Beim gemeinsamen Arbeiten an einem Pad (D31) fehlte das Naheliegendste: „schau mal hier". Etherpad zeigt die Cursor der anderen im Pad, aber Werkbaum kommt nicht an sie heran — ein fremdstämmiger Rahmen gibt keinen DOM-Zugriff, der Klartext-Export überträgt nur Text. Eine Marke IM Text ist damit nicht der Notbehelf, sondern der einzige Weg. Und sie hat etwas, das ein Cursor nicht hat: alle sehen dieselbe Stelle. Erkannt wird `!!!` nur ALLEINSTEHEND (`(^|\s)!!!(?=\s|$)`), sonst verlöre jedes „Achtung!!!" seine Ausrufezeichen und niemand fände den Grund. Bewusst ohne Lookbehind — Safari kennt es erst ab 16.4, und die Notation soll nicht an einer Browserversion hängen. Position in der Extraktion (SPEC §1): nach den Tags; der Kommentar fällt vorher weg, eine Marke hinter `%%` wirkt also nicht. Darstellung ist DIESELBE wie die der Cursor-Zeile (D25), nicht eine vierte: neben Fokusrahmen, Strahlenkranz (D28) und Cursor-Ring wäre ein weiterer Ring ein Zeichen zu viel — es gibt nur einen Begriff „hier schauen". Preis: Im Bild ist nicht zu unterscheiden, ob die eigene Cursor-Zeile oder eine fremde Marke leuchtet; für Screenreader benennt `a11yFocusMark` es ausdrücklich. Ins Bild geholt wird nur bei ÄNDERUNG der Marke, Schlüssel ist der Label-Text statt der Zeilennummer (Umsortieren im Pad soll nicht neu scrollen). Ohne diese Bedingung zöge jeder Neubau den Blick zurück und man käme nicht weg. Beides geprüft: gleiche Marke -> Scrollstand bleibt 0, Marke gewandert -> springt auf 242 und markiert den neuen Knoten. Beim Hinsehen gefunden: Die Pfad-Inversion verschluckte den Zeigefinger. Der erste markierte Knoten im Test war eine nicht gewählte any-of-Alternative („Headless CMS") — `opacity:.32; saturate(.4)`, der Ring praktisch unsichtbar. Der Zeiger zeigte auf nichts. Dieselbe Ausnahme wie für D28 behebt es, und hier ist sie zwingender: „Sollten wir diese verworfene Alternative noch einmal ansehen?" ist einer der wahrscheinlichsten Gründe, überhaupt zu zeigen. Anders als beim optionalen Knoten (D29), wo das Zurücktreten die Aussage IST. Nicht im Druck und nicht im Grafikexport (wie die Cursor-Zeile): Die Marke sagt „schau jetzt hierhin", nicht „so ist der Plan". Nicht ins kanonische Beispiel (SPEC §10) aufgenommen — das ist zugleich Test-Fixture, ein dauerhafter Zeigefinger darin wäre eine Aussage, die niemand gemacht hat. Verworfen war `%%!` (Kommentar-Variante, bliebe harmlos liegen und könnte die Begründung tragen) — der Nutzer wählte `!!!`, weil es im Moment des Zeigens schnell zu tippen ist, und genau dann will man nicht über Syntax nachdenken. Der Preis steht in D32: die Marke bleibt sichtbar stehen, bis jemand sie löscht; Werkbaum kann sie nicht entfernen (kein Schreibzugriff auf das Pad). SPEC §1/§9 zuerst, dann D32, dann Code. 15 neue Tests (86 -> 101), Legende und i18n in allen 9 Sprachen.
27 KiB
WBS-Notation – Spezifikation
Textuelle Notation für Projektstrukturpläne (Work Breakdown Structure) mit Und/Oder-Zerlegung. Diese Datei ist die verbindliche Sprachdefinition. Syntaxänderungen werden zuerst hier dokumentiert, dann implementiert.
1. Zeilenformat
[Einrückung][Zeichen] [Statusbox] Label (Größe) URL @tag … !!! %% Kommentar
Alle Bestandteile außer dem Label sind optional. Die Extraktion erfolgt in dieser Reihenfolge (wichtig für Kollisionsfreiheit):
- Kommentar entfernen: alles ab
%%bis Zeilenende. - Einrückung, Zeichen (
-/+/|) und Statusbox[…]per Zeilen-Regex. - URL: erstes Token, das auf
https?://\S+passt (dadurch stören@in URLs nicht). - Größe: erstes
(XS|S|M|L|XL|XXL), Groß-/Kleinschreibung egal. - Tags: alle
@name-Vorkommen. - Fokusmarke:
!!!als alleinstehendes Token (siehe unten). - Rest, whitespace-normalisiert = Label. Leeres Label ⇒ Zeile ignorieren.
