze gespannt hat.
  3. Den Plan im Editor ändern lassen#ai.dialog ist eine Idee ohne Entwurf.

MCP ist inzwischen die Verkehrssprache dafür: Claude Code, Claude Desktop, Cursor, IntelliJ-Agenten und die Anthropic-API selbst (MCP-Connector) sprechen es. Ein Server, der Werkbaum darüber anbietet, macht Punkt 1 und 2 auf einen Schlag richtig — und zwar für alle diese Hosts, nicht nur für einen.

3. Ziele und Nicht-Ziele

Ziele

  • Ein Agent kann einen Plan lesen (Datei oder Server-Dokument) und den Notationsleitfaden dazu bekommen.
  • Ein Agent kann den Plan befragen, ohne die SPEC nachzuimplementieren: Baum mit allem, was das Diagramm weiß; Warnungen; günstigster Pfad samt Stationen und Personen-Last.
  • Ein Agent kann den Plan ändern, ohne fremde Arbeit zu überschreiben, und jede Änderung ist im Editor als Agenten-Änderung erkennbar.
  • Kein zweiter Parser, keine zweite Semantik (D14).
  • Kein Geheimnis läuft durch den Server, das er nicht braucht.

Nicht-Ziele (Abgrenzung — wird nicht gebaut, siehe §9)

  • Kein LLM im Server. Der Server ruft kein Modell auf und kennt keinen API-Schlüssel. Das Modell sitzt im Host; #ai.key bleibt ein eigener Knoten.
  • Keine neue Notation. Nichts an SPEC oder llms.md ändert sich.
  • Kein Backend-Umbau. Die vorhandene REST-API genügt (§7.3).
  • Kein Taiga über MCP in der ersten Fassung (§9).
  • Keine Rechteverwaltung — der Server erbt das Zugriffsmodell des Backends (unerratbare UUID, D76) und erfindet keines dazu.
  • Kein Ersatz für #ai.dialog und kein Chat im Editor.

4. Begriffe (soweit hier nötig)

MCP trennt Hosts (die Anwendung mit dem Modell: Claude Code, Desktop, IDE) von Servern (Prozesse, die Fähigkeiten anbieten). Ein Server bietet drei Dinge an:

  • Resources — lesbare Inhalte mit URI, vom Host in den Kontext geholt („zeig mir den Plan“).
  • Tools — aufrufbare Funktionen mit JSON-Schema, die das Modell selbst wählt („prüfe den Plan“, „setze den Status“).
  • Prompts — vorgefertigte Anweisungen, die der Nutzer auswählt („zerlege diesen Knoten“).

Transporte: stdio (der Host startet den Server als Kindprozess — der Normalfall für lokale Werkzeuge) und Streamable HTTP (ein Netzwerk-Endpunkt; hat 2025 das ältere SSE-Verfahren abgelöst). Die Protokollrevision wird vom SDK getragen; dieses RFC legt keine fest.

5. Vorschlag

5.1 Architektur

 Host (Claude Code, IDE, Desktop)          Werkbaum
 ┌──────────────┐   stdio / JSON-RPC   ┌──────────────────────────────┐
 │  Modell      │◄────────────────────►│ mcp/server.js                │
 │  + Werkzeuge │                      │  ├─ resources  (Text, Guide) │
 └──────────────┘                      │  ├─ tools      (inspect,     │
                                       │  │              write)       │
                                       │  └─ stores                   │
                                       │       ├─ file   (fs)         │
                                       │       └─ live   (REST, D76)  │
                                       │  importiert unverändert:     │
                                       │  frontend/src/parser.js      │
                                       │  frontend/src/model.js       │
                                       │  frontend/src/live.js        │
                                       └──────────────┬───────────────┘
                                                      │ HTTP
                                       ┌──────────────▼───────────────┐
                                       │ Backend  /api/v1/documents/… │
                                       └──────────────────────────────┘

Ein Paket mcp/ neben frontend/ und backend/, eigenes package.json, ES-Module. Es hat keine Kopie von Werkbaum-Logik; alles Entscheidbare kommt aus frontend/src. Was das Paket selbst beisteuert, ist Verdrahtung: MCP-Rahmen, zwei Ablagen, JSON-Serialisierung des Baums und die Leitplanken.

