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werkbaum/README.de.md
T
mhoennig 3310cab7be frontend: ?etherpad= — Echtzeit-Zusammenarbeit über ein geliehenes Pad
Werkbaum hat kein Backend, und das eigentlich Schwere an gemeinsamem
Bearbeiten ist das Zusammenführen gleichzeitiger Änderungen — im Plan als
`[!] Merging simultaneous edits` markiert. Etherpad hat das gelöst. Also
geliehen statt nachgebaut: das Pad ist die Schreibfläche, Werkbaum die
Ansicht.

Nachgemessen an pad.hostsharing.net, bevor irgendwas gebaut wurde:
- der Klartext-Export sendet `Access-Control-Allow-Origin: *`,
- das kanonische Beispiel (SPEC §10) kommt byte-identisch zurück,
- der HTML-Export zeigt kein Listen-Markup — Etherpad deutet `-` nicht zur
  Aufzählung um und behält die führenden Leerzeichen.
Das war das Risiko, das die Idee hätte erledigen können. Nicht geprüft ist
das Tippen im Etherpad-Editor selbst (Tab-Einrückung, mögliches
Auto-Bullet); dafür braucht es einen echten Browser.

Eigener Parameter statt `?sourceUrl=`: Die URL, die ein Mensch in der Hand
hat, ist die Pad-URL — `/export/txt` hängt Werkbaum selbst an. Vor allem
aber lizenziert der eigene Parameter das andere Verhalten, sodass D23
unangetastet bleibt: `sourceUrl` heißt weiter „statische Datei, einmal pro
Laden geholt", bestehende Links bekommen kein Polling. Name und id sind die
vollständige Pad-URL (Pad-Namen sind nur pro Instanz eindeutig).

Textfeld schreibgeschützt, Knopf öffnet das Pad: ohne das verschwände
getippter Text beim nächsten Abruf. Schrift bleibt Tinte statt grau — hier
wird gelesen, der Plantext ist der Hauptinhalt.

Drei Riegel im Takt, jeder aus einem echten Fehler:
- `padBusy` — im Netzwerk-Mitschnitt stapelten sich die Abrufe, weil die
  Gegenseite langsamer war als der Takt; eine spät eintreffende alte
  Antwort hätte neueren Text überschrieben,
- Abbruch nach 10 s — sonst bliebe der Riegel bei hängender Gegenseite für
  immer zu,
- `visibilityState` + `visibilitychange` — nicht im Hintergrund abrufen,
  aber bei Rückkehr sofort.
Der Stabilitätstakt übernimmt erst beim zweiten gleichen Abruf, sonst sieht
man die anderen mitten im Tippen.

Die Normalisierung der Pad-Adresse liegt headless in `remote.js`, damit sie
testbar ist (23 neue Tests, 60 -> 83). Im Vorschau-Browser meldet
`visibilityState` „hidden" und HMR lädt bei jeder Quelländerung neu — ein
Reload sieht wie eine geglückte Übernahme aus; nachgewiesen wurde die
Übernahme deshalb mit einem Marker auf `window`, der einen Reload nicht
überlebt.

SPEC §9 zuerst, dann D31, dann Code. Der Plan bekommt den Knoten nach D30
mit `[x]`, nicht `[^]`.
2026-07-30 12:04:22 +02:00

11 KiB
Raw Blame History

Werkbaum-Logo

Werkbaum

English · Deutsch

▶ Live ausprobieren: https://werkbaum.javagil.de (stabil) · https://mhoennig.github.io/werkbaum/ (jeweils neuester Build 🚧)

Eine textuelle, Markdown-artige Notation für Projektstrukturpläne (Work Breakdown Structure) mit Und/Oder-Zerlegung — und ein Live-Editor, der sie als Diagramm rendert.