Fokusmarke !!! — „schau hier hin": Der Knoten wird im Diagramm
hervorgehoben und ins Bild geholt (§9). Gedacht für das gemeinsame Arbeiten an
einem Pad (§9, ?etherpad=): Weil dort niemand den Cursor der anderen sieht,
ist eine Marke im Text der einzige Weg, auf eine Stelle zu zeigen — und sie
hat etwas, das ein Cursor nicht hat: alle sehen dieselbe Stelle.
- Erkannt nur alleinstehend, also am Zeilenanfang/-ende oder von Leerraum
umgeben.
Achtung!!!bleibt damit ein gewöhnliches Label; auch!!!innerhalb einer URL bleibt Teil der URL. - Die Marke gehört nicht zum Label und ist an jeder Position der Zeile zulässig. Mehrere Marken sind erlaubt: alle markierten Knoten werden hervorgehoben, ins Bild geholt wird der erste.
- Sie sagt nichts über Fortschritt (§4) oder Notwendigkeit (§3) — eine dritte, unabhängige Achse.
- Sie bleibt im Text stehen, bis jemand sie löscht; ein Werkzeug entfernt sie nicht von selbst.
Referenz-Regex der Implementierung:
^([ \t]*)([-|+])?\s*(?:\[([ ?~xX^/-])\]\s*)?(.*)$
Für die Fokusmarke (Schritt 6):
(^|\s)!!!(?=\s|$)
2. Hierarchie
- Die Einrückung bestimmt die Ebene. Es gibt keine feste Schrittweite: Elternknoten ist die nächste vorangehende Zeile mit kleinerer Einrückungsbreite (Tab zählt als 2 Leerzeichen).
- Zeilen ohne Zeichen (
-/+/|) sind Wurzelknoten. Mehrere Wurzeln = mehrere Bäume nebeneinander.
3. Zerlegungsart (Gate)
| Zeichen | Bedeutung | Semantik |
|---|---|---|
- |
all of (Und-Zerlegung) | Alle Teilpakete sind erforderlich. |
+ |
optional (Zugabe) | Einzelnes zusätzliches Teilpaket, nicht erforderlich. |
| |
any of (Oder-Zerlegung) | Mindestens eine Alternative wird gewählt. |
-und|sind Eigenschaften der Geschwistergruppe;+ist eine Eigenschaft des einzelnen Knotens (er hängt an derselben Und-Zerlegung, ist darin aber entbehrlich).- Daraus folgt die Mischregel: Eine Gruppe ist entweder konjunktiv — dann
dürfen
-und+frei nebeneinander stehen — oder disjunktiv (|).|mit-/+zu mischen ist ungültig: Darstellung nach dem ersten Kind, plus WarnungmixedGatemit Zeilennummer. - Ein
+-Knoten zerlegt sich weiter wie jeder andere; das Gate seiner eigenen Kinder ist davon unabhängig. Optionalität vererbt sich nicht ausdrücklich — wer unter einem+-Knoten hängt, ist mit ihm zusammen entbehrlich. +sagt nichts über den Fortschritt: Eine Zugabe kann längst[^]sein. Die beiden Achsen (Status §4, Notwendigkeit §3) sind unabhängig.
4. Status
Codiert als Checkbox nach dem Zeichen (Erweiterung der Markdown-Task-Syntax):
| Code | Key | Name | Bedeutung | Hintergrund | Rahmen |
|---|---|---|---|---|---|
[?] |
idee | Idee | vage Idee | #EBEDEF (grau) |
#A2ABB5 |
[ ] |
geplant | geplant | beschlossen, nichts investiert | #EBE4F6 (flieder) |
#A991D4 |
[~] |
arbeit | in Arbeit | Kosten investiert, Risiko hoch | #FADDE4 (rosé) |
#D897A8 |
[/] |
durchstich | Durchstich | funktionsbereit/vorführbar, Feinarbeiten offen | #FBF2CE (pastellgelb) |
#D9BE63 |
[x] |
fertig | fertig | abgeschlossen | #DCF1DE (pastellgrün) |
#86C293 |
[^] |
prod | in Produktion | deployed/live | #DBEAF8 (pastellblau) |
#85ACD7 |
[-] |
verworfen | verworfen | bewusst nicht weiterverfolgt | #F1F2F4, gestrichelter Rahmen, Text durchgestrichen |
#B3BAC2 |
[!] |
highrisk | High Risk | Aufwand noch unklar, hohes Risiko | #FFE5CC (orange) |
#F97316 |
- Ohne Statusbox: neutraler Knoten (weiß).