5.2 Ablagen

Ein Plan wird über eine Quelle adressiert — dieselben drei, die ein Mensch hat, minus ?sourceUrl= (nur lesend, kommt bei Bedarf dazu):

Quelle Adressform Lesen Schreiben
Datei absoluter Pfad oder relativ zum Arbeitsverzeichnis fs atomar (Temp-Datei + rename); nur, wenn die Datei seit dem Lesen unverändert ist (Prüfsumme)
Server-Dokument https://…/api/v1/documents/<uuid> oder der geteilte ?live=-Link (ausgepackt wie bei pull-doc, D88) GET PATCH /content mit Zeilen-Diff, baseVersion, checksum (D76)
Leitfaden werkbaum://guide frontend/public/llms.md

Der Dateizugriff ist auf erlaubte Wurzeln begrenzt (Startparameter --root, Voreinstellung: das Arbeitsverzeichnis des Hosts). Ein Agent, der einen Pfad außerhalb nennt, bekommt einen Fehler — nicht, weil ihm misstraut wird, sondern weil der Plan-Text Fremddaten ist (§8).

5.3 Resources

URI Inhalt MIME
werkbaum://guide llms.md — der Notationsleitfaden (D43) text/markdown
werkbaum://file/<pfad> Notationstext der Datei text/plain
werkbaum://doc/<url-encoded dokument-url> Notationstext des Server-Dokuments, mit version als Metadatum text/plain

Resources sind bewusst nur der Text: Er ist das führende Format (D14), und ein Agent, der ihn im Kontext hat, kann mit llms.md schon alles lesen. Die Semantik kommt aus den Tools.

5.4 Tools

Wenige Verben, sprechend benannt, alle mit source als erstem Parameter (Pfad oder URL):

Tool Eingabe Ausgabe Nutzt
werkbaum_read source Text, version/Prüfsumme, Zeilenzahl Ablage
werkbaum_inspect source, optional id (Teilbaum), include: [tree, warnings, path] JSON: Baum je Knoten mit id, label, line, gate, optional, status, effectiveStatus, size, assumedSize, tags, deps, desc, taigaSlug, ticketRef; Warnungen als {type, line, …} plus englischer Klartext; Pfad als Liste der nötigen Knoten, Stationen in Dokumentreihenfolge, assigneeLoads, overloadedAssignee, exact (D42) parse, effectiveStatus, computeCheapPlan, assigneeLoads, taigaSlugs, warningText
werkbaum_set_status source, id, status (Code der §4-Tabelle), base neuer Stand (Version, Prüfsumme), Warnungs-Delta setStatusBox (parser.js), Ablage
werkbaum_apply_ops source, base, ops[] (insert/replace/delete mit index, count, linesdasselbe Schema wie LineOperation der API) wie oben applyOps (live.js), Ablage
werkbaum_write source, base, text (Volltext) wie oben computeOps (live.js) → Diff → Ablage
werkbaum_add_node source, base, parent (ID), line (die Knotenzeile ohne Einrückung, z. B. - [ ] #auth.token: Token prüfen (S)), optional after (ID eines Geschwisters) wie oben addNodeLine (edit.js)
werkbaum_move_node source, base, id, parent (neue Eltern-ID), optional after wie oben; der Teilbaum samt Beschreibungs- und Fortsetzungszeilen wandert mit, Einrückung wird angepasst moveSubtree (edit.js)
werkbaum_set_size source, base, id, size (XSXXL oder null zum Entfernen) wie oben setSizeToken (edit.js)
werkbaum_remove_node source, base, id, discard: true|false wie oben — discard setzt [-] (die Notation für „bewusst nicht“, §4), false löscht den Teilbaum samt seinen Blöcken setStatusBox bzw. removeSubtree (edit.js)

Die Knoten-Verben (Nutzer-Entscheidung, §11) sind Bequemlichkeit für das Modell: apply_ops könnte jedes davon ausdrücken, aber ein Agent, der Zeilenindizes ausrechnen muss, verrechnet sich — ein Verb mit ID ist die robustere Schnittstelle. Damit dabei keine zweite Stelle mit Zeilenformat-Wissen entsteht, liegen die Text→Text-Regeln als frontend/src/edit.js neben setStatusBox/setFoldMark (parser.js) und appendToken (taiga.js) — headless, getestet, und später auch für #ai.dialog da (§7.1). Das MCP-Paket verdrahtet sie nur.

base ist Pflicht bei jedem Schreiben{version, checksum} vom letzten Lesen. Ohne base wird nicht geschrieben. Das ist die Idempotenz- und Konfliktregel aus D76, unverändert übernommen.

