Deployen, Log ansehen, Dienst schalten und fragen was laeuft waren vier verschiedene Beschwoerungen, drei davon von Hand als ssh + systemctl. Jetzt: remote backend deploy|upload|setup|install-jdk|reset-password remote backend start|stop|restart|status|enable|disable remote backend log|info|documents|backup remote frontend deploy|preview|info remote ssh Die Skripte unter scripts/ bleiben die Implementierung und einzeln aufrufbar; tools/remote bringt nur mit, wofuer es bisher nichts gab. Wo ein Schalter noetig war, kam er ins Skript statt ins Werkzeug: --unit-only in deploy-backend.sh (sonst kennte eine zweite Stelle die Unit-Platzhalter) und --dry-run in deploy-prod.sh, das die Befoerderung ausdruecklich mit abschaltet. Neu ist die Sicherung: H2 haelt die Datei offen, also anhalten, holen, wieder starten (gemessen ~8 s Auszeit) - und das Archiv lesen, bevor der Befehl es behaelt. Gegenprobe von Hand: lokal ausgepackt, Backend mit --werkbaum.data-dir dagegen gestartet, es liefert genau die Dokumente des Servers. .envrc legt tools/ auf den PATH (direnv), 217 Plan-Knoten, 0 Warnungen.
16 KiB
Editor Backend – Grundgerippe
CRUD mit Spring Boot 4, Kotlin und API First (OpenAPI 3, YAML) für
die Ressource Document (GET, POST, PUT, DELETE), dazu Historie,
Wiederherstellung und das Einreichen von Zeilen-Diffs fürs Live-Editing
(PATCH …/content) – bewusst noch ohne Autorisierung, aber mit
vorbereiteten Erweiterungspunkten dafür und für clientseitige
Verschlüsselung.
Voraussetzungen
- JDK 21
- Gradle 9 (einmalig
gradle wrapper --gradle-version 9.1ausführen, danach./gradlew)
Wichtige Kommandos
| Kommando | Zweck |
|---|---|
./gradlew openApiGenerate |
Generiert API-Interfaces + Modelle aus src/main/resources/openapi/api.yaml |
./gradlew build |
Generierung, Kompilierung, alle Tests, Coverage-Prüfung |
./gradlew test |
Unit- und Behavior-Tests (Cucumber) |
./gradlew jacocoTestReport |
Coverage-Report unter build/reports/jacoco/test/html |
./gradlew bootRun |
Startet das Backend auf Port 8080 |
API First – Ablauf
- Vertrag ändern:
src/main/resources/openapi/api.yaml ./gradlew openApiGenerate→ erzeugtDocumentsApi(Interface) und Modelle nachbuild/generated/openapi(Paketede.werkbaum.generated.*)DocumentsControllerimplementiert das Interface mitskipDefaultInterface=true: Weicht die Implementierung vom Vertrag ab, bricht der Build – Spezifikation und Code können nicht auseinanderlaufen.
Generierter Code wird nicht eingecheckt und zählt nicht zur Code Coverage.
Teststrategie
- Behavior-Tests (Cucumber,
src/test/resources/features/) testen die API von außen gegen die laufende Anwendung (RANDOM_PORT): Statuscodes, Payloads, Fehlerpfade. Die Szenarien sind auf Deutsch (# language: de) und dienen als lebende Dokumentation. - Unit-Tests (JUnit 5 + MockK) decken die Geschäftslogik isoliert ab:
DocumentService(Versionierung, Zeitstempel per festemClock, Meilenstein-Regeln),LiveEditingService(Rebasen, Konflikt, Idempotenz, Grenzen) undLineDiff(Anwenden, Berechnen, Überschneidung, Prüfsumme). - Gegenprobe statt Zählerei: Zu jeder Regel wird geprüft, dass ihre Mutation genau die nach ihr benannten Zusicherungen fallen lässt. Ein Test, von dem man das nicht geprüft hat, ist nur eine Behauptung.
- Coverage: JaCoCo, Verifikation mit mind. 80 % Line Coverage
(
jacocoTestCoverageVerification, hängt ancheck).
Architektur
api/ DocumentsController (implementiert generiertes Interface),
GlobalExceptionHandler (RFC 9457 ProblemDetail), Diff-Mapper
service/ DocumentService (Geschäftslogik, Versionierung),
LiveEditingService (Diffs einreichen), PatchLog, Clock-Bean
diff/ Zeilen-Diff: anwenden, berechnen, rebasen, Prüfsumme (Spring-frei)
repository/ DocumentRepository + DocumentHistoryRepository (Interfaces)
persistence/ JPA-Entities, Spring-Data-Repositories und Adapter (H2/Liquibase)
domain/ Document, ContentPatch (interne Modelle, getrennt vom API-Modell)
Das interne Domänenmodell ist bewusst vom generierten API-Modell getrennt – so können API-Vertrag und Persistenz unabhängig voneinander weiterentwickelt werden.
