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werkbaum/backend
mhoennigandClaude Opus 5 08965157a1 feat(frontend): gemeinsam am Server-Dokument arbeiten (?live=, Schritt 6)
Der Editor fuehrt ein Dokument des Backends: laden, nach 1,5 s Ruhe das Diff
schicken, ueber einen offenen Abruf fremde Aenderungen einspielen — ohne
Neuladen, mit mitwandernder Schreibmarke. Dazu CORS im Backend; ohne das
blockiert der Browser jeden Aufruf.

Zwei Fehler hat erst der Live-Test gegen das laufende Backend gefunden, beide
an der Naht zwischen Modul und Verdrahtung (D54-Nachtrag 3):

Der Konflikt entstand nie. Mit laufendem Feed zieht die Schattenkopie staendig
nach, die eigene Basis ist also nie veraltet — der Server haette nie 409
geantwortet, und die fremde Zeile waere stillschweigend ueberschrieben worden.
Der Client prueft die Ueberschneidung jetzt selbst gegen den ungesendeten
Text; den kennt der Server nicht.

Die Nummer begann nach jedem Neuladen wieder bei 1, waehrend die Kennung
blieb — der Server hielt die erste echte Aenderung fuer eine Wiederholung und
tat nichts. Beides liegt jetzt im sessionStorage: je Tab, ueberlebt Neuladen.
Je Tab ist zugleich die richtige Aussage, zwei Tabs sind zwei Schreiber.

Nachgemessen im Browser: fremde Aenderung erscheint ohne Neuladen, Getipptes
erreicht den Server, beide Konflikt-Knoepfe tun was sie sagen, und die
Schreibmarke steht nach zwei fremd eingefuegten Zeilen darueber unveraendert
bei Zeile+2, Spalte 8. 518 Frontend-Tests, 135 im Backend.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
2026-08-26 17:48:17 +02:00
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Editor Backend Grundgerippe

CRUD mit Spring Boot 4, Kotlin und API First (OpenAPI 3, YAML) für die Ressource Document (GET, POST, PUT, DELETE), dazu Historie, Wiederherstellung und das Einreichen von Zeilen-Diffs fürs Live-Editing (PATCH …/content) bewusst noch ohne Autorisierung, aber mit vorbereiteten Erweiterungspunkten dafür und für clientseitige Verschlüsselung.

Voraussetzungen

  • JDK 21
  • Gradle 9 (einmalig gradle wrapper --gradle-version 9.1 ausführen, danach ./gradlew)

Wichtige Kommandos

Kommando Zweck
./gradlew openApiGenerate Generiert API-Interfaces + Modelle aus src/main/resources/openapi/api.yaml
./gradlew build Generierung, Kompilierung, alle Tests, Coverage-Prüfung
./gradlew test Unit- und Behavior-Tests (Cucumber)
./gradlew jacocoTestReport Coverage-Report unter build/reports/jacoco/test/html
./gradlew bootRun Startet das Backend auf Port 8080

API First Ablauf

  1. Vertrag ändern: src/main/resources/openapi/api.yaml
  2. ./gradlew openApiGenerate → erzeugt DocumentsApi (Interface) und Modelle nach build/generated/openapi (Pakete de.werkbaum.generated.*)
  3. DocumentsController implementiert das Interface mit skipDefaultInterface=true: Weicht die Implementierung vom Vertrag ab, bricht der Build Spezifikation und Code können nicht auseinanderlaufen.

Generierter Code wird nicht eingecheckt und zählt nicht zur Code Coverage.

Teststrategie

  • Behavior-Tests (Cucumber, src/test/resources/features/) testen die API von außen gegen die laufende Anwendung (RANDOM_PORT): Statuscodes, Payloads, Fehlerpfade. Die Szenarien sind auf Deutsch (# language: de) und dienen als lebende Dokumentation.
  • Unit-Tests (JUnit 5 + MockK) decken die Geschäftslogik isoliert ab: DocumentService (Versionierung, Zeitstempel per festem Clock, Meilenstein-Regeln), LiveEditingService (Rebasen, Konflikt, Idempotenz, Grenzen) und LineDiff (Anwenden, Berechnen, Überschneidung, Prüfsumme).
  • Gegenprobe statt Zählerei: Zu jeder Regel wird geprüft, dass ihre Mutation genau die nach ihr benannten Zusicherungen fallen lässt. Ein Test, von dem man das nicht geprüft hat, ist nur eine Behauptung.
  • Coverage: JaCoCo, Verifikation mit mind. 80 % Line Coverage (jacocoTestCoverageVerification, hängt an check).

Architektur

api/         DocumentsController (implementiert generiertes Interface),
             GlobalExceptionHandler (RFC 9457 ProblemDetail), Diff-Mapper
service/     DocumentService (Geschäftslogik, Versionierung),
             LiveEditingService (Diffs einreichen), PatchLog, Clock-Bean
diff/        Zeilen-Diff: anwenden, berechnen, rebasen, Prüfsumme (Spring-frei)
repository/  DocumentRepository + DocumentHistoryRepository (Interfaces)
persistence/ JPA-Entities, Spring-Data-Repositories und Adapter (H2/Liquibase)
domain/      Document, ContentPatch (interne Modelle, getrennt vom API-Modell)

Das interne Domänenmodell ist bewusst vom generierten API-Modell getrennt so können API-Vertrag und Persistenz unabhängig voneinander weiterentwickelt werden.