xauch alsXzulässig.- High-Risk-Kennzeichnung: Der
[!]-Knoten trägt zusätzlich zur orangen Färbung ein Warndreieck (⚠, in#F97316) als kleines Badge an der oberen linken Ecke — Tooltip „High Risk – Aufwand noch unklar." Das Badge erscheint auch im Grafikexport. (Mnemonik:!= Achtung. Ob[!]später zusätzlich zum Fertigstellungsstatus stehen darf, ist offen; vorerst ist es ein eigener Status wie die übrigen.) - Verworfene Knoten (inkl. Teilbaum) sind per Default ausgeblendet; Toggle „verworfene einblenden“ zeigt sie.
- Fehlertoleranz: Ein unbekanntes Zeichen in der Statusbox (z. B.
[z]) wird nicht verschluckt: Der Knoten erscheint neutral und es wird eine WarnungunknownStatusmit Zeilennummer gemeldet — die Zeile geht nicht verloren, Folgezeilen bleiben unberührt. (Eine mehrzeichige Klammer wie[xyz]ist keine Statusbox und bleibt Teil des Labels.)
5. Aufwand (T-Shirt-Größen)
- Werte:
XS < S < M < L < XL < XXL, notiert in Klammern, z. B.(L). - Untergliederungsregel: Ab
(M)muss ein Element weiter zerlegt sein. Ein Element ≥ M ohne Kinder erhält einen Geister-Knoten an gestrichelter Linie darunter (in--warn,#B45309). Sein Label ist knapp „…“; die Erklärung („Ab Größe M sollte ein Element weiter untergliedert werden.“) steht im Tooltip — der ausgeschriebene Text machte die Zelle sonst breiter als der Knoten und verschob gestapelte Geschwister. Der angedeutete Unterpunkt genügt als Hinweis; eine zusätzliche Umrandung des Knotens gibt es nicht. - Ausnahme: verworfene Elemente lösen die Regel nie aus.
- Anzeige: petrolfarbenes Badge (
--or,#0F766E) mit weißer Schrift oben rechts an der Knoten-Ecke.
6. Links
- Ein nacktes
https://…-Token macht den ganzen Knoten klickbar (neuer Tab,rel="noopener"); Kennzeichnung mit ↗ hinter dem Label.
7. Personen-Tags
@namemitnameaus Unicode-Buchstaben, Ziffern,.,_,-.- Mehrere Tags pro Zeile möglich, Position im Text egal.
- Anzeige: helle Pillen unten rechts an der Knoten-Ecke.
8. Kommentare
%%leitet einen Kommentar ein — ganze Zeile oder ab Zeilenmitte.- Konvention aus Mermaid übernommen;
%%{vermeiden (dort Direktiven-Syntax).
9. Darstellung
Drei Modi, im Editor umschaltbar über Icon-Buttons (Reihenfolge horizontal · kompakt · vertikal, je mit Tooltip). Der Modus wählt zugleich die Seitenanordnung: horizontal stellt Diagramm über den Editor (volle Breite), vertikal und kompakt stellen Editor und Diagramm nebeneinander (schmales Diagramm rechts).
Linienführung (in allen Modi gleich): all-of-Linien durchgezogen in Tinte
(#41556E); any-of-Linien — Haupt-/Sammelleiste und Abzweige — durchgehend
gestrichelt in Grau (#6B7A8C). Auch der Rahmen der Alternative-Knoten
ist grau (#6B7A8C) — kein Petrol mehr im Diagramm. Der Modus ändert nur die
Anordnung, nicht die Linienfarbe.
Optionale Knoten (+, §3): Sie hängen an der normalen all-of-Zerlegung,
die Anordnung bleibt unverändert. Zwei Kennzeichen, beide auch im Grafikexport:
- Der Abzweig zum Knoten ist gestrichelt in Tinte (
#41556E). Nur der Abzweig — die Sammelleiste bleibt durchgezogen, sie gehört der ganzen Geschwistergruppe. Die any-of-Linien sind ebenfalls gestrichelt, aber in Grau (#6B7A8C); die Farbe hält beide auseinander, und weil|nicht mit-/+gemischt werden darf (§3), treffen sie in einer Gruppe nie aufeinander. - Am Auftreffpunkt sitzt ein kleiner hohler Kreis (weiß gefüllt, Rand in Tinte): in der horizontalen Fächer-Anordnung oben mittig, in den gestapelten Anordnungen (vertikal, kompakt, unterhalb einer any-of-Gruppe) links auf halber Höhe. Übernommen aus den Feature-Diagrammen (FODA: gefüllter Punkt = erforderlich, hohler Punkt = optional). Er markiert eindeutig, welcher Knoten optional ist — auch dort, wo der Strich allein mit den grauen any-of-Linien verwechselt werden könnte.