Historie & Wiederherstellung
- Jede Änderung wird als Snapshot in einer vom Dokument getrennten Historie protokolliert – sie überlebt ein DELETE.
- Zwei Ebenen (D76): Meilensteine sind die nutzersichtbare Historie und
bleiben; Sync-Versionen tragen die Diffs des Live-Editings, sind
kurzlebig und werden verdichtet. Ohne die Trennung würde die Historie beim
getakteten Schreiben zum Transaktionslog – hunderte Volltext-Snapshots eines
40-kB-Dokuments je Sitzung.
- Meilenstein wird ein Stand bei einer strukturellen Änderung (Anlegen,
Löschen, Wiederherstellen, Rückfall), beim Vollersatz per
PUTund nach einer Schreibpause. Letzteres ohne Zeitgeber: Die nächste Änderung stellt fest, dass eine Pause war, und befördert die Version davor nachträglich. Auf Knopfdruck setztPATCH /contentdenselben Schalter (milestone: true). - Stellschrauben:
werkbaum.live-editing.milestone-pause(30 s) undsync-retention(1 h).
- Meilenstein wird ein Stand bei einer strukturellen Änderung (Anlegen,
Löschen, Wiederherstellen, Rückfall), beim Vollersatz per
GET /api/v1/documents/{uuid}/historyliefert die Meilensteine (älteste zuerst) und immer den jüngsten Stand; Identifier ist die UUID, wie bei GET (der Titel ist nicht eindeutig).POST /api/v1/documents/{uuid}/restorestellt ein gelöschtes Dokument unter derselben UUID wieder her (RESTORED, letzter Stand aus dem Tombstone). Mit optionalem Body{"version": n}wird eine bestimmte Version übernommen – bei einem noch lebenden Dokument ist das ein Rückfall (ROLLED_BACK), kein Wiederherstellen: Der Client hatte nie eine Sperre. Ohne Zielversion antwortet der Server bei existierendem Dokument mit 409, eine bereits verdichtete Zielversion mit 404.
Live-Editing: Änderungen als Zeilen-Diff
PATCH /api/v1/documents/{uuid}/content nimmt eine Änderung als Diff gegen
eine Basisversion entgegen — Zeilen sind opake Strings, das Backend parst die
Notation nicht (D14).
{ "baseVersion": 41, "checksum": "sha256:9f2b…",
"clientId": "c-8a41…", "seq": 17,
"ops": [ { "op": "replace", "index": 12, "count": 1,
"lines": [" - [~] Backend (L) @ben"] } ] }
- Der Server rebased selbst. Ist die Basis veraltet, überschneiden sich die
Operationen aber nicht mit den zwischenzeitlichen, verschiebt er sie und
antwortet mit 200; die fremden Operationen stehen in
opsSinceBase, damit der Client seine Schattenkopie nachzieht. Reines Ablehnen führte zu Starvation — ein Client mit hoher Latenz käme bei fleißigen Mitschreibern womöglich nie durch. - 409 nur bei echter Überschneidung, mit
currentVersionund dem Diff von der eingereichten Basis dorthin — der Client entscheidet, ohne neu zu laden. Eine Einfügung ist dabei ein Punkt zwischen den Zeilen: an den Rändern eines fremden Blocks kein Konflikt, in seinem Inneren schon. checksumist Pflicht. Die Versionsnummer bestätigt nur, dass die Basis dieselbe Version ist, nicht dass beide Seiten sie gleich lesen. Passt sie nicht: 422, Client lädt einmal neu. Ebenso bei Index außerhalb, bereits verdichteter Basis und veralteterseq.clientId+seqmachen den Aufruf wiederholbar. Geht die Antwort unterwegs verloren, liefert eine Wiederholung das Ergebnis von damals, statt die Änderung ein zweites Mal anzuwenden.- 400 bei Grenzüberschreitung (
max-ops,max-content-length) und beidelete/replaceohnecount— als 0 gelesen täte die Operation stillschweigend nichts. - Ohne
milestone: trueentsteht eine Sync-Version (siehe Historie oben); der Knopfdruck setzt das Feld.
Die Änderung eines Dokuments läuft strikt sequenziell (Sperre je UUID, außerhalb der Transaktion — innen gäbe der Proxy sie vor dem Commit frei).
Live-Editing: der Änderungsfeed
GET /api/v1/documents/{uuid}/changes?since={version}&wait={sekunden} liefert
alles, was seit since geschehen ist. Gibt es nichts, hält der Server die
Anfrage offen und antwortet sofort, sobald eine Änderung eintrifft; sonst
204, und der Client fragt erneut. Kosten im Leerlauf: eine offene Anfrage
je Beobachter, rund 2,4 Requests pro Minute.