Warnungen tragen Typ und Text. Der Typ (sizeConflict, unknownDep, …) ist für den Agenten das Verlässliche; der englische Text kommt dazu, weil das Modell ihn ohne Nachschlagen versteht. Die Texte sind die Editor-Texte (warningText, D33-Nachtrag) in Englisch — nicht nacherzählt (§7.1).

5.5 Schreib-Leitplanken

Auf jedem der drei Schreib-Tools, vor dem Schreiben:

  1. Keine beschädigte Notation. Der Ergebnis-Text wird geparst; trägt er Struktur-Warnungen, die der Ausgangstext nicht hatte — mixedGate, unknownStatus, descStray, duplicateId —, wird nicht geschrieben, und die Antwort nennt sie. Das sind die Warnungen, bei denen der Text als Notation kaputt ist: eine Zeile, die der Parser anders liest, als sie gemeint war. Schalter allowWarnings: true je Aufruf erlaubt es ausdrücklich. Inhaltliche WidersprüchesizeConflict, assigneeOverload, xorConflict, unknownDep, unknownDesc — werden geschrieben und gemeldet: Ein Agent arbeitet in Zwischenschritten (das Ziel einer Abhängigkeit entsteht oft erst im nächsten Zug), und im Diagramm sieht ein Mensch sie als bernsteinfarbene Marke, genau wie bei einer eigenen Änderung (Nutzer-Entscheidung, §11; die strengere Fassung „jede neue Warnung blockiert“ war der Vorschlag). Verschwindende Warnungen sind immer erlaubt, und jede Antwort trägt das vollständige Warnungs-Delta.
  2. Kein [^] von einem Agenten. in Produktion ist die Aussage eines Deploys (D30), nicht die eines Modells. set_status lehnt prod ab, apply_ops/write lehnen ein Ergebnis ab, in dem ein Knoten neu [^] trägt. Schalter allowProd: true je Aufruf — mit derselben Begründung: ausdrücklich, nie still.
  3. Konflikt ist ein Fehler, keine Entscheidung. Bei 409 (Server) oder geänderter Datei kommt der aktuelle Text mit zurück; der Agent — und im Zweifel der Mensch hinter ihm — entscheidet. Der Server rebased nichts selbst über das hinaus, was das Backend ohnehin tut (D76: nicht überlappende Ops verschiebt der Server; das bleibt).

Alle drei sind reine Verdrahtung um vorhandene Regeln; der Parser selbst bleibt fehlertolerant, wie SPEC §4 es verlangt.

5.6 Identität und Sichtbarkeit

Jeder Schreibvorgang an ein Server-Dokument geht mit clientId mcp-<zufall> (je Serverprozess, sessionStorage-Äquivalent: je Prozess eine laufende seq, D76-Nachtrag 7) und einem displayName, der den Host nennt: den Namen, den der Host im MCP-Handshake mitschickt (clientInfo.name, etwa „Claude Code“), mit Rückfall „Agent“, wenn er keinen nennt; --name übersteuert beides (Nutzer-Entscheidung, §11). In jedem offenen Editor steht damit in der Historie „geändert von: Claude Code“ (D86) — der Mensch sieht, welches Werkzeug es war, und kann es über die Meilensteine zurückholen. Der Name bleibt eine Behauptung, kein Nachweis — dieselbe Einordnung wie beim Anzeigenamen eines Menschen (D86).