Siehe D29.
Horizontal (Normalmodus)
- all of: Kinder nebeneinander, klassischer Organigramm-Fächer.
- any of: Alternativen untereinander; gestrichelte graue Sammelleiste links unterhalb des Parents, gestrichelte graue Abzweige zu den Alternativen.
- Treppe für optionale Endknoten: Stehen zwei oder mehr optionale
Endknoten (
+, §3) unmittelbar nebeneinander, bekommen sie nicht je eine eigene Spalte, sondern werden als Kaskade gestapelt: Die erste Stufe hängt am Stiel von oben wie ein gewöhnliches Kind, jede weitere steht eine Stufe tiefer und weiter rechts und hängt an einem gestrichelten Winkel, der an der linken Kante der vorigen Stufe herabfällt und waagerecht in ihren Kreis einbiegt. Das spart Breite genau dort, wo das Entbehrlichste steht. Es bleiben Geschwister — die Treppe ist eine Anordnung, keine Ebene, und ändert weder Lese-/Fokusreihenfolge nocharia-label. Nur Endknoten, weil der Platzgewinn gerade daher rührt, dass kein Teilbaum mitgestapelt wird; ein optionaler Knoten mit Kindern behält seine Spalte. Die transponierten Modi kennen die Treppe nicht — dort stehen die Kinder ohnehin untereinander. Der Grafikexport folgt der Kaskade.
Vertikal (transponiert)
- all of: exakter transponierter Organigramm-Fächer (horizontal um 90° gedreht): Der Parent sitzt vertikal mittig zu seiner Kindergruppe, die Linie tritt rechts auf halber Höhe aus (entspricht Richtung LR), eine vertikale Sammelleiste (von erster bis letzter Kindmitte) verteilt mit durchgezogenen Abzweigen; Kinder rechts untereinander.
- any of: Austritt unten links, gestrichelte graue Abzweige.
- Merkregel: Austrittsseite codiert das Gate (rechts = und, unten = oder), Linienstil bestätigt es.
Kompakt (transponiert, platzsparend)
- Beide Gates laufen unten links aus dem Parent heraus, Kinder untereinander — kein Rechts-Fächer, dadurch minimale Breite.
- Das Gate wird hier allein über den Linienstil codiert (siehe D15): und = durchgezogen (Tinte), oder = gestrichelt (Grau).
Geometrie-Invarianten
- Knoten haben feste Zeilenhöhe (
line-height: 1.3), damit Abzweige deterministisch auf Knotenmitte liegen (Offset 23 px = 5 px Listenabstand- halbe Knotenhöhe). Abzweige zielen auf den Knoten, nie auf die Mitte des Teilbaums.
- Dasselbe gilt waagerecht: Im horizontalen Fächer trifft der Stiel die Knotenmitte, nicht die Mitte der Zelle. Beides fällt nur zusammen, solange der Knoten in seiner Zelle zentriert steht — ein Knoten mit any-of-Kindern steht dort aber linksbündig (damit die Sammelleiste unter ihm aufsetzt), während seine Zelle so breit ist wie der Teilbaum. Der Stiel wird deshalb an der gemessenen Knotenmitte ausgerichtet.
- In den transponierten Modi (vertikal, kompakt) stehen untereinander gestapelte Geschwister mit zusätzlichem Abstand nach unten (damit das Größen-Badge oben rechts nicht mit den Tags unten rechts des darüber liegenden Knotens überlappt). Der Abstand wird nur unterhalb ergänzt, der 23-px-Abzweig oben bleibt unverändert; die vertikal zentrierten all-of-Zwischenknoten bekommen ihn symmetrisch, damit ihr Abzweig (50 %-Höhe) weiterhin auf der Knotenmitte liegt.