- Der Feed arbeitet auf der Historie, nicht am Dokument. Ein gelöschtes
Dokument muss sein
DELETEDnoch zustellen können — 404 gibt es deshalb nur bei gänzlich unbekannter UUID. - Ist
sinceverdichtet (oder0, also Erstkontakt), kommt stattopsder Volltext;fromVersionfehlt dann. Ein Roundtrip und ein Sonderzustand weniger als ein eigener Fehlerpfad — und über hunderte Versionen hinweg wäre der Cursor ohnehin nicht zu retten. - Ereignisse:
CREATED,UPDATED,DELETED,RESTORED,ROLLED_BACK, je mitclientIdunddisplayNamedes Absenders. (RENAMEDkommt mitPATCH /title; solange es das nicht gibt, wäre der Typ eine Zusage ohne Deckung.) Cache-Control: no-storeist Pflicht: Ein Proxy dürfte sonst eine 204 zwischenspeichern, und der Feed stünde still.waitwird serverseitig geklemmt (werkbaum.live-editing.max-wait, 25 s).
Umgesetzt blockierend auf virtuellen Threads (spring.threads.virtual),
nicht mit DeferredResult: So behält der Endpunkt die aus der Spezifikation
generierte Signatur, und ein Wartender kostet trotzdem fast nichts.
Geweckt wird nach dem Commit — davor läse ein Beobachter einen Stand, der
noch nicht steht. Voraussetzung ist eine Einzelinstanz; hinter einem Load
Balancer erführe ein Beobachter auf der zweiten Instanz nichts. Begründung:
D76-Nachtrag 5.
Master-Passwort für die Dokumentenliste
GET /api/v1/documents listet alle Dokumente und machte damit jede UUID
auffindbar — das Zugriffsmodell „unerratbarer Link" wäre hinfällig. Dieser eine
Endpunkt verlangt deshalb HTTP Basic mit dem Benutzer werkbaum:
export WERKBAUM_MASTER_PASSWORD_HASH="{bcrypt}$(htpasswd -nBC 12 '' | tr -d ':\n')"
Ohne -b, also mit Eingabeaufforderung. Ein Passwort auf der Kommandozeile
landet in der Shell-History — und schlimmer: Die Shell fasst es vorher an.
ge$heim wird zu ge, ge heim zu geheim. Gehasht wird dann etwas anderes
als das, was man später eintippt, und der Server antwortet mit 401, obwohl
alles richtig aussieht.
- Ohne gesetzten Hash ist die Liste gesperrt (401), nicht offen. Ein vergessener Konfigurationsschritt darf nichts preisgeben; beim Start warnt das Log.
- Der Hash trägt sein Verfahren als Präfix (
{bcrypt}…) — so steht in der Konfiguration, womit gehasht wurde. - Nach
max-attemptsFehlversuchen (5) ist der Endpunkt fürlockout(15 min) gesperrt: 429 mitRetry-After. Die Sperre ist global, nicht je Adresse — es gibt genau ein Passwort, und hinter einem Reverse Proxy sähe der Server ohnehin für alle dieselbe Adresse. Der Preis: Wer falsch rät, sperrt die Liste für alle; die Dokumente selbst bleiben über ihre UUID erreichbar. - Die API ist zustandslos: keine Sitzung, kein CSRF-Token (der schützte hier nichts und bräche jeden Client).
Vorbereitete Erweiterungen
Autorisierung
- Geschützt ist bisher genau ein Endpunkt, siehe unten. Alles andere ist über die unerratbare UUID erreichbar — das ist das Zugriffsmodell, nicht eine Lücke.
bearerAuth(JWT) ist in der OpenAPI-Spec als Security Scheme definiert, aber noch auf keine Operation angewendet. Später kommt echte Authentifizierung als Schicht davor; am Protokoll ändert sich dadurch nichts.
Live-Editing (Konzept: docs/live-editing-proposal.md, Entscheidung: D76)
- Offen: Umbenennen per
PATCH /title(und damit das EreignisRENAMED) sowie die Client-Anpassung im Frontend. DocumentUpdateRequest.expectedVersionist im Vertrag vorgesehen, wird aber noch nicht ausgewertet.
Clientseitige Verschlüsselung
contentist ein opaker String, den der Server nie interpretiert. Der Wechsel auf Ciphertext erfordert keine API-Änderung; ggf. kommen später Metadaten-Felder (z. B. Schlüssel-ID, Nonce) als eigene Properties hinzu.