[~] Werkbaum (XL) https://wiki.example.de/relaunch
  - [~] Dokumentenspeicher
    | [x] Textdatei mit Copy+Paste im Frontend (S)
        - [x] Parser
        - [x] Texteingabefeld im Frontend
    | [ ] Backend
  - [~] Darstellung/Rendern (XL)
    - [/] H (S) @anna
    - [ ] CMS-Anbindung (M)
      | [ ] WordPress
      | [?] Headless CMS

- = Pflicht-Teilpaket (all of, im Diagramm nebeneinander) · | = Alternative (any of, untereinander) · […] = Status · (M) = T-Shirt-Aufwand · @name = Zuständigkeit · %% = Kommentar.

Nutzung

Werkbaum-Editor: Live-Diagramm oben, Textnotation darunter, mit Statusfarben, T-Shirt-Größen, Tags und Export-Schaltflächen

Den gehosteten Editor öffnen — links Text bearbeiten, rechts entsteht das Diagramm live. Toggles: transponierte (schmale) Darstellung, verworfene Elemente einblenden.

Zwischen Diagramm und Text springen

Diagramm und Editor sind in beide Richtungen verknüpft:

  • Alt+Klick auf einen Knoten (Tastatur: Alt+Enter, Touch: langer Druck) markiert seine Zeile im Texteditor — ein zugeklapptes Editor-Panel öffnet sich dabei zuerst.
  • Cursor im Text bewegen hebt den zugehörigen Knoten im Diagramm hervor.

Der einfache Klick behält seine bisherige Bedeutung: Ein Knoten mit URL öffnet sie weiterhin.

Diagramm aus einer URL laden

Der Editor kann seinen Notationstext über den Query-Parameter sourceUrl aus einer externen Textdatei beziehen — praktisch zum Teilen eines Plans oder wenn die Quelle in Git oder einem Wiki gepflegt wird:

https://mhoennig.github.io/werkbaum/?sourceUrl=https://raw.githubusercontent.com/mhoennig/werkbaum/main/docs/examples/example-plan-0.werkbaum

Fertige Beispiele in docs/examples/nacheinander öffnen: Jedes wird ein eigenes Dokument, danach lässt sich in der Editor-Titelzeile zwischen allen umschalten:

Beispiel Zeigt
0 · Online-Shop-Relaunch ein Softwareprojekt mit allen acht Status
1 · Neue Küche ein Plan ohne Software, viele Alternativen — gut für den Günstigster-Pfad-Schalter
2 · Community-Konferenz ein breiter Plan mit vielen Beteiligten; horizontal vs. kompakt vergleichen
3 · Drei Arbeitsstränge mehrere Wurzeln = mehrere Bäume nebeneinander
Werkbaum selbst Bestand und mögliche Weiterentwicklung

(Die Links zeigen auf den latest build 🚧; die stabile Instanz kann sourceUrl ab ihrem nächsten Produktions-Deploy.)

Der geladene Text wird als eigenes Dokument geführt, dessen Name die URL ist — eigene Dokumente bleiben unberührt, und derselbe Link aktualisiert dieses eine Dokument, statt Kopien anzuhäufen. Die URL ist die Quelle der Wahrheit: Sie wird bei jedem Laden neu geholt, lokale Änderungen daran überleben ein Neuladen also nicht.

Notationsdateien tragen die Endung .werkbaum (UTF-8; siehe docs/SPEC.md §12 und D24) — Konvention, kein Vertrag: sourceUrl liest jede per http(s) erreichbare Textdatei, unabhängig von Endung und Content-Type.

Einschränkung — CORS: Der Browser lädt fremde Hosts nur, wenn sie Access-Control-Allow-Origin senden. raw.githubusercontent.com und GitLab-Raw-Links tun das; ein beliebiger Webserver oft nicht. Scheitert das Laden, bleibt der bisherige Stand stehen und eine Warnung nennt die Ursache. Zugelassen sind nur http/https.