Kleiner Bildschirm (mobil)
Ab schmaler Breite (≤ 640 px, z. B. Smartphone) werden Diagramm und Texteditor gestapelt und über den Splitter frei geteilt: Ziehen verteilt beliebig, jederzeit erneut verstellbar; die beiden Titelzeilen bleiben dabei immer stehen (jedes Panel schrumpft höchstens bis auf seine volle Titelzeile — die Zeilen-Minima entsprechen den gemessenen Kopfhöhen). Ein Antippen einer Titelzeile klappt dieses Panel ganz aus (das andere schrumpft auf seine Titelzeile). Es gibt hier kein diskretes Minimieren/Einrasten mehr (kein Snap, keine Min/Normal/Max-Buttons) — die Aufteilung ist durchgehend stufenlos. Voreinstellung ist Diagramm maximiert (Editor als Titelzeile). Die Legende bekommt hier einen eigenen Umschalter im Editor-Kopf (statt der dauerhaften „AGENDA“-Zeile), damit sie zugeklappt keinen Platz kostet. Der Modus-Wähler zeigt nur das aktive Icon und schaltet bei jedem Tippen reihum weiter (horizontal → kompakt → vertikal → …), spart also zwei Drittel der Breite. Die Sprachwahl zeigt eingeklappt nur die aktive Sprache; ein Tipp darauf klappt die volle Leiste als Overlay über die Kopfzeile auf (verdeckt die übrigen Bedienelemente, statt die Zeile zu verbreitern), nach der Auswahl klappt sie wieder auf die gewählte Sprache ein (Tipp daneben schließt ebenfalls). Die Download-Buttons (SVG/PNG mit Text-Label) verbergen sich hinter einem einzelnen Download-Icon, das die Formatwahl bei Bedarf als kleines Dropdown-Overlay unter der Kopfzeile zeigt — sonst bräche die Titelzeile um; „Kopieren" bleibt sichtbar. Der Untertitel wird auf eine garantiert einzeilige Kurzfassung reduziert. Voreinstellung auf kleinem Bildschirm ist Vollbild (siehe D17).
Günstigster Pfad (Kosten-Hervorhebung)
Ein Umschalter (Icon-Button im Diagramm-Kopf, Voreinstellung an, Zustand persistiert) hebt den kostengünstigsten Weg durch den Baum hervor. Ermittelt werden die für die günstigste Realisierung nötigen Knoten:
- all of: alle Kinder sind nötig.
- any of: nur die günstigste Alternative ist nötig. „Günstig" = kleinste rekursive Kosten (eigene T-Shirt-Größe plus — je Gate — Summe bzw. Minimum der Kinder). Bei Gleichstand gewinnt die erste Alternative.
- Optionale Knoten (
+, §3) sind nie nötig — sie zählen weder zu den Kosten ihres Elternknotens noch liegen sie auf dem Pfad, und der Teilbaum unter ihnen ebenso wenig. Genau dafür gibt es das Zeichen: Ohne+rechnet der günstigste Pfad jede Zugabe ins Minimum ein und überschätzt es. - Verworfene Knoten zählen nie mit (unabhängig vom „verworfene einblenden"- Filter).
- Fehlende Größe wird als
Mgewertet (nur für diese Kostenschätzung; die SPEC-Semantik der Größen in §5 bleibt unberührt).
Darstellung per Inversion: nicht benötigte Knoten (nicht-gewählte
any-of-Alternativen und optionale Knoten, je samt Teilbaum) treten zurück
(blass, entsättigt); der
günstige Pfad hebt sich dadurch von selbst ab — kein zusätzlicher Rahmen an den
ohnehin dichten Knoten-Ecken. Wo die Größe implizit als M angenommen wird,
zeigt der Knoten ein invertiertes Größen-Badge (weiß mit petrolfarbenem
Rand/Text statt gefüllt) mit erläuterndem Tooltip.
Zusätzlich fädelt eine gestrichelte, geschwungene Petrol-Linie durch die Endknoten (Blätter) des Pfads (Katmull-Rom-Spline in Dokument-Reihenfolge, in allen Modi). Die kräftige Linie liegt hinter den Knoten (nur in den Lücken voll sichtbar), eine abgetönte Kopie davor deutet den Verlauf beim Durchschreiten eines Knotens nur schwach an. An jedem echten Endknoten sitzt ein großer, blasser Petrol-Stationspunkt (U-Bahn-Plan-Prinzip: der Knotentext bleibt lesbar) — nur durchquerte Fremd- oder Zwischenknoten tragen keinen Punkt, sodass eindeutig bleibt, welche Knoten auf dem Pfad enden. Linie, abgetönte Kopie und Punkte erscheinen bei aktivem Umschalter auch im Grafikexport. Siehe D18.
Diagramm aus einer URL laden (?sourceUrl=)
Der Editor kann den Notationstext aus einer externen Textdatei beziehen:
…?sourceUrl=https://example.org/plan.txt (relative Angaben werden gegen die
Seite aufgelöst; zugelassen sind nur http/https). Der Text wird als
eigenes Dokument geführt, dessen Name die URL ist (vollständige URL im
Tooltip); derselbe Link aktualisiert dieses Dokument, statt ein neues anzulegen.
