frontend: Pad auf Knopfdruck holen statt zu takten — Etherpad drosselt

Der Hintergrund-Takt aus dem letzten Commit funktionierte in der Praxis nicht:
im Netzwerk-Mitschnitt stapelten sich Anfragen und wurden abgebrochen
("cancelled"). Die Ursache ist nicht Langsamkeit, sondern ein Rate Limit —
Etherpads `importExportRateLimiting` ist serienmäßig an und lässt 10 Abrufe je
90 s und IP zu; der Takt wollte 36. Jenseits davon antwortet die Gegenseite
nicht mit 429, sondern hält die Verbindung ohne Antwort offen. Nachgemessen:

  12:48:12  Abbruch nach 25 s (0 Bytes)
            Abbruch nach 25 s (0 Bytes)
  12:50:23  HTTP 200 nach 0,436 s   <- nach ~40 s Pause

Zwei Minuten totgestellt, dann sofort in 0,4 s da. Gegen eine Drosselung kann
ein Takt nicht gewinnen, er erzeugt sie. Also ein Knopf. Damit entfallen
Stabilitätstakt, Sichtbarkeits-Wächter, Anti-Stapel-Riegel und Wiederanlauf.
Der Knopf greift zudem gut mit "Was ist neu?" (D28) zusammen: drücken, und was
seither in Produktion ging, leuchtet auf.

Verhindern UND melden, beides:
- Mindestabstand 10 s zwischen zwei Abrufen. Das ergibt höchstens 9 je 90 s und
  bleibt damit beweisbar unter Etherpads Budget — die Drosselung wird gar nicht
  erst ausgelöst. Nach einem Abbruch sind wir schon drüber: dann das ganze
  Fenster (90 s) abwarten statt weiter dagegen zu rennen.
- Der Knopf bleibt in der Sperre **klickbar** (nur `aria-disabled`, nicht
  `disabled`): Ein Klick meldet den Grund und nennt die Grenze samt Restzeit.
  Die Meldung landet in `#warn`, das eine Live-Region ist, wird also angesagt.
  Ein `disabled` erklärt nichts.
- Eigener Warnungstyp `sourceTimeout` für den Abbruch: `sourceLoad` zeigt auf
  CORS und schickte hier auf die falsche Fährte.
- `setPadBusy()` dreht das Symbol während des Abrufs — das können bis zu 20 s
  sein, und ohne Zeichen wirkt der Knopf kaputt.

Zwei Fehler des Vorgänger-Commits fielen dabei auf:
- `padSource` und der Takt standen HINTER dem `await` des ersten Abrufs. Ein
  einziger Fehlschlag — bei dieser Gegenseite der Normalfall — ließ das Dokument
  tot liegen, ohne Knopf und ohne Wiederversuch, bis zum Neuladen der Seite.
  Genau das war die vom Nutzer gemeldete Fehlermeldung.
- Kein Erfolg räumte die Warnung des ersten Versuchs weg; sie hätte gestanden,
  während der Text längst da war.
Dazu: `deleteDoc()` beendet die Pad-Quelle, sonst legte ein späterer Abruf das
gelöschte Dokument wieder an und aktivierte es auch gleich.

Nebenbefunde, beide nachgemessen und in D31 festgehalten:
- Das *Tippen* im Etherpad-Editor war der letzte offene Punkt. Der Nutzer hat
  `    - [ ] Layout` eingerückt eingetippt; der Export gibt es zeichengenau
  zurück (vier echte Leerzeichen, kein Tab, kein Listen-Markup).
- Einbetten verweigert der Server nicht: kein `X-Frame-Options`, keine CSP mit
  `frame-ancestors`, und im Versuch baute das Pad in einem fremdstämmigen Rahmen
  seine Editorframes auf. Preis ist `SameSite=Lax` am Autoren-Cookie (jedes
  Laden ein neuer Autor; nur serverseitig zu beheben) und der Verlust beider
  Richtungen von D25, falls das Textpanel ersetzt wird.

86 Tests (85 -> 86); Schreibschutz zeigt den Text jetzt in Tinte statt grau —
hier wird gelesen, der Plantext ist der Hauptinhalt.
This commit is contained in:
mhoennig
2026-07-30 12:59:14 +02:00
parent 3310cab7be
commit 793561c873
11 changed files with 357 additions and 111 deletions
+10 -3
View File
@@ -101,9 +101,16 @@ sich ein **Etherpad**. Angegeben wird die Pad-Adresse, wie sie im Browser steht
https://werkbaum.javagil.de/?etherpad=https://pad.hostsharing.net/p/mein-plan
```
Alle bearbeiten den Notationstext **im Pad**, jeder Betrachter sieht das Diagramm
mitwachsen (Abruf alle 2,5 s; nicht, während der Tab im Hintergrund liegt). Das
Zusammenführen gleichzeitiger Änderungen macht Etherpad — genau darum geht es.
Alle bearbeiten den Notationstext **im Pad**; ein Neu-laden-Knopf neben dem
Pad-Knopf holt den aktuellen Stand. Das Zusammenführen gleichzeitiger Änderungen
macht Etherpad — genau darum geht es.
Bewusst **kein** Abrufen im Hintergrund: Etherpad drosselt den Export
(serienmäßig 10 Abrufe je 90 s und IP), ein Takt gewinnt dagegen nicht — er
*erzeugt* die Drosselung. Nachgemessen: Nach Überschreiten des Budgets hält der
Server die Verbindung rund zwei Minuten ohne Antwort offen und liefert dann in
0,4 s. Der Knopf greift gut mit „Was ist neu?" zusammen: drücken, und was seither
in Produktion ging, leuchtet auf.
Weil das Pad die Schreibfläche ist, ist das Textfeld hier **schreibgeschützt**;
ein Knopf in der Editor-Titelzeile öffnet das Pad im neuen Tab. Ohne den Schutz