5.7 Geteiltes Dokument und Git — beides zugleich

Die Frage, an der die Ablage-Wahl hängt: Ein Agent soll auf dem geteilten Dokument arbeiten (dort sitzen die Menschen, dort greift das Konfliktprotokoll), und derselbe Plan soll unter Git-Kontrolle stehen (Diff, Blame, Review, ein Netz außerhalb des Servers — D89). Das sind zwei Wahrheiten für einen Text, und die Antwort ist nicht „eine davon“, sondern eine Richtung: Der Server ist die Quelle, Git ist das Archiv.

Der Weg dafür existiert schon: tools/pull-doc --git-commit (D88, #col.git.pull) holt ein Server-Dokument in ein Worktree und committet es datiert, nur bei Änderung, mit Titel und Server-Version in der Nachricht. Aus dem Cron heraus archiviert sich ein Plan damit selbst. Der MCP-Server setzt genau darauf auf:

  • Spiegel-Datei (--mirror <datei>): Ist für ein Dokument eine Spiegel-Datei konfiguriert, ruft der Server nach jedem erfolgreichen Agenten-Schreibvorgang pull-doc --git-commit dafür auf. Die Commit-Nachricht nennt zusätzlich den Urheber („via Agent: Claude Code“) — die Git-Historie kann Agenten-Änderungen dann so auseinanderhalten, wie es die Server-Historie über displayName tut (D86). Menschliche Änderungen dazwischen fängt weiterhin der Cron; wer keinen hat, bekommt sie spätestens mit dem nächsten Agenten-Zug ins Git, denn pull-doc committet den ganzen Serverstand, nicht nur die Agenten-Zeilen.
  • Die Spiegel-Datei ist für den Agenten lesbar, aber nicht der Schreibweg. Ein Agent in Claude Code sieht die Datei im Repo und könnte sie direkt editieren — beim nächsten pull-doc wäre das überschrieben. Deshalb: werkbaum_write/apply_ops/set_status auf eine Datei, die als Spiegel eines Dokuments konfiguriert ist, werden umgeleitet an das Dokument (der Server kennt die Zuordnung) und die Antwort sagt es. Ein Agent, der die Datei mit seinen eigenen Werkzeugen (Editor, sed) anfasst, ist außerhalb des MCP-Servers — dagegen hilft nur die D88-Regel, die schon da ist: Eine schmutzige Spiegel-Datei wird beim nächsten Commit trotzdem vom Serverstand überschrieben, und der Commit macht die Abweichung im Diff sichtbar statt sie zu verstecken.
  • Nicht gebaut wird die Umkehrung — Git als Quelle und der Server als Spiegel (#col.git.pr für Pläne, die sich wöchentlich ändern, oder #col.git.auto, bei dem das Backend selbst committet). Beides sind eigene Knoten mit eigenen Fragen (Konfliktmarker mitten in der Notation, ROADMAP „Gemeinsam an einem Diagramm arbeiten“); der MCP-Server soll sie weder vorwegnehmen noch ausschließen. Kommt #col.git.auto, wird --mirror schlicht überflüssig — die Schnittstelle des Servers ändert sich dadurch nicht.

Im Plan steht das als #ai.mcp.mirror mit Abhängigkeit auf #col.git.pull.

5.8 Prompts (optional, Phase 6)

Zwei vorgefertigte Anweisungen, die ein Host dem Nutzer anbietet:

  • werkbaum/review — „Prüfe diesen Plan: Warnungen, Größen, fehlende Zerlegung ab M, unklare Zuständigkeiten“ (nutzt inspect, schreibt nichts).
  • werkbaum/decompose — „Zerlege Knoten #id in Teilpakete mit Größen“ (endet in apply_ops, mit den Leitplanken).

Beides sind Texte, keine Logik; sie leben im Paket und nicht in llms.md (das bleibt Notation, D43).

5.9 Konfiguration und Start

node mcp/server.js [--root <dir>]… [--server <backend-basis>] [--name <anzeige>]
                   [--mirror <dokument-url>=<datei>]…
  • --root: erlaubte Dateiwurzeln (mehrfach). Ohne Angabe: cwd.
  • --server: Voreinstellung für relative Dokument-Angaben (<uuid> statt voller URL). Ohne Angabe muss die URL vollständig sein.
  • --name: displayName für Server-Schreibvorgänge.
  • --mirror: Spiegel-Datei je Dokument (§5.7); die Datei muss in einem git-Worktree unter einer erlaubten Wurzel liegen — pull-doc prüft das ohnehin.