Historie & Wiederherstellung

  • Jede Änderung wird als Snapshot in einer vom Dokument getrennten Historie protokolliert sie überlebt ein DELETE.
  • Zwei Ebenen (D76): Meilensteine sind die nutzersichtbare Historie und bleiben; Sync-Versionen tragen die Diffs des Live-Editings, sind kurzlebig und werden verdichtet. Ohne die Trennung würde die Historie beim getakteten Schreiben zum Transaktionslog hunderte Volltext-Snapshots eines 40-kB-Dokuments je Sitzung.
    • Meilenstein wird ein Stand bei einer strukturellen Änderung (Anlegen, Löschen, Wiederherstellen, Rückfall), beim Vollersatz per PUT und nach einer Schreibpause. Letzteres ohne Zeitgeber: Die nächste Änderung stellt fest, dass eine Pause war, und befördert die Version davor nachträglich. Auf Knopfdruck setzt PATCH /content denselben Schalter (milestone: true).
    • Stellschrauben: werkbaum.live-editing.milestone-pause (30 s) und sync-retention (1 h).
  • GET /api/v1/documents/{uuid}/history liefert die Meilensteine (älteste zuerst) und immer den jüngsten Stand; Identifier ist die UUID, wie bei GET (der Titel ist nicht eindeutig).
  • POST /api/v1/documents/{uuid}/restore stellt ein gelöschtes Dokument unter derselben UUID wieder her (RESTORED, letzter Stand aus dem Tombstone). Mit optionalem Body {"version": n} wird eine bestimmte Version übernommen bei einem noch lebenden Dokument ist das ein Rückfall (ROLLED_BACK), kein Wiederherstellen: Der Client hatte nie eine Sperre. Ohne Zielversion antwortet der Server bei existierendem Dokument mit 409, eine bereits verdichtete Zielversion mit 404.

Live-Editing: Änderungen als Zeilen-Diff

PATCH /api/v1/documents/{uuid}/content nimmt eine Änderung als Diff gegen eine Basisversion entgegen — Zeilen sind opake Strings, das Backend parst die Notation nicht (D14).

{ "baseVersion": 41, "checksum": "sha256:9f2b…",
  "clientId": "c-8a41…", "seq": 17,
  "ops": [ { "op": "replace", "index": 12, "count": 1,
             "lines": ["  - [~] Backend (L) @ben"] } ] }
  • Der Server rebased selbst. Ist die Basis veraltet, überschneiden sich die Operationen aber nicht mit den zwischenzeitlichen, verschiebt er sie und antwortet mit 200; die fremden Operationen stehen in opsSinceBase, damit der Client seine Schattenkopie nachzieht. Reines Ablehnen führte zu Starvation — ein Client mit hoher Latenz käme bei fleißigen Mitschreibern womöglich nie durch.
  • 409 nur bei echter Überschneidung, mit currentVersion und dem Diff von der eingereichten Basis dorthin — der Client entscheidet, ohne neu zu laden. Eine Einfügung ist dabei ein Punkt zwischen den Zeilen: an den Rändern eines fremden Blocks kein Konflikt, in seinem Inneren schon.
  • checksum ist Pflicht. Die Versionsnummer bestätigt nur, dass die Basis dieselbe Version ist, nicht dass beide Seiten sie gleich lesen. Passt sie nicht: 422, Client lädt einmal neu. Ebenso bei Index außerhalb, bereits verdichteter Basis und veralteter seq.
  • clientId + seq machen den Aufruf wiederholbar. Geht die Antwort unterwegs verloren, liefert eine Wiederholung das Ergebnis von damals, statt die Änderung ein zweites Mal anzuwenden.
  • 400 bei Grenzüberschreitung (max-ops, max-content-length) und bei delete/replace ohne count — als 0 gelesen täte die Operation stillschweigend nichts.
  • Ohne milestone: true entsteht eine Sync-Version (siehe Historie oben); der Knopfdruck setzt das Feld.

Die Änderung eines Dokuments läuft strikt sequenziell (Sperre je UUID, außerhalb der Transaktion — innen gäbe der Proxy sie vor dem Commit frei).

Live-Editing: der Änderungsfeed

GET /api/v1/documents/{uuid}/changes?since={version}&wait={sekunden} liefert alles, was seit since geschehen ist. Gibt es nichts, hält der Server die Anfrage offen und antwortet sofort, sobald eine Änderung eintrifft; sonst 204, und der Client fragt erneut. Kosten im Leerlauf: eine offene Anfrage je Beobachter, rund 2,4 Requests pro Minute.