Zusammen an einem Plan arbeiten (Etherpad)

Für Zusammenarbeit in Echtzeit braucht Werkbaum kein eigenes Backend — es leiht sich ein Etherpad. Angegeben wird die Pad-Adresse, wie sie im Browser steht (ohne Export-Pfad, den hängt Werkbaum selbst an):

https://werkbaum.javagil.de/?etherpad=https://pad.hostsharing.net/p/mein-plan

Alle bearbeiten den Notationstext im Pad, jeder Betrachter sieht das Diagramm mitwachsen (Abruf alle 2,5 s; nicht, während der Tab im Hintergrund liegt). Das Zusammenführen gleichzeitiger Änderungen macht Etherpad — genau darum geht es.

Weil das Pad die Schreibfläche ist, ist das Textfeld hier schreibgeschützt; ein Knopf in der Editor-Titelzeile öffnet das Pad im neuen Tab. Ohne den Schutz verschwände getippter Text beim nächsten Abruf.

Getestet gegen Etherpad: Der Klartext-Export sendet Access-Control-Allow-Origin: *, und die Notation kommt byte-identisch zurück — führende Leerzeichen, -/+/|, Statusboxen und %% überleben Etherpads Speichermodell, das - wird nicht zur Aufzählung umgedeutet.

Bedenke: Der Plantext liegt damit auf fremder Infrastruktur, und ein Pad ist für jeden lesbar, der die Adresse kennt. Siehe docs/DECISIONS.md D31.

Lokal ausführen

Die Editor-Quelle liegt jetzt als ES-Module unter frontend/src/, gebündelt mit Vite (siehe docs/DECISIONS.md D19). Da Browser ES-Modul-Importe über file:// blocken, funktioniert das direkte Öffnen von frontend/index.html nicht mehr — stattdessen:

cd frontend
npm install          # einmalig
npm run dev          # Dev-Server unter http://localhost:8137
npm test             # Vitest-Unit-Tests
npm run build        # -> frontend/dist/index.html (eine self-contained Datei)

Die gebaute dist/index.html inlint JS, CSS und Favicon — diese Datei öffnet also standalone per file:// und ist zugleich das, was deployt wird.

Build-Hinweis & eigene Produktions-Installation

Nicht-produktive Builds tragen hinter dem Titel einen kleinen Hinweis (Symbol + Tooltip), damit klar ist, dass es nicht die stabile Instanz ist:

  • Dev-Server (npm run dev) → 🔧 „Vorschau lokaler Entwicklungsstand"
  • Default-Build (npm run build, u. a. der GitHub-Pages-Deploy) → 🚧 „Aktueller Entwicklungsstand (latest build) kann noch Fehler enthalten"

Für die eigene produktive Installation wird der Hinweis abgeschaltet:

cd frontend
npm ci                # oder: npm install
npm run build:prod    # -> frontend/dist/index.html OHNE Hinweis

build:prod läuft im Vite-Modus prod; frontend/.env.prod setzt dabei VITE_BUILD_BADGE=none, wodurch der Badge-Code komplett wegoptimiert wird (er steht dann nicht einmal mehr im Quelltext der Ausgabe). Die entstandene dist/index.html legst du standalone auf deinen Webspace/Server (file://- tauglich). Steuerung im Detail: app.js (mountBuildBadge), docs/DECISIONS.md D16.

Zwei Dinge, die sonst nur der Pages-Workflow erledigt und die du im Eigenbetrieb selbst geradeziehst: der Footer-Link MIT-License zeigt relativ auf ../LICENSE (lege die Datei eine Ebene über index.html ab oder passe den Link an), und die Versionsnummer bleibt der Quelltext-Platzhalter 1.0 (der Workflow ersetzt ihn sonst aus VERSION + Commit-Zahl).