Für Claude Code:

claude mcp add werkbaum -- node /pfad/zu/werkbaum/mcp/server.js --root .

Im Repository selbst liegt eine .mcp.json, damit Claude Code hier den Server von selbst hat — der Plan docs/examples/werkbaum.werkbaum ist damit das erste Dokument, an dem der Server benutzt wird (Dogfooding, dieselbe Logik wie D27).

6. Alternativen

A — Server im Kotlin-Backend (Spring AI MCP)

Pro: ein Deployment, Streamable HTTP frei Haus, sitzt direkt an den Dokumenten. Contra: Jedes nützliche Tool braucht den Parser. Entweder entsteht ein Kotlin-Parser — genau die zweite Grammatik, die D14 verbietet — oder der Server bietet nur Dokument-CRUD an, und das kann ein Agent per REST schon heute. Dazu die erste Spring-AI-Abhängigkeit im Backend. Verworfen (#ai.mcp.kotlin als [-] im Plan).

B — Node-Paket, das die Frontend-Module importiert (Vorschlag)

Pro: ein Parser, eine Semantik; die Module sind headless und getestet (D54-Nachtrag 3 ist die Hausregel dafür); stdio ist der Transport, den alle lokalen Hosts können; kein Backend-Umbau. Contra: ein zweites Node-Paket im Repo; die Dependency-Frage (§7.4); Remote-Zugriff erst mit Phase 6. Gewählt.

C — Nichts bauen: Agenten lesen llms.md und editieren Dateien

Pro: funktioniert heute mit Claude Code. Contra: keine Semantik (der Agent rät Warnungen, Pfad, effektiven Status), keine Server-Dokumente außer per curl, Schreiben an geteilte Dokumente ohne Konfliktschutz. Das ist der Ausgangszustand aus §2. Bleibt als Rückfall bestehen — der Server ersetzt llms.md nicht.

D — OpenAPI der REST-API den Agenten geben

Pro: null neuer Code, die Spec existiert. Contra: dieselbe Semantik-Lücke wie C, und die API spricht Volltext-PUT oder Zeilen-Ops mit Prüfsumme — ein Modell, das die Prüfsumme selbst rechnen soll, ist eine Fehlerquelle mit Ansage. Verworfen.

E — #ai.dialog zuerst (Modell im Editor)

Pro: der Nutzer bleibt im Werkzeug. Contra: andere Frage (welches Modell, wessen Schlüssel, welche UI); bringt den Plan nicht zu den Agenten, die Menschen heute schon benutzen. Nicht konkurrierend — B liefert die Module, die E später auch braucht (JSON-Baum, Leitplanken).

7. Impact auf den bestehenden Code

Grundsatz: Das Frontend wird gelesen, nicht umgebaut. Wo doch etwas zu ändern ist, ist es eine Verschiebung ohne Verhaltensänderung.

7.1 frontend/src/ — Änderungen

Datei Was Warum
app.js → neu i18n.js Das I18N-Objekt (ab app.js:3287) in ein headless-Modul verschieben; app.js importiert es. Der Server braucht warningText(w, t) mit englischem t. Die Texte leben heute im UI-Modul, das DOM voraussetzt. Eine Kopie im MCP-Paket wäre die Drift, vor der D33-Nachtrag warnt. Reine Verschiebung; der Vite-Bundle bleibt gleich.
warnings.js unverändert importiert nur esc aus render.js; render.js ist headless bis zum Aufruf.
parser.js unverändert parse, setStatusBox, STATUS_BY_CODE, SIZE_RANK sind exportiert.
model.js unverändert effectiveStatus, computeCheapPlan, assigneeLoads, overloadedAssignee, taigaSlugs, assumedSize sind exportiert.
live.js checksum() läuft in Node unverändert (globalThis.crypto.subtle gibt es ab Node 20). Prüfen, sonst Rückfall auf node:crypto im MCP-Paket, nicht in live.js. Die Prüfsumme ist Pflichtfeld des Patches (D76).
taiga.js ticketRefOf, collectTicketRefs nur lesend für inspect (ticketRef, taigaSlug je Knoten); appendToken für set_size kein Taiga-Zugriff, nur die Auskunft, was im Text steht.
neu edit.js Text→Text-Regeln der Knoten-Verben: addNodeLine(text, parentId, line, afterId), moveSubtree(text, id, parentId, afterId), setSizeToken(text, id, size), removeSubtree(text, id). Zeilenweise, zeichengenau, mit Tests wie setFoldMark/expandShortIds. Kennt Einrückung (§2), Fortsetzungs- und Beschreibungszeilen (§1: die wandern mit ihrem Knoten) und lässt Kommentare stehen. Die eine Stelle für „Zeile eines Knotens umbauen“; app.js benutzt sie zunächst nicht, #ai.dialog später schon. Bewusst nicht in parser.js: Der wird sonst zum Sammelbecken.