  • Der Feed arbeitet auf der Historie, nicht am Dokument. Ein gelöschtes Dokument muss sein DELETED noch zustellen können — 404 gibt es deshalb nur bei gänzlich unbekannter UUID.
  • Ist since verdichtet (oder 0, also Erstkontakt), kommt statt ops der Volltext; fromVersion fehlt dann. Ein Roundtrip und ein Sonderzustand weniger als ein eigener Fehlerpfad — und über hunderte Versionen hinweg wäre der Cursor ohnehin nicht zu retten.
  • Ereignisse: CREATED, UPDATED, DELETED, RESTORED, ROLLED_BACK, je mit clientId und displayName des Absenders. (RENAMED kommt mit PATCH /title; solange es das nicht gibt, wäre der Typ eine Zusage ohne Deckung.)
  • Cache-Control: no-store ist Pflicht: Ein Proxy dürfte sonst eine 204 zwischenspeichern, und der Feed stünde still.
  • wait wird serverseitig geklemmt (werkbaum.live-editing.max-wait, 25 s).

Umgesetzt blockierend auf virtuellen Threads (spring.threads.virtual), nicht mit DeferredResult: So behält der Endpunkt die aus der Spezifikation generierte Signatur, und ein Wartender kostet trotzdem fast nichts. Geweckt wird nach dem Commit — davor läse ein Beobachter einen Stand, der noch nicht steht. Voraussetzung ist eine Einzelinstanz; hinter einem Load Balancer erführe ein Beobachter auf der zweiten Instanz nichts. Begründung: D76-Nachtrag 5.

Master-Passwort für die Dokumentenliste

GET /api/v1/documents listet alle Dokumente und machte damit jede UUID auffindbar — das Zugriffsmodell „unerratbarer Link" wäre hinfällig. Dieser eine Endpunkt verlangt deshalb HTTP Basic mit dem Benutzer werkbaum:

export WERKBAUM_MASTER_PASSWORD_HASH="{bcrypt}$(htpasswd -bnBC 12 "" geheim | tr -d ':\n')"
  • Ohne gesetzten Hash ist die Liste gesperrt (401), nicht offen. Ein vergessener Konfigurationsschritt darf nichts preisgeben; beim Start warnt das Log.
  • Der Hash trägt sein Verfahren als Präfix ({bcrypt}…) — so steht in der Konfiguration, womit gehasht wurde.
  • Nach max-attempts Fehlversuchen (5) ist der Endpunkt für lockout (15 min) gesperrt: 429 mit Retry-After. Die Sperre ist global, nicht je Adresse — es gibt genau ein Passwort, und hinter einem Reverse Proxy sähe der Server ohnehin für alle dieselbe Adresse. Der Preis: Wer falsch rät, sperrt die Liste für alle; die Dokumente selbst bleiben über ihre UUID erreichbar.
  • Die API ist zustandslos: keine Sitzung, kein CSRF-Token (der schützte hier nichts und bräche jeden Client).

Vorbereitete Erweiterungen

Autorisierung

  • Geschützt ist bisher genau ein Endpunkt, siehe unten. Alles andere ist über die unerratbare UUID erreichbar — das ist das Zugriffsmodell, nicht eine Lücke.
  • bearerAuth (JWT) ist in der OpenAPI-Spec als Security Scheme definiert, aber noch auf keine Operation angewendet. Später kommt echte Authentifizierung als Schicht davor; am Protokoll ändert sich dadurch nichts.

Live-Editing (Konzept: docs/live-editing-proposal.md, Entscheidung: D76)

  • Offen: Umbenennen per PATCH /title (und damit das Ereignis RENAMED) sowie die Client-Anpassung im Frontend.
  • DocumentUpdateRequest.expectedVersion ist im Vertrag vorgesehen, wird aber noch nicht ausgewertet.

Clientseitige Verschlüsselung

  • content ist ein opaker String, den der Server nie interpretiert. Der Wechsel auf Ciphertext erfordert keine API-Änderung; ggf. kommen später Metadaten-Felder (z. B. Schlüssel-ID, Nonce) als eigene Properties hinzu.

Persistenz

  • H2 im File-Modus (./data/editor.mv.db) mit MODE=PostgreSQL läuft im Server-Prozess, keine Datenbank-Installation nötig. Dokumente und Historie überleben einen Neustart.
  • Schema per Liquibase im formatierten SQL-Format (src/main/resources/db/changelog/db.changelog-master.sql, kein XML). Neue Änderungen werden als weitere --changeset-Blöcke angehängt; Hibernate validiert nur (ddl-auto: validate).
  • Umstieg auf echtes PostgreSQL: im Wesentlichen JDBC-URL/Credentials in der application.yaml tauschen und den Postgres-Treiber als Dependency ergänzen Schema-Migrationen und Code bleiben unverändert.
  • Tests laufen gegen H2 in-memory (src/test/resources/application.yaml), mit demselben Liquibase-Schema.
  • Service-Methoden sind @Transactional: Dokument-Änderung und Historieneintrag werden atomar geschrieben.

Hinweise

  • Versionsnummern in build.gradle.kts (Spring Boot, OpenAPI Generator, Cucumber, MockK) beim ersten Build ggf. auf den aktuellen Patch-Stand heben.