Ist der Parameter gesetzt, wird bei jedem Laden neu geholt — die URL ist die
Quelle der Wahrheit, lokale Änderungen daran überleben ein Neuladen nicht.
Scheitert das Laden (häufigster Fall: das Ziel sendet keinen
Access-Control-Allow-Origin-Header, außerdem 404/Netzfehler), bleibt der
bisherige Stand stehen und es erscheint eine Warnung. Siehe D23.
Gemeinsam an einem Pad arbeiten (?etherpad=)
Für Zusammenarbeit in Echtzeit nimmt der Editor die Adresse eines
Etherpad-Pads — die Adresse, die im Browser steht, ohne Export-Pfad:
…?etherpad=https://pad.example.org/p/mein-plan. Werkbaum hängt den
Klartext-Export (/export/txt) selbst an; ein versehentlich mitgegebener
Export- oder /timeslider-Pfad wird abgeschnitten.
- Das Pad ist die Schreibfläche, Werkbaum die Ansicht. Alle bearbeiten den Notationstext im Pad, jeder Betrachter sieht das Diagramm mitwachsen. Das Zusammenführen gleichzeitiger Änderungen macht Etherpad; Werkbaum tut es nicht.
- Deshalb ist das Textfeld für ein solches Dokument schreibgeschützt — ein Knopf in der Editor-Titelzeile öffnet das Pad im neuen Tab. Ohne den Schutz verschwände getippter Text beim nächsten Abruf.
- Das Pad kann im Editor-Panel eingebettet werden. Ein Wähler in der
Titelzeile schaltet reihum zwischen drei Ansichten: Pad und Text (beide,
durch einen eigenen Splitter frei geteilt — Doppelklick setzt zurück),
nur Pad und nur Text. Die Aufteilung wird für nebeneinander und
gestapelt getrennt gehalten und bleibt erhalten.
- Der schmal gezogene Textspiegel behält seinen Zweck: Der Sprung zwischen Diagramm und Text (§9) arbeitet auf ihm. In „nur Pad" ist er ausgeblendet — ein Sprung holt ihn dann selbst zurück, so wie er ein zugeklapptes Editor-Panel aufklappt.
- Der Rahmen wird nur geladen, wenn er sichtbar ist. Ein geladenes Pad verbindet sich und zeigt dich in dessen Anwesenden-Liste; „nur Text" ist damit die Ansicht, die nichts von dir verrät.
- Geholt wird auf Knopfdruck, nicht selbsttätig: Ein Neu-laden-Knopf neben dem Pad-Knopf holt den aktuellen Stand. Etherpad drosselt den Export (serienmäßig 10 Abrufe je 90 s und IP); ein Hintergrund-Takt läuft dagegen an und bekommt am Ende gar nichts mehr. Läuft ein Abruf, dreht das Symbol — bei gedrosselter Gegenseite kann das bis zum Abbruch (20 s) dauern.
- Der Knopf greift gut mit „Was ist neu?" (§9) zusammen: drücken, und was seither in Produktion ging, leuchtet auf.
- Name ist die vollständige Pad-URL (nicht der bloße Pad-Name — zwei Pads
gleichen Namens auf verschiedenen Hosts wären sonst nicht zu unterscheiden),
wie bei
?sourceUrl=. Identität und Name leiten sich von der Pad-Adresse ab, nicht von der Export-Adresse — derselbe Pad ergibt damit genau ein Dokument, gleich in welcher Schreibweise der Link kam. ?sourceUrl=bleibt unverändert: statische Datei, einmal pro Laden geholt. Der eigene Parameter trägt gerade den Unterschied.- Fehler (CORS, 404, Netz) melden sich wie bei
?sourceUrl=. Ein Abbruch wegen Zeitablauf bekommt eine eigene Meldung, die die Drosselung benennt — die?sourceUrl=-Meldung zeigt auf CORS und schickte hier auf die falsche Fährte. Scheitert schon der erste Abruf, bleibt der Neu-laden-Knopf sichtbar und holt es nach; ein Neuladen der Seite ist nicht nötig.
Siehe D31.