Bequemer: scripts/deploy-prod.sh. Das Skript macht genau den obigen Prod-Build und die beiden Nacharbeiten (LICENSE danebenlegen + Link geradeziehen, Footer-Version + Commit-Link wie beim Pages-Workflow) und spiegelt das Ergebnis per rsync/SSH auf einen Server:

scripts/deploy-prod.sh mih00@mih00.hostsharing.net:~/doms/werkbaum.javagil.de/htdocs-ssl

Das Ziel ist entweder dieses Argument oder — ohne Argument — die Variable DEPLOY_TARGET aus der git-ignorierten Datei .env (Vorlage: .env.example, einmal kopieren und den Pfad eintragen). Ein Argument hat Vorrang.

Ohne -y zeigt es zuerst eine --dry-run-Vorschau und fragt nach. rsync --delete sorgt dafür, dass am Ziel nichts Altes stehen bleibt — das Zielverzeichnis gilt also als exklusiv für Werkbaum (eine laufende Let's-Encrypt- Challenge unter .well-known/ wird per --filter=protect ausgenommen, web- taugliche Rechte 755/644 werden erzwungen). (Hostsharing: eine direkt aufgeschaltete Domain liefert aus …/htdocs-ssl/; als Subdomain unter einer anderen Domain läge das Web-Verzeichnis in …/subs-ssl/<name>/.)

Projektdokumente

  • frontend/ — Editor · backend/ — Kotlin/Spring (Gerüst folgt, siehe backend/README.md)
  • docs/SPEC.md — verbindliche Sprachdefinition
  • docs/DECISIONS.md — Design-Entscheidungen mit Begründung
  • docs/ROADMAP.md — Mermaid-Plugin, Taiga-Integration, Tenzu
  • docs/TASKS.md — offene Aufgaben (Checkboxen)
  • docs/brand/BRAND.md — Logo, Wortbild, Anwendungsregeln
  • docs/design/ — Design-Herleitung der Marke
  • CLAUDE.md — Projektkontext für Claude Code

Deployment

Der Editor wird per GitHub Actions als statische Seite auf GitHub Pages veröffentlicht (Workflow: .github/workflows/pages.yml). Ausgelöst bei jedem Push auf main sowie manuell (workflow_dispatch).

Der Workflow richtet Node ein, führt npm ci, npm test (Vitest) und npm run build (Vite) aus und veröffentlicht die gebündelte frontend/dist/index.html als index.html an der Wurzel-URL, dazu LICENSE für den MIT-Link im Footer. Das Favicon ist im Build bereits inline, es muss also nichts weiter kopiert werden; nur der Laufzeit-Link ../LICENSE wird auf der Kopie geradegezogen. Ein fehlschlagender Test blockiert das Deployment. backend/ und die übrigen docs/ werden nicht veröffentlicht.

Beim Zusammenstellen setzt der Workflow zudem die Versionsnummer im Footer: Major.Minor stammt aus der Datei VERSION (per bewusstem „Bump-Commit" gepflegt), die Micro-Stelle aus der Zahl der Commits seit diesem letzten Bump — sie steigt also mit jedem Commit und beginnt nach einem Bump wieder bei 0 (Werkbaum 1.0.0, 1.0.1, … dann VERSION auf 1.1 bumpen → 1.1.0). Es wird nichts ins Repo zurückgeschrieben. Im Footer verlinkt der Name Werkbaum die Repo-Startseite, die Versionsnummer genau den zugehörigen Commit (…/commit/<sha>). Lokal geöffnet zeigt der Editor den Platzhalter aus dem Quelltext (Werkbaum 1.0).

Einmalige Einrichtung: In den Repo-Settings unter Pages als Source „GitHub Actions" wählen. Das Repo muss dafür öffentlich sein (GitHub Pages via Actions ist für private Repos nur mit kostenpflichtigem Plan verfügbar).

Lizenz

MIT — siehe LICENSE. © 2026 Michael Hönnig. Die mitgelieferten IBM-Plex-Schriften stehen unter der SIL Open Font License 1.1 (siehe LICENSE und frontend/src/fonts/OFL.txt).