Was nicht ins Frontend zurückfließt: die JSON-Serialisierung des Baums (mcp/inspect.js) — sie ist eine Sicht für Agenten, keine Editor-Logik (Nutzer-Entscheidung, §11). Sollte #ai.dialog sie später brauchen, wandert sie dann.

7.2 Neues Paket mcp/

mcp/
  package.json          name: werkbaum-mcp, type: module, bin: server.js
  server.js             MCP-Rahmen: Resources, Tools, Prompts registrieren; stdio
  stores/file.js        lesen, Prüfsumme, atomar schreiben, Wurzel-Prüfung
  stores/live.js        GET / PATCH gegen /api/v1/documents (D76), clientId/seq
  inspect.js            Baum → JSON, Warnungen → {type, line, text}, Pfad → Stationen
  guard.js              Leitplanken (§5.5): Struktur-Warnungen, [^]-Sperre
  verbs.js              Knoten-Verben → Aufrufe von frontend/src/edit.js, dann Ablage
  tests/*.test.js       Vitest gegen einen In-Memory-Transport des SDK; Fixtures = SPEC §10 und der mitgelieferte Plan

Die Regeln in inspect.js und guard.js sind Text→JSON bzw. Text→Text und damit headless testbar — die Hausregel aus D54-Nachtrag 3 gilt auch hier; server.js verdrahtet nur.

7.3 Backend

Keine Änderung nötig. Genutzt werden GET /documents/{id}, PATCH /documents/{id}/content und GET /info — alle vorhanden. Zwei Dinge sind zu prüfen, nicht zu bauen:

  • Der Server sendet displayName — steht in der Historie (D86), gemessen gegen ein lokales Backend.
  • clientId-Präfix mcp-: Das Backend behandelt es wie jeden Client; ein späterer Filter („nur menschliche Änderungen zeigen“) wäre ein eigener Wunsch.

Perspektivisch berührt: #col.live.owner. Sobald Verwaltungs-Aktionen an ein Owner-Passwort gebunden sind, braucht der MCP-Server einen Weg, es zu übergeben — nie als Tool-Parameter (Prozessliste, Transkript), sondern als Umgebungsvariable des Serverprozesses. Das ist heute keine Arbeit, nur eine Vormerkung.

7.4 Abhängigkeit: @modelcontextprotocol/sdk

CLAUDE.md: keine neuen Laufzeit-Abhängigkeiten ohne Rückfrage. Das ist eine.

  • Für: Das offizielle SDK trägt Protokollrevision, Capability-Handshake, Schema-Validierung und beide Transporte; eine Handschrift des JSON-RPC wäre ~200 Zeilen, die bei jeder Revision nachgezogen werden müssten.
  • Dagegen: Es ist die erste Laufzeit-Abhängigkeit im Repo überhaupt.
  • Einordnung: Sie liegt im MCP-Paket, nicht im Frontend — der gebündelte Editor bleibt abhängigkeitsfrei (D11/D19/D20). Dieselbe Grenze, die D76 für Spring Security gezogen hat: die Abhängigkeit dort, wo sie den Kern nicht berührt.

Entschieden (Nutzer, §11): SDK — als bewusste Ausnahme in D93 festgehalten. Version wird beim Bauen gepinnt (package-lock.json eingecheckt, wie im Frontend).