Legende im Editor-Panel
Neben dem Textfeld steht eine aufklappbare Legende (Notation in Kurzform, abschließend eine Bedienungs-Zeile). Sie ist scrollbar, wenn ihr Inhalt höher ist als der Platz, und über einen eigenen Splitter vom Textfeld abgeteilt: horizontal nebeneinander (Legendenbreite), in den gestapelten Modi und auf kleinem Bildschirm untereinander (Legendenhöhe). Ziehen verteilt frei, Doppelklick stellt die Vorgabe wieder her; die Aufteilung bleibt für beide Ausrichtungen getrennt erhalten. Die Legende belegt höchstens 85 % des Panels, damit das Textfeld nie ganz verschwindet. Siehe D26.
Was ist neu? (Dokumente von außen)
Bei Dokumenten, die von außen kommen (mitgeliefert, per ?sourceUrl= oder
?etherpad=), wird
gezeigt, was sich seit dem letzten Besuch getan hat. „Neu" heißt: neu in
Produktion — ein Knoten trägt jetzt [^] und tat es in der zuletzt gesehenen
Fassung nicht. Solche Knoten bekommen einen gelben Strahlenkranz nach außen
(die Füllung bleibt die Statusfarbe aus §4). Ein Knopf im Diagramm-Kopf nennt
die Anzahl und bestätigt per Klick; danach ist die aktuelle Fassung die neue
Vergleichsbasis. Beim ersten Ansehen eines Dokuments leuchtet nichts. Der Kranz
erscheint weder im Druck noch im Grafikexport — er hängt am persönlichen
Besuchsstand. Siehe D28.
Sprung zwischen Diagramm und Text
Jeder Knoten kennt seine Zeilennummer im Notationstext; beide Richtungen sind verknüpft (siehe D25):
- Diagramm → Text: Alt+Klick auf einen Knoten markiert die zugehörige Zeile im Texteditor (ganze Zeile ausgewählt, in Sicht gescrollt, Fokus im Textfeld). Tastatur: Alt+Enter am fokussierten Knoten. Auf Touch-Geräten: langer Druck — nach ≥ 500 ms zeigt der Knoten einen Petrol-Ring („scharf"), der Sprung erfolgt beim Loslassen; ein Wischen bricht ab. Ist das Editor-Panel zugeklappt, öffnet der Sprung es zuerst. Der Sprung ist „hinschauen": Er holt keine Bildschirmtastatur herauf — die erscheint erst, wenn das Textfeld selbst angetippt wird.
- Text → Diagramm: Der Knoten der Cursor-Zeile wird im Diagramm hervorgehoben (weißer Halo + Ring in Tinte) und beim Zeilenwechsel ins Bild gescrollt. Zeilen ohne Knoten (Kommentar, Leerzeile, ausgeblendetes verworfenes Element) heben nichts hervor.
- Der einfache Klick bleibt unverändert der Link (§6): Ein Knoten mit URL öffnet sie weiterhin im neuen Tab. Deshalb Alt und nicht der einfache Klick.
- Auffindbarkeit: Solange Alt gedrückt ist, zeigen alle Knoten den Sprung-Cursor und der Knoten unter dem Zeiger einen Petrol-Ring — die Geste ist im Moment des Ausprobierens sichtbar, auch auf verlinkten Knoten. Dazu nennt der Knoten-Tooltip die Geste, und die aufklappbare Legende schließt mit einer Bedienungs-Zeile ab.
- Die Hervorhebung ist eine reine Editierhilfe: nicht im Grafikexport, nicht im Druck.
Fokusmarke im Diagramm (!!!, §1)
Ein mit !!! markierter Knoten trägt dieselbe Hervorhebung wie die
Cursor-Zeile (weißer Halo + Ring in Tinte) und wird ins Bild geholt — bewusst
kein eigenes Aussehen: Es gibt nur einen Begriff „hier schauen", und ein
dritter Ring neben Fokusrahmen, Strahlenkranz (§9) und Cursor-Ring wäre ein
Zeichen zu viel.
- Ins Bild geholt wird nur, wenn sich die Marke ändert — sonst zöge das Diagramm bei jedem Neubau den Blick zurück und man könnte nicht wegscrollen.
- Weil
!!!im Text steht, sehen alle dieselbe Stelle. Der Unterschied zur eigenen Cursor-Zeile ist im Bild nicht zu erkennen; für Screenreader benennt dasaria-labeldie Marke ausdrücklich. - Wie die Cursor-Zeile erscheint sie nicht im Druck und nicht im Grafikexport: Sie sagt „schau jetzt hierhin", nicht „so ist der Plan".
