feat(backend): PATCH /content — Diffs einreichen, rebasen, wiederholen (Schritt 3)

Der Server rebased selbst: Ist die Basis veraltet, ueberschneiden sich die
Operationen aber nicht mit den zwischenzeitlichen, verschiebt er sie und
akzeptiert. Reines Ablehnen fuehrte zu Starvation — ein Client mit hoher
Latenz kaeme bei fleissigen Mitschreibern womoeglich nie durch. 409 gibt es
nur bei echter Ueberschneidung, mit allem, was der Client zum Weiterarbeiten
braucht, ohne neu zu laden.

Pruefsumme ist Pflicht (422 bei Abweichung): Die Versionsnummer bestaetigt
nur, dass die Basis dieselbe Version ist, nicht dass beide Seiten sie gleich
lesen. clientId + seq machen den Aufruf wiederholbar — im Mobilnetz ist die
verlorene Antwort der Normalfall.

Die Sperre je Dokument liegt ausserhalb der Transaktion: innen gaebe der
Proxy sie vor dem Commit frei, und der naechste Schreiber laese einen Stand,
der noch nicht steht. Deshalb ist LiveEditingService nicht transaktional und
schreibt ueber DocumentService.

Was das Konzept offenliess, ist jetzt entschieden und in D76-Nachtrag 4
begruendet: die Randfaelle der Einfuege-Ueberschneidung, die Trennung von
400 und 422, die gedeckelte Idempotenz im Speicher.

104 Tests, davon 8 Cucumber-Szenarien fuer das Live-Editing. Gegenprobe:
Pruefsumme nicht geprueft, Idempotenz entfernt, veraltete Basis abgelehnt
statt verschoben -> es fallen jeweils genau die danach benannten.

Co-Authored-By: Claude Opus 5 <noreply@anthropic.com>
This commit is contained in:
mhoennig
2026-08-26 17:05:14 +02:00
co-authored by Claude Opus 5
parent d5cdff6058
commit ae85503b79
20 changed files with 1321 additions and 35 deletions
+60
View File
@@ -6054,3 +6054,63 @@ fünfzehn Aufrufen in einer Datei — die Zahl wächst von hier an nur. Weil
Cucumber Senden (Wenn) und Prüfen (Dann) trennt, wird die fluent API nicht
für Zusicherungen genutzt, sondern über `returnResult` das Ergebnis
festgehalten.
**Nachtrag 4 — beim Bauen entschieden (2026-08-26).** Die Schritte 13 der
Umsetzungsreihenfolge stehen (Zeilen-Diff, zweistufige Historie,
`PATCH /content`). Sechs Dinge waren dabei zu entscheiden, die das Konzept
offengelassen hat:
**Eine Einfügung liegt ZWISCHEN den Zeilen.** Das Konzept nennt sie einen
„Punkt bei `index`" und lässt die Ränder offen. Umgesetzt ist die strikte
Lesart `start < index < end`: Die Einfügung kollidiert nur mit dem **Inneren**
eines fremden Bereichs. Beide im Konzept genannten Folgen gelten damit weiter —
zwei Einfügungen an derselben Stelle vertragen sich, eine Einfügung in einen
gelöschten Bereich nicht —, aber die Ränder bleiben konfliktfrei. Das ist der
häufige Fall: Wer eine Zeile über einer gerade geänderten einfügt, meint
eindeutig „davor" und soll keinen 409 bekommen. Die halboffene Variante
(`start <= index < end`) hätte genau diesen Alltagsfall zum Konflikt erklärt,
ohne dass ihm eine Mehrdeutigkeit zugrunde läge.
**Meilensteine entstehen rückwirkend, ohne Zeitgeber.** „Nach einer
Schreibpause" klingt nach einem Timer; gebaut ist die Umkehrung: Die **nächste**
Änderung stellt fest, dass eine Pause war, und befördert die Version davor. Das
braucht keinen Hintergrund-Thread, ist mit fester Uhr prüfbar und trifft
genau den gemeinten Stand — die letzte vor der Pause, nicht die erste danach.
Die Lücke am Ende (nach der letzten Änderung kommt keine mehr) schließt die
Historie-Abfrage, indem sie den jüngsten Stand immer mitliefert.
**Restore liest den Tombstone.** Bisher übersprang die Wiederherstellung den
`DELETED`-Eintrag und nahm den letzten inhaltlichen davor. Inhaltlich sind
beide gleich — aber der davor ist womöglich eine Sync-Version und damit
verdichtet, der Tombstone dagegen ein Meilenstein und bleibt. Verhalten
unverändert, Verlässlichkeit gewonnen.
**Die Sperre liegt außerhalb der Transaktion.** „Locking pro Dokument-UUID"
und `@Transactional` an derselben Methode wäre falsch: Der Proxy gibt die
Sperre vor dem Commit frei, und der nächste Schreiber läse einen Stand, der
noch nicht steht. Deshalb ist `LiveEditingService` **nicht** transaktional und
schreibt über die transaktionalen Methoden des `DocumentService`. Die Sperren
sind ein festes Feld von 64 (Striping über die UUID): Zwei Dokumente können
sich eine teilen — das kostet Zeit, nie Richtigkeit —, und die Menge wächst
nie. Eine Sperre je Dokument müsste beim Löschen aufgeräumt werden und wäre
sonst ein langsames Leck.
**Die Idempotenz lebt im Speicher, gedeckelt.** Je (Dokument, Client) die
zuletzt verarbeitete `seq` samt Ergebnis, verdrängt wird das am längsten nicht
benutzte. Persistenz wäre eine weitere Tabelle für ein Fenster von Sekunden;
die Einzelinstanz ist ohnehin vorausgesetzt (Long Polling). Eine **kleinere**
`seq` als die zuletzt verarbeitete ist ein eigener Fehler (422): Das Ergebnis
von damals ist nicht mehr bekannt, und ein zweites Anwenden verdürbe den Text.
**400 gegen 422, sauber getrennt.** 422 heißt „richtig gebaut, aber nicht
anwendbar" — Prüfsumme, Index, verdichtete Basis, veraltete `seq`; der Client
lädt einmal neu und es geht weiter. 400 heißt „so nicht gefragt" —
Grenzüberschreitung oder ein `delete`/`replace` **ohne `count`**. Letzteres
wird bewusst **nicht** als 0 gelesen: Die Operation täte dann stillschweigend
nichts bzw. würde zur Einfügung, und ein stiller Fehler ist in diesem Projekt
durchweg der schlechtere (SPEC §4, D59).
Zahlen: 104 Tests. Gegenproben je Regel — Prüfsumme nicht geprüft, Idempotenz
entfernt, veraltete Basis abgelehnt statt verschoben, Schreibpause ignoriert,
Rückfall wieder als `RESTORED`, jüngster Stand aus der Historie genommen: Es
fallen jeweils genau die danach benannten Zusicherungen.