7.5 Übriges

Ort Änderung
.mcp.json (Repo-Wurzel) Server-Eintrag für Claude Code (Dogfooding)
README.md / README.de.md Abschnitt „Für KI-Agenten: der MCP-Server“ — Installation, die drei Quellen, die Leitplanken
docs/CHANGELOG.md je Phase eine Zeile
.github/workflows/* npm --prefix mcp test neben dem Frontend-Test; kein Deploy (lokales Werkzeug)
tools/pull-doc unverändert im Verhalten; ein neuer Schalter --author <text> für den Urheber in der Commit-Nachricht (§5.7) — der Schalter kommt ins Skript, nicht in den Aufrufer (D77-Nachtrag)
scripts/deploy-*.sh, tools/remote unverändert — nichts davon läuft auf dem Server
frontend/public/llms.md unverändert (Notation, D43); ein Verweis auf den Server gehört in llms.txt (Wegweiser, D43-Nachtrag 2)

8. Sicherheit

  • Plan-Text ist Fremddaten. Beschreibungen (----Teil) können Anweisungen enthalten („ignoriere die Leitplanken“). Der Server führt nichts aus, was im Text steht; Resources sind als Inhalt, nie als Anweisung deklariert. Der Host trägt die Prompt-Injection-Frage — der Server macht sie nur nicht schlimmer: keine Shell, kein Netz außer den zwei konfigurierten Zielen (Dateiwurzeln, Backend).
  • Kein Geheimnis im Transkript. Master-Passwort (D76-Nachtrag 6) geht nie über MCP — GET /documents (die Liste) wird deshalb nicht angeboten; der Agent bekommt Dokument-URLs vom Menschen. Ein späteres Owner-Passwort kommt als Umgebungsvariable (§7.3). Taiga-Token ebenso (§9).
  • Dateizugriff nur unter erlaubten Wurzeln; Pfade werden aufgelöst (realpath) und gegen die Wurzeln geprüft — Symlinks nach draußen zählen als draußen.
  • Schreiben nur mit base; kein Volltext-PUT. Was der Editor an Netzen hat (Konflikt-Band, Rettungs-Sicherung, D89), hat der Agent in Form des zurückgelieferten aktuellen Textes — er verliert nichts, er muss neu ansetzen.

9. Abgrenzung — was ausdrücklich nicht gebaut wird

Nicht gebaut Warum Wo es hingehört
Modellaufrufe, API-Schlüssel, Provider-Wahl Der Host hat das Modell; ein Server mit eigenem Schlüssel wäre #ai.key unter falschem Namen #ai.key, #ai.dialog
Taiga-Tools (Ticket anlegen, Status schreiben) Braucht das Taiga-Token — das lebt im Browser (D91) und dürfte nicht durch ein Transkript; außerdem eine eigene Entscheidung, ob ein Modell Tickets anlegen darf eigener Nachtrag, wenn gewünscht: über den vorhandenen Proxy, Token aus der Umgebung
Dokumentenliste (GET /documents) Master-Passwort — (der Mensch nennt die URL)
Anlegen/Löschen/Umbenennen von Server-Dokumenten Verwaltung; wartet auf #col.live.owner nach dem Owner-Passwort
Falten (fold/unfold) als Verb Faltmarken sind Darstellung für Menschen (§9); ein Agent liest den ganzen Text ohnehin
Änderungsfeed / Long Polling Ein Agent arbeitet in Zügen, nicht live; read vor jedem Schreiben genügt
Git als Quelle (Server folgt dem Repo) Umkehrung von §5.7; Konfliktmarker mitten in der Notation, eigene Fragen #col.git.pr, #col.git.auto
?sourceUrl=-Quellen nur lesend; der Agent kann die URL selbst holen Nachtrag bei Bedarf
Streamable HTTP Phase 6, hängt an der Authentifizierungsfrage #ai.mcp.http
Ein Kotlin-Server D14 #ai.mcp.kotlin ([-])

10. Umsetzungsreihenfolge

Jede Phase ist für sich abgeschlossen und bekommt ihre CHANGELOG-Zeile; Plan-Knoten gehen beim Mergen auf [x].