Grafikexport des Diagramms
Das Diagramm wird aus der Live-Geometrie in ein eigenständiges SVG (nur Formen
- Text, keine externen Ressourcen) nachgezeichnet. Zwei Icon-Schaltflächen:
- Kopieren — als PNG in die Zwischenablage. Es werden zwei Flavors
geschrieben:
image/png(das eigentliche Bild) undtext/htmlmit eingebettetem PNG. Fällt der Bild-Clipboard ganz aus (fehlendeClipboardItem-Unterstützung), wird der SVG-Quelltext kopiert. - Herunterladen — als Datei, zwei Schaltflächen mit Format-Label:
SVG (
werkbaum-diagramm.svg, Vektor) und PNG (werkbaum-diagramm.png, Raster). Der Datei-Weg ist der verlässliche Weg für Programme, die das Browser-Bild-Clipboard nicht erkennen. Manche Programme lesen auch das SVG nicht (z. B. LibreOffice) — dafür gibt es die PNG-Datei, die überall per „Bild einfügen“ importierbar ist. - Übernommen werden Knotenfarben (Status §4), Größen-Badge, Tags und der Geister-Knoten; die Verbindungslinien werden je Gate neu gezogen (und = durchgezogen Tinte, oder = gestrichelt Grau) und treffen die Knoten unabhängig vom Darstellungsmodus.
- Es wird genau die sichtbare Struktur exportiert (der „verworfene einblenden“-Filter wirkt auch hier).
Barrierefreiheit
Die visuell codierten Knoten-Eigenschaften werden für Screenreader in einem
sprechenden aria-label je Knoten zusammengefasst — Label, Status, Aufwand
(inkl. „(angenommen)“ beim impliziten M), Zuständige, ob der Knoten optional
(§3) und ob er verlinkt ist —, alles in der aktuellen UI-Sprache. Die rein visuellen Beiwerke
(Größen-Badge, Tags, ↗-Pfeil) sind aria-hidden, damit sie nicht kryptisch
doppelt vorgelesen werden. Alle Knoten sind fokussierbar (tabindex="0"
bzw. der Link selbst); die Fokusreihenfolge entspricht der Dokument-/
Lesereihenfolge (Wurzeln, dann Kinder in Tiefe). Ein sichtbarer
:focus-visible-Rahmen (Petrol) zeigt den Tastaturfokus. Der Warnungsbereich
ist eine Live-Region (role="status", aria-live="polite"), sodass neue
Warnungen (z. B. gemischte Gates) angesagt werden.
Druck
Ein @media print-Stylesheet reduziert die Seite auf das Diagramm:
Kopfzeile, Editor-Panel, Splitter, sämtliche Bedienelemente (Diagramm-Kopf),
Warnungen und Footer werden ausgeblendet; das Diagramm füllt die Seite und darf
über mehrere Seiten laufen. Die Statusfarben werden bewusst mitgedruckt
(print-color-adjust: exact), Knoten brechen nicht über den Seitenrand
(break-inside: avoid), und der Günstigster-Pfad-Overlay wird mitgedruckt.
Sehr breite Bäume laufen bei 100 % über die Seitenbreite hinaus — dann im
Druckdialog „an Seite anpassen“ bzw. Querformat wählen.
10. Beispiel (kanonisch)
%% Projektstruktur – Stand Sprint 14
[~] Website-Relaunch (XL) https://wiki.example.de/relaunch
- [x] Konzeption (M)
- [x] Zielgruppenanalyse (S)
- [x] Sitemap (XS)
- [~] Umsetzung (XL)
- [/] Frontend (S) https://git.example.de/frontend @anna
- [ ] Backend (L) @ben @carla
+ [?] Dark Mode (S) %% Zugabe, nicht erforderlich
- [ ] CMS-Anbindung (M)
| [ ] WordPress
| [?] Headless CMS
| [-] Eigenentwicklung %% Aufwand zu hoch
- [?] Hosting (M)
| Cloud
| On-Premise
11. Reservierte Erweiterungen (noch nicht implementiert)
#123— Referenz auf externe Tickets (geplant für Taiga-Integration).#tag— freie Schlagworte (deshalb#nicht anderweitig verwenden).
12. Dateiendung
- Notationstexte tragen die Endung
.werkbaum, Kodierung UTF-8, Zeilenende LF. Beispiele:docs/examples/*.werkbaum. - Die Endung ist Konvention, kein Vertrag: Der Parser sieht nur Text, und
das Laden per
?sourceUrl=(§9) wertet weder Endung nochContent-Typeaus..txtund endungslose Dateien bleiben damit gültig. - Es gibt keinen registrierten MIME-Typ; wer selbst ausliefert, nimmt
text/plain; charset=utf-8(dann zeigt der Browser die Datei an, statt sie herunterzuladen). Siehe D24.