Persistenz
- H2 im File-Modus (
${werkbaum.data-dir:./data}/editor.mv.db) – läuft im Server-Prozess, keine Datenbank-Installation nötig. Dokumente und Historie überleben einen Neustart. - Bewusst ohne
MODE=PostgreSQL, obwohl es naheliegt: In dem Modus legt H2 unquotierte Bezeichner klein an, Liquibase sucht seine Verwaltungstabellen aber groß — findet nichts, legt sie an, und H2 antwortet „Table databasechangelog already exists". Der erste Start ging, jeder weitere stürzte ab. Gemessen und in D77 begründet. - Die JDBC-URL hat einen Regler:
werkbaum.data-dir. Der Regressionstest überschreibt nur den, damit alles Übrige an der ausgelieferten URL unter Test steht. - Schema per Liquibase im formatierten SQL-Format
(
src/main/resources/db/changelog/db.changelog-master.sql, kein XML). Neue Änderungen werden als weitere--changeset-Blöcke angehängt; Hibernate validiert nur (ddl-auto: validate). - Umstieg auf echtes PostgreSQL: im Wesentlichen JDBC-URL/Credentials in
der
application.yamltauschen und den Postgres-Treiber als Dependency ergänzen – Schema-Migrationen und Code bleiben unverändert. (Der H2-PostgreSQL-Modus war ein Nachbau davon und ist es nicht wert, siehe oben.) - Tests laufen gegen H2 in-memory. Die Testkonfiguration heißt
application-test.yamlund ist eine Profil-Überlagerung: Gleichnamig (application.yaml) verdeckte sie die Hauptkonfiguration vollständig, und die Tests prüften eine Konfiguration, die in Produktion nie läuft. - Service-Methoden sind
@Transactional: Dokument-Änderung und Historieneintrag werden atomar geschrieben.
Läuft er? GET /api/v1/info
{"name":"editor-backend","version":"0.1.0-SNAPSHOT","builtAt":"2026-08-26T16:59:40.341Z"}
Offen, ohne Nebenwirkung, und sagt zugleich, welcher Stand läuft. Vorher war die Lebendprobe eine Anfrage nach einem nicht existierenden Dokument mit der Erwartung 404 — ein erwarteter Fehler ist eine schlechte Zusicherung, weil ihn auch ein falsch konfigurierter Proxy liefert.
Die Angaben kommen aus META-INF/build-info.properties
(springBoot { buildInfo() }, Teil des Boot-Plugins). Fehlt die Datei — etwa
beim Start aus der IDE —, steht dort unbekannt statt eines Fehlers.
Betrieb auf der stabilen Instanz
remote backend deploy (aus dem Repo-Wurzelordner; ohne direnv
tools/remote …) baut das Fat-Jar, legt es samt systemd-User-Unit ins Home des
Servers und startet den Dienst neu; remote backend install-jdk bringt einmalig
ein JDK 21 dorthin. Der Dienst lauscht nur auf 127.0.0.1 — von außen kommt man
über die Proxy-Regel in scripts/prod.htaccess, die der Frontend-Deploy
mitspiegelt.
Dahinter stehen unverändert scripts/deploy-backend.sh und
scripts/install-jdk.sh; remote --help zeigt alle Ziele und Aktionen.
- Speicher:
-Xmx192m -Xms48mplus Freiraum-Verhältnisse; gemessen rund 174 MB RSS gegen 291 MB ohne Angaben. Nach einem GC leben ~45 MB. Zu wenig Luft?BACKEND_XMXin.env. - Master-Passwort:
remote backend reset-passwordfragt es verdeckt ab, hasht es auf dem Server und prüft selbst nach, ob Hash und Passwort zueinander passen. Gespeichert wird nur der Hash (<BACKEND_DIR>/env, Modus 600); ohne ihn bleibtGET /documentsgesperrt. Abrufen lässt sich die Liste mitremote backend documents. - Datenbank: H2 im Dateimodus unter
<BACKEND_DIR>/data/. Ein Deploy fasst das Verzeichnis nicht an (kein--delete). Umstieg auf das dort laufende PostgreSQL: JDBC-URL in derapplication.yamltauschen und den Treiber ergänzen — Schema und Code bleiben. - Sichern:
remote backend backup. H2 hält die Datei offen, solange der Dienst läuft — gesichert wird deshalb mit kurzem Anhalten, und das Archiv wird nach dem Herunterladen gelesen, bevor der Befehl es behält. - Nachsehen:
remote backend status,remote backend log,remote backend info.
Begründungen: docs/DECISIONS.md D77 (und D76-Nachträge 1–3 zur Vermessung der Zielumgebung).
Hinweise
- Versionsnummern in
build.gradle.kts(Spring Boot, OpenAPI Generator, Cucumber, MockK) beim ersten Build ggf. auf den aktuellen Patch-Stand heben.