  1. Lesen (#ai.mcp.node, #ai.mcp.read): Paket, stdio, Resources für Guide und Datei, werkbaum_read. Nachweis: Claude Code liest den mitgelieferten Plan über die .mcp.json. Vorher: SDK-Entscheidung (§7.4).
  2. Befragen (#ai.mcp.inspect): i18n.js-Verschiebung im Frontend, werkbaum_inspect mit Baum, Warnungen, Pfad. Nachweis: Für den mitgelieferten Plan liefert das Tool dieselbe Stationszahl und dieselben Warnungen wie der Editor (Vergleich gegen die Zahlen, die die DECISIONS-Einträge ohnehin nennen).
  3. Schreiben (#ai.mcp.write, #ai.mcp.guard): Server-Ablage mit PATCH /content, Datei-Ablage atomar, die drei Basis-Schreib-Tools, die Leitplanken. Nachweis gegen ein lokales Backend: Agenten-Änderung erscheint im offenen Editor mit „Claude Code“ in der Historie; ein Konflikt (Mensch tippt dieselbe Zeile) kommt als Fehler mit aktuellem Text zurück, nichts wird überschrieben; ein [^] wird abgelehnt; ein mixedGate wird abgelehnt, ein sizeConflict geschrieben und gemeldet.
  4. Knoten-Verben (#ai.mcp.verbs): frontend/src/edit.js mit Tests (Gegenprobe per Mutation wie bei setFoldMark), dann die vier Verben im Paket. Nachweis: Ein move_node nimmt Beschreibungsblock und Fortsetzungszeilen mit und lässt den Rest des Texts zeichengenau stehen (Vergleich der übrigen Zeilen vorher/nachher).
  5. Spiegel ins Git (#ai.mcp.mirror): --mirror, Aufruf von pull-doc --git-commit nach jedem Agenten-Schreibvorgang, Umleitung von Schreibzugriffen auf die Spiegel-Datei. Nachweis in einem Wegwerf-Worktree: ein Agenten-Zug ergibt genau einen Commit mit Serverstand und Urheber; ein unveränderter Zug keinen; eine von Hand verschmutzte Spiegel-Datei wird vom nächsten Commit überschrieben und die Abweichung steht im Diff.
  6. Prompts und HTTP (#ai.mcp.http, optional): die zwei Prompts; Streamable HTTP erst nach #col.live.owner.

11. Entscheidungen (Multiple-Choice-Runde, 2026-09-02)

Frage Entschieden Anmerkung
SDK-Abhängigkeit @modelcontextprotocol/sdk (§7.4) Ja, SDK erste Laufzeit-Abhängigkeit, isoliert im MCP-Paket; D93
Strenge der Warnungs-Leitplanke (§5.5) Nur Struktur-Warnungen blockieren mixedGate, unknownStatus, descStray, duplicateId; alles Inhaltliche wird geschrieben und gemeldet. Vorgeschlagen war die strenge Fassung — der Nutzer hat die Zwischenschritte eines Agenten höher gewichtet
displayName (§5.6) Host-Name aus dem Handshake Rückfall „Agent“, --name übersteuert
Geteiltes Dokument und Git (§5.7) Server committet je Agenten-Zug über pull-doc --git-commit; Cron für menschliche Änderungen dazwischen
Ort der Baum-Serialisierung (§7.1) Im MCP-Paket wandert, wenn #ai.dialog sie braucht
Schreib-Tools (§5.4) Zusätzlich Knoten-Verben add_node, move_node, set_size, remove_node; Regeln in frontend/src/edit.js, nicht im Paket
Verteilung Nur aus dem Repo .mcp.json; npm erst auf Nachfrage von außen

Weiterhin offen (stellt sich erst beim Bauen oder danach):

  1. Streamable HTTP — wartet auf #col.live.owner; bis dahin stdio.
  2. --author-Schalter in pull-doc — Form der Urheber-Angabe in der Commit-Nachricht (Trailer Co-Authored-By: oder Freitext im Betreff); entscheidet sich beim Bauen von Phase 5.
  3. Prompts (§5.8) — ob zwei genügen und wie sie heißen; Phase 6.